SoftPOS, Smartphone

SoftPOS: Das Smartphone wird zur mobilen Kasse

22.01.2026 - 19:25:12

Softwarebasierte Kassenlösungen erobern den globalen Handel. Anbieter wie EdfaPay und Lightspeed expandieren, während Studien ein Wachstum auf 540 Milliarden Dollar bis 2030 prognostizieren.

Die Ära klobiger Kassenterminals ist vorbei. Weltweit verwandeln Händler ihre Android-Smartphones in vollwertige Kartenleser – und sparen sich teure Hardware.

Diese Software-POS-Lösungen (SoftPOS) nutzen den eingebauten NFC-Chip moderner Handys, um kontaktlose Zahlungen von Karten, Smartwatches oder digitalen Geldbörsen wie Google Pay zu akzeptieren. Für Kleinsthändler, Handwerker oder Marktstände eröffnet das den einfachen Einstieg in den digitalen Zahlungsverkehr. Zwei aktuelle Meldungen unterstreichen den globalen Boom: Das Fintech EdfaPay startete diese Woche offiziell in Saudi-Arabien durch, während der Handelsplattform-Riese Lightspeed seine Lösung gleich in sieben neuen Ländern live schaltete.

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Globale Expansion erhält Rückenwind

Die weltweite Verbreitung der Technologie erhält derzeit kräftigen Schub durch regulatorische Freigaben und strategische Markteintritte.

Am 22. Januar 2026 gab EdfaPay bekannt, die technische Freigabe der saudischen Zentralbank (SAMA) für sein „Smart SoftPOS“-Angebot erhalten zu haben. Jeder Händler im Königreich kann nun mit einem Android-Gerät Zahlungen annehmen – ein Schritt, der perfekt zur digitalen Agenda von „Vision 2030“ passt. EdfaPay stellt die Infrastruktur bereit, über die Banken und Lizenznehmer ihren Kunden die softwarebasierte Lösung anbieten können.

Parallel dazu machte Lightspeed Commerce seine „Selling on Scanner“-Funktion für Android in sieben Ländern allgemein verfügbar. Händler in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Irland, Belgien und den Niederlanden können nun mit der App auf ihrem Tablet oder Smartphone direkt an der Ware oder im Lager bezahlen. Das erhöht die Flexibilität im Ladenalltag enorm.

So funktioniert die Technologie im Hintergrund

Der Prozess ist denkbar einfach: Der Verkäufer gibt den Betrag in eine zertifizierte App ein, der Kunde hält seine Karte oder sein Smartphone an das Händlergerät – fertig. Die Technologie nutzt den Standard-NFC-Chip, der in den meisten Android-Geräten verbaut ist.

Der größte Vorteil? Händler sparen sich die Anschaffung oder Miete teurer Kartenleser. Die gesamte Transaktion läuft über die App, die oft direkt mit Warenwirtschaft, CRM oder Analytics-Tools verbunden ist. Die Sicherheit steht dabei an erster Stelle. Führende Lösungen erfüllen strenge Industrienormen wie PCI CPoC und MPoC. Letztere ermöglicht sogar die sichere PIN-Eingabe auf dem Bildschirm des Smartphones für höhere Beträge.

Rettungsanker für kleine Händler und Schwellenländer

Die wahre Revolution findet bei Kleinstunternehmen und in Schwellenländern statt. Für Straßenhändler, Lieferdienste oder Solo-Selbstständige waren traditionelle Kassensysteme oft zu teuer und komplex. SoftPOS ändert das radikal. Der Einstieg in die digitale Wirtschaft erfordert jetzt nur noch ein kompatibles Smartphone und eine App.

Ein Paradebeispiel ist Nigeria. Dort machen regulatorische Änderungen und neue Kostenstrukturen SoftPOS gerade zur essenziellen Infrastruktur. Kartenzahlungen werden für viele Händler plötzlich günstiger und praktischer als andere digitale Überweisungen. Die Technologie hilft so, Bargeld zu verdrängen und die finanzielle Inklusion voranzutreiben. Ein Trend, der Schule machen dürfte.

Wettbewerb zwischen Android und Apple befeuert Innovation

Der Markt für softwarebasierte Kassen ist hart umkämpft. Während sich die hier genannten Lösungen auf Android konzentrieren, hat auch Apple mit „Tap to Pay on iPhone“ eine eigene Technologie im Portfolio. Diese Konkurrenz treibt die Innovation voran.

Die offene Android-Plattform ermöglicht jedoch einer breiteren Palette von Fintechs und Zahlungsdienstleistern – wie etwa Stripe –, eigene Lösungen zu entwickeln. Händler profitieren von dieser Vielfalt und können aus immer mehr Anbietern wählen, die Zahlungsabwicklung oft direkt in umfassende Business-Tools integrieren. Das Smartphone wird so zur Kommandozentrale für den gesamten Betrieb.

Prognose: Ein Milliardenmarkt entsteht

Die Wachstumsprognosen sind atemberaubend. Laut einer Studie von Juniper Research aus dem Jahr 2025 soll der globale Transaktionswert über SoftPOS von rund 24 Milliarden US-Dollar (2025) auf 540 Milliarden US-Dollar bis 2030 explodieren. Die aktuellen Markteintritte deuten darauf hin, dass diese Dynamik bereits voll im Gange ist.

Die Zukunft des Handels wird softwaredefiniert sein. Die weitere Integration mit Loyalty-Programmen, Echtzeit-Analytics und erweiterten Retail-Systemen wird das Smartphone zum unverzichtbaren Allround-Werkzeug für Händler jeder Größe machen. Angesichts der anhaltenden Beliebtheit kontaktloser Zahlungen und der weiter steigenden Verbreitung NFC-fähiger Geräte steht fest: Der Abschied von der dedizierten Hardware-Kasse ist eine der größten Umwälzungen im digitalen Handel.

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