SmartRay, Schweißnahtprüfung

SmartRay revolutioniert Schweißnahtprüfung mit KI

21.01.2026 - 13:54:12

Der Sensorikspezialist SmartRay reduziert mit einer neuen KI-basierten Zero-Shot-Technologie die Rüstzeiten für seine Inspektionssysteme drastisch und ermöglicht sofortige Qualitätskontrolle.

Der bayerische Sensorik-Spezialist SmartRay hat die Einrichtung seiner Prüfsysteme radikal beschleunigt. Ein neues KI-Paket für das Inspektionssystem JOSY reduziert die Rüstzeiten um bis zu 80 Prozent.

KI-Algorithmen machen Systeme sofort einsatzbereit

Der Clou der Neuentwicklung aus Wolfratshausen ist eine „Zero-Shot“-Grenzerkennung. Herkömmliche Systeme müssen mühsam für jede neue Bauteilgeometrie angelernt werden. Die KI von SmartRay erkennt die Schweißnahtgrenzen dagegen sofort – ohne manuelle Parametereinstellung oder Training mit Referenzteilen.

Laut Unternehmen identifiziert JOSY die fünf wichtigsten Schweißnahtmerkmale bereits beim ersten erfassten Teil. Die Qualitätskontrolle kann damit ohne Verzögerung starten. „Die Inspektionsdaten stehen ab der ersten Minute der Produktion zur Verfügung“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Prozessoptimierungen sind sofort möglich, statt erst nach einer langen Einlernphase.

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Autonome Anpassung an Produktionsschwankungen

Ein weiteres Problem automatisierter Schweißprozesse sind unvermeidliche Schwankungen. Verschiebt sich eine Nahtposition, müssen herkömmliche Sensoren oft manuell nachjustiert werden – das kostet Zeit und Produktivität.

Die neuen KI-Algorithmen sollen diese Anpassungen nun autonom vornehmen. Ändert sich die Nahtlage während des laufenden Betriebs, passt das System seine Prüfparameter automatisch an. „Das macht die Anlage in puncto Parametertuning nahezu wartungsfrei“, so Bernd Lorösch, Vice President der Business Unit JOSY bei SmartRay. Die Mitarbeiter könnten sich so auf die Analyse der Qualitätsdaten konzentrieren, anstatt die Anlage zu justieren.

Partnerschaft für den „Closed-Loop“-Workflow

Die Technologie wurde bereits im Dezember 2025 im EY European Industrial AI Innovation Hub in Stuttgart vorgestellt. Im Fokus stand ein geschlossener Arbeitsablauf, den SmartRay mit dem Software-Innovator Wandelbots und dem Digital-Dienstleister Grid Dynamics entwickelt hat.

Die Demonstration zeigte, wie das System Hardware mit einer Tool-Path-Generation-Software verbindet. Aus CAD-Modellen generiert es automatisch Inspektionspfade. Ziel der Kooperation ist es, manuelle Programmierfehler und Ausschussraten zu senken – besonders in der Automobilindustrie, einem Kernmarkt für SmartRay.

Trend zu „intelligenter“ Messtechnik beschleunigt sich

Die Einführung KI-gesteuerter Inspektionssysteme spiegelt einen breiten Trend wider: Die Fertigungsindustrie setzt zunehmend auf „smarte“ Messtechnik, um Effizienz zu steigern. SmartRay adressiert mit der vereinfachten Bedienbarkeit gleich zwei Herausforderungen: den Fachkräftemangel und den Druck, Produktionsgeschwindigkeiten zu erhöhen.

Die „Zero-Shot“-Inspektion ist besonders für variantenreiche Fertigung mit kleinen Losgrößen interessant. Hier sind lange Trainingszyklen für neue Bauteile wirtschaftlich nicht darstellbar. Die wartungsarme Betriebsweise passt zudem perfekt zum Trend zur „Lights-Out“-Produktion, bei der Anlagen möglichst unbeaufsichtigt laufen.

Ausblick: Schnelle ROI und tiefere Integration

Für Hersteller verkürzt die Technologie die kritische Anlaufphase zwischen Installation und Volllast erheblich. Das verspricht einen schnelleren Return on Investment (ROI).

Langfristig wird die Integration solcher KI-Systeme in übergeordnete Fertigungsmanagementsysteme (MES) voranschreiten. Die Vision: Inspektionsdaten lösen nicht nur eine Fehlermeldung aus, sondern korrigieren automatisch die Schweißparameter an vorgelagerten Stationen. Erste Fallstudien aus der europäischen Automobilzulieferindustrie, einer traditionellen Stärke von SmartRay, werden noch für 2026 erwartet.

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