Speicherpreise brechen alle Rekorde – KI-Boom treibt Kosten in die Höhe
03.02.2026 - 06:22:12Die Preise für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher werden im ersten Quartal 2026 voraussichtlich um bis zu 95 Prozent steigen. Grund ist die unersättliche Nachfrage der KI- und Rechenzentrumsbranche, die den Markt aus dem Gleichgewicht bringt. Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet das deutlich höhere Hardwarekosten.
Laut einer drastisch nach oben korrigierten Prognose des Marktforschungsunternehmens TrendForce stehen der Technologiebranche die größten Preissprünge aller Zeiten bevor. Die Vertragspreise für konventionellen DRAM werden demnach um 90 bis 95 Prozent steigen, die für NAND-Flash – die Basis von SSDs – um 55 bis 60 Prozent. Ursprünglich waren die Analysten von deutlich niedrigeren Steigerungsraten ausgegangen.
KI-Infrastruktur saugt den Markt leer
Der Haupttreiber dieser historischen Preisexplosion ist der anhaltende Boom beim Aufbau von KI-Infrastruktur. Große Cloud-Anbieter und Server-Hersteller, vor allem in Nordamerika und China, konkurrieren aggressiv um die begrenzten Speicherkapazitäten. Die Hersteller priorisieren daher hochprofitabele Server- und High-Bandwidth Memory (HBM)-Produkte für KI-Systeme.
Das Ergebnis: Für andere Sektoren bleibt kaum noch etwas übrig. „Der Markt ist eindeutig verkäuferbestimmt“, so die Analysten. Die Lieferanten hätten eine enorme Preismacht und zögerten teilweise sogar Preisangebote hinaus, um in einem boomenden Markt maximale Gewinne zu erzielen.
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Verbraucher-Elektronik gerät unter Druck
Die Auswirkungen dieser Knappheit werden in der gesamten Consumer Electronics-Branche spürbar sein.
- PC-Markt: Trotz guter Absatzzahlen im vierten Quartal 2025 herrscht nun ein flächendeckender Mangel an PC-DRAM. Selbst bei großen OEM-Herstellern sind die Lager leer. Die Vertragspreise könnten sich mehr als verdoppeln – der größte Quartalssprung, der je verzeichnet wurde.
- Smartphones & Notebooks: Auch Speicher für mobile Geräte (LPDDR4X/5X) dürfte um rund 90 Prozent teurer werden. Die gestiegenen Materialkosten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Endkunden weitergegeben.
- Folgen: Experten rechnen mit höheren Verkaufspreisen für neue Geräte, schlechterer Ausstattung bei Einsteigermodellen und einem generellen Absatzrückgang bei Notebooks und Smartphones. Selbst bei modernen Smart-TVs wird der Speicheranteil an den Gesamtkosten immer größer.
Keine Entspannung in Sicht
Die Lage ist kein kurzfristiger Engpass, sondern die Beschleunigung eines Trends, der bereits Mitte 2025 begann. Die anhaltenden Investitionen in generative KI und große Sprachmodelle benötigen schlichtweg riesige Mengen an Hochgeschwindigkeitsspeicher.
Für das erste Quartal 2026 – und wahrscheinlich auch darüber hinaus – sehen die Analysten keine Entwarnung. Die Angebots-Nachfrage-Lücke bleibt bestehen, weitere Prognose-Anpassungen nach oben sind möglich. Die Ära günstiger RAM- und SSD-Upgrades ist vorerst beendet.
Unternehmen wie Apple oder Raspberry Pi haben den Druck steigender Speicherkosten bereits bestätigt. Die hohen Komponentenpreise zwingen Hersteller zu schwierigen strategischen Entscheidungen über Preise, Features und Lagerhaltung. Für Verbraucher wird der Kauf eines neuen PCs, Laptops oder Smartphones spürbar teurer – eine direkte Folge des technologischen Wandels hin zu einer KI-getriebenen Welt.


