Spar verkauft Traditionsmarke Hervis an deutsche Investoren
27.01.2026 - 05:44:12Die österreichische Spar-Gruppe hat ihre Sporttochter Hervis verkauft. Neue Eigentümer sind die deutschen Unternehmer Sven Voth (Snipes) und Udo Schloemer (Factory Berlin). Der Deal für alle 134 Filialen in vier Ländern wurde am 23. Januar unterzeichnet.
Über 100 Millionen Euro Verlust in zwei Jahren
Der Verkauf markiert das Ende einer über 50-jährigen Ära – und folgt auf massive rote Zahlen. Hervis verbuchte 2023 und 2024 Gesamtverluste von über 100 Millionen Euro. Parallel sank der Umsatz von 261 auf 253 Millionen Euro.
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Für Spar ist der Schritt eine strategische Fokussierung. Der Konzern will sich jetzt verstärkt auf seine profitablen Kernbereiche konzentrieren:
* Den expansiven Lebensmittelhandel
* Das Shoppingcenter-Geschäft
* Immobilien
Neustart mit Snipes-Gründer und Berlin-Investor
Mit Sven Voth und Udo Schloemer übernehmen zwei Retail-Profis das Ruder. Sie kündigen eine grundlegende Modernisierung der Marke an. Das Ziel: Hervis zukunftsfähig machen.
Branchenbeobachter erwarten einen Abschied vom Discount-Image und eine Aufwertung. Im Fokus stehen sollen:
* Eine Stärkung des Online-Handels
* Ein sortimentsseitiger Fokus auf neue Trends wie Gesundheit und alternative Bewegungsformen
Zwar übernehmen die neuen Eigentümer alle Mitarbeiter. Eine Evaluierung aller Standorte ist jedoch geplant – nicht rentable Filialen könnten schließen.
Kampf um Marktanteile in hart umkämpfter Branche
Die Übernahme findet in einem angespannten Markt statt. In Österreich dominieren die Giganten Intersport und Sport 2000. Hervis hielt zuletzt mit etwa 13 Prozent Marktanteil Platz drei.
Der Druck ist enorm: Der norwegische Händler XXL Sports zog sich bereits zurück. Und der französische Discounter Decathlon expandiert seit seinem Markteintritt 2018 kontinuierlich. Für Hervis ist es zudem der nächste Rückzug, nachdem die Märkte in Tschechien, Ungarn und Rumänien bereits aufgegeben wurden.
Symptom für Konsolidierung im Handel
Der Verkauf ist typisch für einen breiteren Trend. Im österreichischen Einzelhandel sichern sich wenige große Player immer größere Anteile – quer durch alle Branchen.
Die Übernahme eines Traditionsnamens durch deutsche Investoren unterstreicht zudem die enge wirtschaftliche Verflechtung. Der heimische Sportartikelverband (VSSÖ) hofft nun auf den Erhalt der Standorte.
Für Kunden ändert sich kurzfristig nichts. Der Betrieb läuft weiter, Gutscheine gelten. Die große Frage bleibt: Kann das neue Management die verlustreiche Kette in dem harten Wettbewerb wieder profitabel machen?
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