Sporthilfe-Prämien: Olympia-Boni ab sofort steuerfrei
03.01.2026 - 09:15:12Deutsche Olympioniken können ab sofort ihre Prämien komplett einstreichen. Seit Jahresbeginn sind Boni der Deutschen Sporthilfe für Medaillen steuerfrei – pünktlich zu den Winterspielen in Mailand-Cortina.
Historische Steuerbefreiung tritt in Kraft
Die Änderung ist ein historischer Schritt. Seit dem 1. Januar 2026 sind Prämienzahlungen der Stiftung Deutsche Sporthilfe für Platzierungen bei Olympischen und Paralympischen Spielen von der Einkommensteuer befreit. Der entsprechende Gesetzesbeschluss passierte im Dezember 2025 Bundestag und Bundesrat. Damit endet ein langjähriger Streitpunkt zwischen Sportlern und Finanzbehörden.
Bislang konnten bis zur Hälfte der Prämien an den Fiskus gehen. Die Boni galten als reguläres Einkommen und unterlagen dem individuellen Steuersatz der Athleten. Nach den Spielen von Paris 2024 war die Kritik daran besonders laut geworden. Viele Sportler sahen sich um ihren verdienten Lohn gebracht.
Deutlich höhere Netto-Auszahlungen für Athleten
Die Steuerbefreiung trifft auf erhöhte Prämien. Für die Winterspiele 2026 hat die Sporthilfe die Boni deutlich angehoben. Gold bringt nun 30.000 Euro (2024: 20.000 Euro), Silber 20.000 Euro (15.000 Euro) und Bronze 10.000 Euro. Durch die Steuerfreiheit landet der volle Betrag auf den Konten der Sportler.
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Der Effekt ist dramatisch: Ein Goldmedaillengewinner erhält netto fast das Dreifache wie noch 2024. Damals blieben von 20.000 Euro nach Steuern oft nur 11.000 bis 12.000 Euro übrig. Jetzt kommen die vollen 30.000 Euro an. Eine angemessene Wertschätzung für Jahre der Entbehrung und Hingabe, wie es aus Sportkreisen heißt.
Breite Zustimmung aus dem Sport
Die Reaktionen aus der Sportwelt sind durchweg positiv. Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, spricht von einem notwendigen Schritt. Athleten, die als Botschafter Deutschlands auftreten, sollten ihre ohnehin bescheidenen Prämien nicht versteuern müssen.
Franziska van Almsick, ehemalige Schwimmweltmeisterin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Sporthilfe, sieht ein starkes Signal der Wertschätzung. Die Politik belohne damit Leistung, die im Namen Deutschlands erbracht werde. Max Hartung, Sporthilfe-Vorstandsmitglied, dankt Bund und Ländern für die Umsetzung.
Deutschland zieht mit internationalem Standard gleich
Die Steuerbefreiung schließt eine Lücke im internationalen Vergleich. Deutschland folgt damit Ländern wie den USA, wo Olympia-Prämien bereits seit 2016 steuerfrei sind. Die Debatte hatte stets die grundsätzliche Finanzierungssituation von Spitzensportlern berührt.
Viele Olympioniken sind auf Sporthilfe, Sportfördergruppen der Bundeswehr oder Polizei angewiesen. Die Besteuerung vergleichsweise kleiner Prämien galt Kritikern als kleinlich. Die Reform ist Teil der angekündigten “Athleten-Offensive” der Bundesregierung. Für Athletenvertreter muss sie aber erst der Anfang sein. Weitere Verbesserungen bei Sozialversicherung, Altersvorsorge und Mutterschutz bleiben auf der Agenda.
Fokus jetzt auf den Winterspielen
Mit der steuerlichen Entlastung konzentriert sich das deutsche Team voll auf die sportlichen Herausforderungen. Die Winterspiele in Mailand-Cortina beginnen am 6. Februar 2026. Deutschland geht traditionell stark in Disziplinen wie Rodeln, Bob und Biathlon an den Start.
Die Regelung ist dauerhaft angelegt und soll auch für künftige Spiele gelten. Das gibt Athleten Planungssicherheit und könnte die Attraktivität einer Karriere im olympischen Sport steigern. Wenn im Februar die ersten Medaillen vergeben werden, zeigt sich der praktische Nutzen: Der Scheck auf dem Podest entspricht erstmals dem, was wirklich auf dem Konto landet.
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