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Social Media 2026: New York warnt vor süchtig machenden Algorithmen

09.01.2026 - 19:53:12

New York führt Warnhinweise für süchtig machende Plattform-Features ein. Eine Studie identifiziert Snapchat und TikTok als besonders riskant für Jugendliche, während ein neues Schlankheitsideal die Feeds dominiert.

New York führt Warnhinweise für süchtig machende Social-Media-Funktionen ein. Der Bundesstaat reagiert damit auf eine neue Studie, die spezifische Plattformen als besonders riskant für Teenager identifiziert. Gleichzeitig verdrängt ein neuer Schlankheitskult die Body-Positivity-Bewegung in den Feeds.

Das Gesetz verpflichtet Plattformen, Nutzer vor sogenannten „räuberischen“ (predatory) Features zu warnen. Dazu zählen das endlose Scrollen („Infinite Scrolling“) und Autoplay-Funktionen. Der Staat argumentiert, diese Mechanismen hielten Nutzer künstlich auf den Plattformen und erhöhten das Risiko, mit schädlichen Inhalten zum Körperbild konfrontiert zu werden.

„Ozempic-Ära“ verdrängt Body Positivity

In den sozialen Medien hat sich das Schönheitsideal dramatisch verschoben. Branchenbeobachter sprechen von einer „Ozempic-Ära“, die den Fortschritt der Body-Positivity-Bewegung zunichtemacht. Auf den Laufstegen waren zuletzt fast 95 Prozent der Models „Straight-Size“.

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Trotz Verbots spezifischer Hashtags wie #SkinnyTok finden Nutzer weiter Wege, extrem schlanke Körperideale zu propagieren. Die allgegenwärtige Diskussion um Abnehmspritzen etabliert eine neue „dünne Norm“. Psychologen bewerten diesen kulturellen Rückschritt als gefährlich für die mentale Gesundheit junger Menschen.

Studie: Nicht die Dauer, sondern die App ist entscheidend

Eine neue Studie der Universitäten Minnesota und Stanford liefert nun überraschende Erkenntnisse. Die im Dezember 2025 veröffentlichte Forschung nutzte die „Screenomics“-Methode, die die exakte Smartphone-Nutzung von 154 Teenagern analysierte.

Das zentrale Ergebnis: Die Gesamtdauer ist weniger ausschlaggebend als die genutzte Plattform.
* Die intensive Nutzung von Snapchat, TikTok und X (ehemals Twitter) korrelierte signifikant mit mehr Gewichtssorgen und Diätverhalten.
* Stark visuelle und algorithmisch getriebene Plattformen befeuern demnach das „Skinny-Mindset“ besonders.

Frankreich und EU planen schärfere Regeln

Der politische Druck auf die Tech-Branche wächst international. Während New York auf Warnhinweise setzt, gehen andere Länder weiter:
* Frankreich erwägt ein komplettes Nutzungsverbot sozialer Medien für unter 15-Jährige ab September 2026.
* Die EU arbeitet am „Digital Fairness Act“ (DFA). Die geplante Regelung zielt speziell auf süchtig machendes Design und „Dark Patterns“ ab. Der offizielle Gesetzesvorschlag wird für Ende 2026 erwartet.

Diese Initiativen markieren einen Strategiewechsel: Der Fokus verschiebt sich von der Inhaltsmoderation hin zur Regulierung des Plattform-Designs selbst. Es geht nun darum, die Architektur zu brechen, die Nutzer in schädliche Echokammern führt.

Grenzen der Moderation und Ausblick

Plattformen wie TikTok und Instagram haben ihre Richtlinien zwar verschärft, etwa durch Kennzeichnungspflichten für KI-Bilder. Doch gegen einen kulturellen Zeitgeist, der von Prominenten und Abnehm-Medikamenten geprägt ist, kommen technische Filter oft nicht an.

Für die Tech-Giganten wird 2026 zum Jahr der Compliance. Sie müssen ihre Algorithmen nun nachweisbar auf Sicherheit und nicht mehr nur auf maximale Nutzungsdauer optimieren. Ob das ausreicht, um den Trend zum „Skinny-Mindset“ zu brechen, ist die offene Frage der kommenden Monate.

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