Sozialwohnungen: Reiche Mieter sorgen für Zündstoff
24.01.2026 - 11:14:12Mitten in der Wohnungskrise entbrennt in Deutschland eine hitzige Debatte: Mieter mit beträchtlichem Vermögen oder sogar eigenem Immobilienbesitz leben weiterhin in günstigen Sozialwohnungen. Dieses Phänomen der Fehlbelegung trifft auf einen leergefegten Markt und sorgt für sozialen Sprengstoff.
Fehlbelegung blockiert dringend benötigte Wohnungen
Das Problem ist systemisch: Die Berechtigung für eine Sozialwohnung wird meist nur beim Einzug geprüft. Verbessert sich die finanzielle Lage der Mieter später durch Gehaltssprünge oder Erbschaften, dürfen sie oft trotzdem bleiben. In Großstädten wie München, Hamburg und Berlin stößt das auf Unverständnis.
- In München warten aktuell rund 26.000 Haushalte auf eine Sozialwohnung.
- Die Wartezeiten betragen oft mehrere Jahre.
- Gleichzeitig verbleiben solvente Haushalte in den subventionierten Einheiten.
Kritiker fragen: Warum soll Steuergeld Wohnungen für Menschen subventionieren, die diese Hilfe nicht mehr brauchen?
München fordert strengere Vermögenschecks
Vor allem in München wird das Thema politisch forciert. Die CSU-Stadtratsfraktion brachte bereits Ende 2025 Anträge ein, die auf transparentere Vermögensoffenlegungen von Antragstellern abzielen. Die Befürworter argumentieren mit der knappen Ressource: Sozialwohnungen sind für Menschen in Notlagen gedacht.
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Gegner warnen hingegen vor einem bürokratischen Monster und der Gefährdung der sozialen Durchmischung. Würden besser verdienende Mieter verdrängt, könnte das zur Ghettoisierung ganzer Quartiere führen.
Comeback für die Fehlbelegungsabgabe?
Als mögliche Lösung diskutieren Politiker vermehrt die Fehlbelegungsabgabe. Mieter, deren Einkommen die Grenzen deutlich überschreitet, müssten dann eine Ausgleichszahlung leisten. Die Miete nähert sich so dem marktüblichen Niveau an – was den Anreiz zum Auszug erhöht.
In Bayern wurde diese Abgabe vor Jahren abgeschafft, was nun als Fehler kritisiert wird. Andere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Hessen nutzen das Instrument weiter. Experten sehen einen Vorteil: Die Einnahmen könnten direkt in den Neubau von Sozialwohnungen fließen.
Neue Regeln verschärfen den Konkurrenzkampf
Die Debatte trifft auf eine frisch geänderte Rechtslage. Seit Januar 2026 gelten in vielen Regionen höhere Einkommensgrenzen für den Wohnberechtigungsschein (WBS). In Sachsen stiegen die Schwellenwerte um bis zu 22 Prozent.
Ziel war es, auch Haushalte mit mittlerem Einkommen zu schützen. Die Kehrseite: Der berechtigte Personenkreis ist größer geworden, der Konkurrenzdruck auf die knappen Wohnungen steigt weiter. Dem Bündnis „Soziales Wohnen“ zufolge fehlen in Deutschland insgesamt über 900.000 Sozialwohnungen.
Symptom einer tieferen Baukrise
Die Diskussion um Fehlbelegungen ist nur ein Symptom. Die eigentliche Krise ist der fehlende Neubau. Das Bauindustrie verzeichnete auch 2025 rückläufige Fertigstellungszahlen. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde erneut krachend verfehlt.
Hohe Zinsen und Baukosten bremsen Projekte aus. Branchenverbände wie die IG BAU warnen: Ohne massive staatliche Investitionen und schnellere Genehmigungen sei der soziale Frieden in Ballungsräumen in Gefahr. Die Debatte um wohlhabende Mieter lenke vom eigentlichen Versagen ab – dem mangelnden Neubau.
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