Sora 2 zwingt Regierungen zum Handeln: Großbritannien schafft neues Deepfake-Gesetz
10.02.2026 - 00:51:11London. Die rasanten Fortschritte bei KI-Videogeneratoren wie OpenAIs Sora 2 zwingen Regierungen weltweit zum Handeln. Als Reaktion auf die wachsende Gefahr durch täuschend echte Fälschungen hat Großbritannien ein neues Gesetz gegen intime Deepfakes ohne Einwilligung erlassen. Parallel startet die Regierung eine Initiative mit Microsoft, um einen globalen Standard zur Erkennung manipulierter Inhalte zu entwickeln.
Großbritannien geht mit neuem Gesetz vor
Seit dem 6. Februar 2026 ist es in Großbritannien strafbar, intime Deepfake-Bilder einer Person ohne deren Zustimmung zu erstellen oder zu verbreiten. Die neue Regelung stellt einen lang geforderten Schritt im Kampf gegen digitalen Missbrauch dar. Sie geht auf eine Kampagne von Organisationen wie der „End Violence Against Women Coalition“ zurück.
Die Regierung verstärkt ihren Kurs durch eine strategische Partnerschaft. Gemeinsam mit Microsoft, Wissenschaftlern und weiteren Experten soll ein umfassender Bewertungsrahmen für Deepfake-Erkennungstechnologien geschaffen werden. Ziel ist es, einheitliche Standards zu etablieren und Großbritannien an die Spitze im Umgang mit täuschender KI zu bringen. Die Initiative wird als prioritäres Projekt im Rahmen des „Online Safety Act“ vorangetrieben, der Plattformen zu stärkeren Gegenmaßnahmen verpflichtet.
Sora 2: KI-Realismus überholt die Gesetzgebung
Der politische Handlungsdruck entsteht durch KI-Modelle, die in Qualität und Zugänglichkeit explodieren. OpenAIs Sora 2, seit September 2025 für ausgewählte Nutzer verfügbar, setzt hier Maßstäbe. Das Modell generiert Videos mit beunruhigendem Realismus und simuliert physikalische Gesetze präzise. Genau diese Fähigkeit, aus einfachen Textbefehlen überzeugende Scheinwelten zu erschaffen, bereitet Sicherheitsexperten und Gesetzgebern Kopfzerbrechen.
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Zwar startete Sora 2 mit Sicherheitsvorkehrungen wie einem sichtbaren KI-Wasserzeichen. Doch die zugrundeliegende Technologie stellt Regulierungsbehörden vor immense Herausforderungen. Sie demokratisiert ein mächtiges Werkzeug – und senkt gleichzeitig die Hürde für den Missbrauch durch Betrug, Identitätsdiebstahl und Belästigung. Mit der für Juni 2026 erwarteten, uneingeschränkten weltweiten Veröffentlichung von Sora 2 wächst der Druck auf Regierungen, wirksame Schutzmaßnahmen zu etablieren.
Europa sucht nach schärferen Regeln
Die Debatte ist nicht auf Großbritannien beschränkt. In ganz Europa wird klar, dass bestehende Vorschriften der rasanten Entwicklung generativer KI oft hinterherhinken. Die Europäische Kommission prüft derzeit, ihr wegweisendes KI-Gesetz (AI Act) um ein Verbot für KI-Anwendungen zu erweitern, die intime Bilder ohne Einwilligung erstellen. Solche Tools waren in der ursprünglichen Liste verbotener Praktiken nicht explizit erfasst – ein Zeichen dafür, wie schnell die Technologie gesetzliche Lücken aufreißt.
Ausschüsse des Europäischen Parlaments haben das Thema bereits aufgegriffen und diskutieren mit Vertretern sozialer Medien über die Risiken KI-generierter Inhalte. Es zeichnet sich ein koordiniertereres, EU-weites Vorgehen ab.
Analyse: Eine neue Ära der Tech-Regulierung bricht an
Die jüngsten regulatorischen Aktivitäten markieren einen Wendepunkt im Verhältnis von KI-Innovation und öffentlicher Sicherheit. Die Diskussion um Deepfakes war lange theoretisch. Durch Modelle wie Sora 2 ist die Bedrohung für jeden greifbar geworden.
Das britische Gesetz ist ein wichtiges Abschreckungsmittel und wandelt die Erstellung bösartiger Deepfakes von einem moralischen Vergehen in eine Straftat um. Doch Aktivisten und Experten betonen: Strafverfolgung allein reicht nicht. Die Verantwortung darf nicht bei den Opfern liegen, Missbrauch aufzuspüren und anzuzeigen.
Die Frage lautet nun: Welche Pflichten haben die Plattformen und die Entwickler der KI-Modelle selbst? Der britische Vorstoß für einen Erkennungsstandard zielt genau darauf ab. Er soll klare Erwartungen an die Industrie formulieren, schädliche Inhalte proaktiv zu identifizieren und zu managen.
Der globale Launch von Sora 2 im Sommer 2026 wird zur Nagelprobe für die neuen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen. Gelingt es, Sicherheit und ethische Erwägungen direkt in den Entwicklungsprozess zu integrieren? Die Zukunft der KI-Videogenerierung wird sich daran entscheiden, ob ihre bemerkenswerte Kraft kontrolliert oder in industriellem Maßstab missbraucht wird.
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