SpaceX, Millionen

SpaceX plant Millionen Satelliten für KI-Rechenzentren im All

05.02.2026 - 09:15:12

SpaceX will KI-Rechenlasten ins All verlagern, um Energie- und Kühlungsprobleme irdischer Rechenzentren zu lösen. Das Projekt folgt der Fusion mit xAI und birgt immense technische und finanzielle Herausforderungen.

SpaceX will mit einer Million Satelliten ein orbitales Rechennetz für Künstliche Intelligenz aufbauen. Der Plan zielt darauf ab, die Energiekrise irdischer Rechenzentren zu umgehen und eine neue Ära physischer KI zu ermöglichen.

Das geht aus einer bahnbrechenden Einreichung des Unternehmens bei der US-Behörde FCC hervor. Kern der Strategie ist die Verlagerung massiver Rechenlasten in den Orbit. Dort sollen nahezu ununterbrochene Solarenergie und das Vakuum des Weltraums die limitierenden Faktoren irdischer Infrastruktur – Energieverbrauch und Kühlung – lösen.

Hinter dem Vorstoß steht die kürzlich vollzogene Übernahme von Elon Musks KI-Unternehmen xAI durch SpaceX. Diese Fusion schafft einen vertikal integrierten Giganten, der Raketentechnik, ein globales Satellitennetz und Spitzenforschung in Künstlicher Intelligenz vereint. Der Gesamtwert des fusionierten Unternehmens wird auf etwa 1,25 Billionen Euro taxiert.

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Flucht vor dem irdischen „Energiewall“

Die treibende Kraft hinter dem orbitalen Rechenzentrum ist die drohende Überlastung terrestrischer Systeme. Der Stromverbrauch von Rechenzentren explodiert mit der wachsenden Komplexität von KI-Modellen. Das belastet Stromnetze und die für die Kühlung benötigten Wasserressourcen weltweit.

SpaceX argumentiert in seinem FCC-Antrag, dass die irdische Infrastruktur mit der Nachfrage nach KI-Rechenleistung nicht mehr Schritt halten kann. Die Lösung: Bis zu eine Million Satelliten in sonnensynchronen Umlaufbahnen in 500 bis 2.000 Kilometern Höhe. Sie sollen ein verteiltes Hochleistungs-Rechennetz bilden.

Der Vorteil liegt auf der Hand – oder besser: im All. Das nahezu konstante Sonnenlicht bietet eine effiziente Energiequelle. Das eiskalte Weltraumvakuum wiederum kühlt die Hochleistungsprozessoren für KI-Aufgaben kostenlos – ein enormer Kostentreiber auf der Erde.

Das architektonische Mammutprojekt

Die technische Vision ist atemberaubend. Die Satelliten sollen mit KI-Beschleunigern ausgestattet und über Hochgeschwindigkeits-Laserlinks zu einem resilienten Mesh-Netzwerk verbunden werden. Dieses orbitale „Gehirn“ wird in das bestehende Starlink-Netz integriert, das die verarbeiteten Daten zur Erde funkt.

Das Ziel ist die Unterstützung massiver KI-Workloads, vom Training großer Modelle bis zur Echtzeit-Inferenz für Milliarden Nutzer. SpaceX rechnet damit, durch den Start von einer Million Tonnen Satelliten pro Jahr eine jährliche KI-Rechenkapazität von 100 Gigawatt hinzuzufügen.

Erst die Entwicklung der vollständig wiederverwendbaren Starship-Rakete macht dieses Skalieren möglich, indem sie die Startkosten drückt. Doch der Weg ist voller Herausforderungen.

Wettlauf um die KI-Infrastruktur der Zukunft

Das ultimative Ziel geht über effizientere Cloud-KI hinaus. Es heißt „Physical AI“ – KI-Systeme, die mit der physischen Welt interagieren. Autonome Fahrzeuge, Roboter oder global vernetzte IoT-Geräte benötigen immense, latenzarme Rechenleistung, die weltweit verteilt ist.

Ein orbitales Rechenzentrumsnetz könnte genau das liefern. Indem Daten näher am „Rand“ im Orbit verarbeitet werden, sinkt die Latenz für kritische autonome Systeme. Diese Infrastruktur im All könnte zum zentralen Nervensystem für autonome Drohnenflotten, robotergesteuerte Logistiknetze und globale Fertigungssysteme werden.

Analysten sehen SpaceX damit in der Position, als Full-Stack-Anbieter direkt mit Tech-Giganten wie Google, Amazon und Meta zu konkurrieren. Der Wettlauf um die fundamentale KI-Infrastruktur hat damit offiziell den Weltraum erreicht.

Skepsis und gewaltige Hürden

Die Ankündigung löst in Technologie- und Raumfahrtbranche gleichermaßen Begeisterung und Skepsis aus. Die Hürden sind immens.

Die größten Bedenken gelten Weltraumschrott und einem möglichen Kessler-Syndrom: Kollisionen, die eine kettenreaktionsartige Trümmerwolke auslösen könnten – bei einer Konstellation dieser Größenordnung ein existenzielles Risiko.

Die finanziellen Dimensionen sprengen jede Vorstellungskraft. Der Kapitalbedarf wird auf Billionen Euro jährlich geschätzt. Ein geplanter Börsengang, potenziell der größte der Geschichte, soll das Projekt mitfinanzieren.

Hinzu kommen technische Herausforderungen: der Schutz sensibler Elektronik vor Weltraumstrahlung und die praktische Unmöglichkeit von Wartungsarbeiten im Orbit. Die Genehmigung durch die FCC ist nur der erste Schritt. Experten rechnen selbst bei grünem Licht mit 10 bis 15 Jahren bis zu einer nennenswerten Umsetzung. Doch der strategische Kurs ist klar gesetzt.

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