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Sony Honda Mobility startet Afeela 1-Produktion mit KI-Personalagent

08.01.2026 - 20:04:11

Das Joint Venture Sony Honda Mobility beginnt mit der Serienfertigung seines Premium-Elektroautos Afeela 1, dessen zentrales Feature ein von Microsoft Azure angetriebener KI-Assistent ist. Die Auslieferung in den USA startet 2026.

Sony Honda Mobility beginnt die Serienfertigung seines Elektro-Flaggschiffs Afeela 1 – mit einem KI-Assistenten von Microsoft als zentralem Verkaufsargument.

Las Vegas, 8. Januar 2026 – Das Joint Venture Sony Honda Mobility (SHM) hat auf der Technikmesse CES 2026 einen Meilenstein verkündet: Die Serienproduktion der Elektrolimousine Afeela 1 läuft an. Damit vollzieht das Unternehmen den entscheidenden Schritt vom Konzeptfahrzeug zur Marktreife. Kern des Fahrzeugs ist eine neu enthüllte Integration des Microsoft Azure OpenAI Service, der einen fortschrittlichen Konversations-Assistenten antreibt. Dieser soll die Fahrt in einen interaktiven Dialog zwischen Mensch und Maschine verwandeln.

Serienstart im US-Werk Ohio

Bereits am 5. Januar gaben SHM-Manager bekannt, dass die Afeela 1 im Honda-Werk in East Liberty, Ohio, vom Band läuft. Nach erfolgreichen Testläufen Ende 2025 hat das Werk nun einen speziellen „Quality Gate“-Prüfprozess etabliert. Dieser soll sicherstellen, dass die hochkomplexe Elektronik und Software vor der Auslieferung strengsten Standards genügen.

Die Wahl des Standorts Ohio nutzt Hondas etablierte Lieferketten und bringt gleichzeitig neue Fertigungstechniken für das sensorbeladene Fahrzeug. Der Start in Nordamerika ist strategisch: Die ersten Kundenfahrzeuge sollen noch 2026 in Kalifornien ausgeliefert werden. 2027 folgen Arizona und weitere Regionen, zeitgleich mit dem Marktstart in Japan.

Das Serienmodell behält das futuristische Design der Prototypen bei, hat aber die finale Hardware für die Großserie. Mit einem Startpreis von rund 89.900 US-Dollar positioniert sich die Afeela 1 im Premium-Segment. Sie tritt damit gegen Luxus-Elektrolimousinen etablierter Hersteller und neuer EV-Startups an. Analysten bewerten den pünktlichen Produktionsstart als bemerkenswert – in einer Branche, die derzeit von Verzögerungen geplagt ist.

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Persönlicher KI-Assistent von Microsoft

Das Highlight der Produktionsankündigung ist die Integration generativer KI. Der „Afeela Personal Agent“ nutzt Microsofts Azure OpenAI Service für natürliche, kontextbewusste Kommunikation. Statt starrer Sprachbefehle soll das System komplexe Fragen verstehen, sich auf lockere Gespräche einlassen und sich mit der Zeit an die Persönlichkeit des Fahrers anpassen.

Technisch basiert der Agent auf einem Vision-Language Model (VLM), das Daten der Außensensoren und Innenkameras gleichzeitig verarbeitet. So kann die KI die Umgebung und den Zustand des Fahrers erfassen. Sie kann Sehenswürdigkeiten beschreiben, Unterhaltung basierend auf der Stimmung der Insassen vorschlagen oder Fahrzeugdiagnosen in einfacher Sprache liefern.

Die Hardware-Grundlage bildet das Snapdragon Digital Chassis von Qualcomm. Diese Hochleistungs-Computing-Plattform verarbeitet die enormen Datenströme der Echtzeit-KI. Sie unterstützt neben dem Personal Agent auch das „Intelligent Drive“-Fahrassistenzsystem. Zum Start bietet die Afeela 1 Autonomie der Stufe 2+, mit einer Roadmap für Stufe-4-Fähigkeiten via Software-Updates.

Unterhaltung an erster Stelle: PS5-Integration

Getreu Sonys Erbe vermarktet SHM die Afeela 1 weniger als Auto, sondern als „Creative Entertainment Space“. Das Serienmodell hat ein Panorama-Display über die gesamte Cockpitbreite. Eine Weltpremiere ist die Integration von PlayStation Remote Play: Passagiere können über die 5G-Verbindung des Autos Spiele von ihrer heimischen PS5 auf die Fahrzeugbildschirme streamen.

Ein spezielles Audiosystem mit räumlichem Sound soll das Fahrzeug zum privaten Hör- oder Gaming-Raum machen. Zudem startet SHM das „Afeela Co-Creation Program“. Es öffnet die Entwicklungsumgebung des Fahrzeugs für externe Entwickler. Über Android-basierte APIs sollen so Apps und Themes entstehen – das Auto wird zur Plattform, ähnlich einem Smartphone.

Diese Fokussierung auf Software und Unterhaltung ist die strategische Differenzierung. Während Konkurrenten Reichweite oder Leistung priorisieren, setzt SHM darauf, dass die Zukunft der Mobilität davon abhängt, wie Insassen ihre Fahrzeit verbringen. Das Vision: Das Auto wird zum digitalen Wohnzimmer.

Marktstrategie trotz Branchenturbulenzen

Der Produktionsstart fällt in eine schwierige Phase für den globalen Elektroauto-Markt. In den USA kühlt die Nachfrage nach EVs ab, mehrere Hersteller verzögern ihre Elektro-Pläne. Politische Unsicherheiten unter der aktuellen US-Regierung tun ihr Übriges. Dass SHM dennoch am Zeitplan für 2026 festhält, zeigt ein klares Bekenntnis zur langfristigen Vision.

Analysten glauben, dass die Premium-Positionierung die Afeela 1 etwas von der Volatilität im Massenmarkt abschirmen könnte. Die Zielgruppe sind Early Adopter und Technik-Enthusiasten, die für ein einzigartiges Software-definiertes Erlebnis bereit sind, rund 90.000 Dollar zu zahlen. Die Partnerschaft kombiniert Hondas Fertigungszuverlässigkeit mit Sonys digitaler Kompetenz – eine Antwort auf die Software-Probleme vieler etablierter Autobauer.

Neben der Afeela 1 zeigte SHM auf der CES das „Afeela Prototype 2026“, ein neues Konzeptfahrzeug. Es handelt sich vermutlich um einen SUV oder Crossover, der ab 2028 auf den US-Markt kommen soll. Die Botschaft ist klar: Das Joint Venture baut eine nachhaltige Markenfamilie auf, nicht nur ein Experiment.

Ausblick: Die Bewährungsprobe steht noch aus

Während die ersten Einheiten in Ohio vom Band rollen, beobachtet die Branche nun die Auslieferungslogistik und die Stabilität der Software. Der Erfolg der „Quality Gate“-Prüfung wird entscheidend sein, um anfängliche Qualitätsprobleme zu vermeiden, wie sie neue EV-Hersteller oft plagen.

Die kommenden Monate sind kritisch für die Finalisierung des Software-Ökosystems. Die nahtlose Funktion der Azure-OpenAI-Integration unter realen Bedingungen muss sich bewähren. Gelingt das Vorhaben, könnte die Afeela 1 einen neuen Maßstab setzen, wie sich künstliche Intelligenz und Automobiltechnik verbinden. Sie würde die Industrie zwingen, die Definition eines „Smart Cars“ neu zu denken. Zunächst liegt der Fokus jedoch darauf, die ersten Fahrzeuge an jene Kunden auszuliefern, die seit der ersten Vorstellung als Vision-S-Konzept vor Jahren warten.

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