Söder fordert 41-Stunden-Woche – Unternehmen setzen auf Flexibilität
09.01.2026 - 10:54:12Während die Politik über eine Stunde Mehrarbeit streitet, schaffen Unternehmen Fakten. Neue Daten zeigen: Flexible Lebensphasen-Modelle sind 2026 der Schlüssel zur Fachkräftesicherung.
Die Debatte um die Zukunft der Arbeit hat zum Jahresauftakt eine neue Schärfe erreicht. CSU-Chef Markus Söder fordert im Rahmen einer „Agenda 2.0“ eine Erhöhung der regulären Wochenarbeitszeit um eine Stunde. Doch in der betrieblichen Realität setzen Unternehmen zunehmend auf lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung. Sie wollen so dem Fachkräftemangel begegnen.
Politischer Schlagabtausch: Mehrarbeit vs. Balance
Söder argumentiert mit einer notwendigen „Leistungsoffensive“ für den Standort Deutschland. Arbeitgeberverbände unterstützen ihn und warnen, der Wohlstand sei ohne Mehrarbeit nicht zu halten.
Die IG Metall unter Christiane Benner weist die Forderung umgehend zurück. Der Industriestandort werde nicht durch pauschale Verlängerung gerettet, sondern durch Investitionen und gesunde Beschäftigte, betont die Gewerkschaftschefin. Interessant ist der strategische Schwenk: Die lautstark geforderte Vier-Tage-Woche mit vollem Lohnausgleich ist in den Hintergrund getreten. Stattdessen fokussieren sich Arbeitnehmervertreter nun auf lebensphasenorientierte Flexibilität.
Digitale Stempeluhr ermöglicht neue Modelle
Unabhängig vom politischen Streit schafft der Gesetzgeber neue Fakten. Die vollständige Umsetzung der elektronischen Arbeitszeiterfassung – die „Stempeluhr 2.0“ – ist in vielen Betrieben verpflichtend. Was als Bürokratie gefürchtet wurde, entpuppt sich als Katalysator für Flexibilität.
Die digitale Erfassung bildet die Basis für präzise Zeitwertkonten. Beschäftigte können so Überstunden oder Boni langfristig für Sabbaticals, Pflegezeiten oder einen früheren Renteneintritt ansparen. Die neue Transparenz verhindert zudem die „entgrenzte Arbeit“, bei der Beruf und Privatleben verschwimmen.
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So locken Unternehmen Fachkräfte 2026 an
Während in Berlin über die 41-Stunden-Woche debattiert wird, gehen viele Unternehmen den entgegengesetzten Weg. Für die Generation Z und Fachkräfte ist die „Souveränität über die eigene Zeit“ oft wichtiger als das reine Gehalt.
Vorreiter setzen auf strategische Modelle:
* Wahlmodelle: Beschäftigte entscheiden jährlich, ob sie mehr Geld oder mehr Freizeit erhalten.
* Rückkehr-Garantien: Spezielle Teilzeitmodelle verhindern die „Teilzeitfalle“ nach Eltern- oder Pflegezeit.
* Sabbatical-Optionen: Auszeiten von mehreren Monaten, finanziert durch vorangesparte Arbeitszeit.
Ein warnendes Beispiel kommt aus Griechenland. Das dort 2025 eingeführte Modell mit Sechs-Tage-Woche und 13-Stunden-Tagen wird von deutschen Experten kritisch gesehen. Es belastet die Gesundheit und senkt die Attraktivität der Branchen langfristig.
Paradigmenwechsel: Vom pauschalen zum individuellen Modell
Die Debatte markiert einen Wendepunkt. Dominierte früher die Utopie der generellen Vier-Tage-Woche, herrscht 2026 ein neuer Realismus. Die Erkenntnis setzt sich durch: Weder pauschale Faulheit noch pauschale Ausbeutung sind die Lösung.
Lebensphasenorientierte Arbeitszeit ist der Kompromiss. Sie versöhnt Produktivitätserfordernisse mit individuellen Bedürfnissen. So lässt sich das Arbeitsvolumen über das gesamte Erwerbsleben hochhalten, indem Burnouts in der „Rush Hour des Lebens“ zwischen 30 und 45 vermieden werden.
Heißer Frühling: Tarifrunden stehen an
Die Fronten für die kommenden Monate sind geklärt. Mit den anstehenden Tarifrunden 2026 – etwa in der Metall- und Elektroindustrie – wandert die Arbeitszeitfrage in die Verhandlungsräume. Die IG Metall hat Widerstand bei Angriffen auf die Arbeitszeitbalance signalisiert, was Warnstreiks im Frühjahr wahrscheinlich macht.
Beobachter erwarten, dass sich der Trend zu individuellen „Wahlmodellen“ in Tarifverträgen weiter festigt. Die Frage wird nicht mehr sein, ob alle mehr oder weniger arbeiten, sondern wie jeder Einzelne seine Arbeitskraft über verschiedene Lebensphasen hinweg am besten einbringen kann. Für wettbewerbsfähige Unternehmen führt 2026 an diesem flexiblen Angebot kein Weg vorbei.
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