Smartphone-Hersteller unter Druck: Globaler Kampf gegen unerwünschte Vorinstallierte Apps
18.01.2026 - 03:23:12Indien und die EU treiben eine weltweite Bewegung an, die Nutzern mehr Kontrolle über ihre Geräte gibt. Regierungen sehen in nicht löschbaren Vorab-Apps, sogenanntem „Bloatware“, zunehmend ein Sicherheitsrisiko. Neue Regulierungen könnten die Praxis der Hersteller grundlegend ändern.
Indien plant radikale Sicherheitsreform
Im riesigen indischen Smartphone-Markt wird derzeit ein neuer Sicherheitsrahmen diskutiert. Die geplanten Indian Telecom Security Assurance Requirements (ITSAR) sehen vor, dass Nutzer alle nicht-essentiellen vorinstallierten Apps deinstallieren können müssen. Das ist Teil einer breiteren Initiative zum Schutz persönlicher Daten.
Die Konsultationen verliefen nicht ohne Kontroversen. Medienberichte über eine mögliche Pflicht zur Offenlegung von proprietärem Quellcode durch Hersteller wies das Elektronikministerium (MeitY) jedoch kürzlich zurück. Die Klarstellung entlastete die Industrie und lenkte den Fokus auf das Kernthema: das Recht auf Entfernung unerwünschter Software.
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Lektion aus der Vergangenheit: Der „Sanchar Saathi“-Rückzieher
Die indische Regierung agiert heute konsultativer – auch wegen einer eigenen Fehlentscheidung. Ende 2025 hatte sie die Vorinstallation der staatlichen Cybersicherheits-App „Sanchar Saathi“ angeordnet. Auf massive Kritik von Industrie und Datenschützern folgte im Dezember 2025 der offizielle Rückzug des Mandats.
Die App sei freiwillig und jederzeit deinstallierbar, so die Klarstellung der Regierung. Der freiwillige Download-Anstieg zeige, dass Zwang nicht nötig sei. Dieser pragmatische Kurswechsel gilt als positives Signal für die aktuellen ITSAR-Gespräche.
Vorbild Europa: Der Digital Markets Act setzt Maßstäbe
Die EU geht mit ihrem Digital Markets Act (DMA) bereits voran. Das seit 2023 voll anwendbare Gesetz verpflichtet Tech-Giganten als „Gatekeeper“, Nutzern das einfache Deinstallieren vorinstallierter Software zu ermöglichen.
Die Wirkung ist spürbar: Microsoft kündigte Mitte 2025 an, Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sogar das Entfernen des eigenen Microsoft Stores zu erlauben. Der DMA, gestützt auf hohe Strafen bei Nichtbefolgung, setzt einen globalen Maßstab für digitale Nutzerrechte.
Die große Abwägung: Sicherheit vs. Geschäftsmodell
Der globale Trend bedeutet einen Machtwechsel zwischen Verbrauchern, Herstellern und Regulierern. Für Nutzer geht es um mehr Sicherheit, bessere Performance und persönliche Freiheit. Experten warnen seit langem vor vorinstallierten Apps als potenzielles „Sicherheitsrisiko“ mit tiefen Systemrechten.
Für die Hersteller hingegen gerät ein lukratives Geschäftsmodell unter Druck. Einnahmen aus Vereinbarungen mit App-Entwicklern für Vorinstallationen schrumpfen. Zudem argumentieren sie, dass manche Apps tief im System verwoben und für Kernfunktionen essentiell seien. Die Debatte wird neu definieren, was „essentiell“ ist – und was überflüssiger Ballast.
Ausblick: Mehr Nutzerkontrolle ist unaufhaltsam
Die Richtung ist klar: Die Ära des mündigen Nutzers bricht an. In Indien sucht die Regierung im ITSAR-Prozess weiter den Ausgleich zwischen Industrieinteressen und Bürgerschutz. Weltweit dient der EU-DMA als Blaupause für andere Länder.
Die Praxis, Geräte mit nicht entfernbarer Software auszuliefern, scheint auf absehbare Zeit zu enden. Das zentrale Thema für 2026 und darüber hinaus bleibt die Forderung nach mehr Kontrolle, Sicherheit und Transparenz auf dem persönlichsten aller digitalen Geräte: dem Smartphone.
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