Sporthilfe-Prämien: Olympia-Boni jetzt steuerfrei
04.02.2026 - 08:53:11Deutsche Spitzensportler dürfen sich über eine deutliche finanzielle Aufbesserung freuen. Seit Jahresbeginn sind die Erfolgsprämien der Stiftung Deutsche Sporthilfe für Olympia- und Paralympics-Medaillen von der Einkommensteuer befreit. Die historische Gesetzesänderung beendet eine langjährige Debatte und sorgt für mehr Planungssicherheit.
Ein langer Kampf für mehr Gerechtigkeit
Die neue Regelung, festgeschrieben im Paragrafen 3 Nummer 73 des Einkommensteuergesetzes (§ 3 Nr. 73 EStG), ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis jahrelanger politischer Lobbyarbeit, angeführt von der Stiftung Deutsche Sporthilfe selbst. Noch im September 2025 hatte die Stiftung in einem Positionspapier die Steuerfreiheit als überfällige Geste der Wertschätzung gefordert.
Der politische Durchbruch gelang mit dem Steueränderungsgesetz 2025. Der Bundestag stimmte am 4. Dezember zu, der Bundesrat folgte am 19. Dezember. Für Athleten wie Kanu-Olympiasieger Max Rendschmidt, der 2024 die hohe steuerliche Belastung öffentlich kritisierte, ist dies ein großer Erfolg.
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Warum die alte Regelung als ungerecht empfunden wurde
Bislang mussten die Prämien als Einkünfte versteuert werden. Bei Profisportlern flossen sie in die Betriebseinnahmen ein – ein Umstand, den selbst der Bundesfinanzhof 2021 bestätigte. Die Folge: Ein erheblicher Teil der als Anerkennung gedachten Summe ging direkt an das Finanzamt.
Diese Praxis stieß auf breites Unverständnis. Athleten opfern Jahre ihres Lebens für den Sport, leben oft mit finanziellen Einschränkungen. Dass der Staat dann auch noch von den seltenen Erfolgsprämien einen Teil abzweigte, galt vielen als doppelte Bestrafung. Die neue Regelung behebt diesen Missstand.
Mehr Netto vom Brutto: Höhere Prämien kommen oben drauf
Die Steuerbefreiung ist aber nur die eine Seite der Medaille. Passend zum neuen Gesetz kündigte die Sporthilfe Ende 2025 auch höhere Prämien an. Für eine Goldmedaille gibt es künftig 30.000 statt 20.000 Euro, für Silber 20.000 statt 15.000 Euro.
In der Summe bedeutet das eine massive Netto-Erhöhung für die Athleten. Die Vereinigung Athleten Deutschland begrüßt die Entwicklung als starkes Signal. Sie sieht darin eine längst überfällige Anerkennung für die Vorbildfunktion und den jahrelangen Einsatz der Sportler.
Ein erster Schritt – die Debatte geht weiter
Die Neuregelung kommt pünktlich zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Deutsche Starter können sich nun sicher sein, dass jede Prämie in voller Höhe bei ihnen ankommt.
Doch ist die Diskussion damit beendet? Keineswegs. Interessenvertretungen fordern bereits die Ausweitung der Steuerfreiheit auf Prämien für Welt- und Europameisterschaften. Die Olympia-Regelung ist somit ein wichtiger Präzedenzfall – und ein klares Bekenntnis der Politik zum Spitzensport.
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