Simulatoren, Pflichtprogramm

Simulatoren werden 2026 zum Pflichtprogramm für Führerschein und Firmen

29.12.2025 - 20:23:12

Das Verkehrsministerium führt Simulatoren als Teil der Fahrausbildung ein, um Kosten zu senken und die Sicherheit zu erhöhen. Die Neuregelung betrifft auch die betriebliche Unterweisung von Fahrzeugflotten.

Ab 2026 gehören Fahrsimulatoren offiziell zur Fahrschul-Ausbildung und zur betrieblichen Sicherheitsunterweisung. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte die Reform kurz vor Jahresende 2025. Ziel ist es, die Kosten für den Führerschein zu senken und gleichzeitig die Sicherheit auf deutschen Straßen zu erhöhen.

Simulatoren als fester Teil der Fahrausbildung

Laut Berichten vom Montag, 29. Dezember 2025, dürfen Fahrschüler künftig einen Teil ihrer praktischen Pflichtstunden in zertifizierten Simulatoren absolvieren. Das betrifft besonders das Training für den B197-Führerschein mit Schaltgetriebe sowie das Üben von Gefahrensituationen, die auf öffentlichen Straßen zu riskant wären.

Die Reform ist eine direkte Antwort auf die explodierenden Kosten für den Führerschein im letzten Jahrzehnt. Komplexe Manöver im virtuellen Raum zu trainieren, soll die teuren Stunden im echten Verkehr reduzieren. Doch kann eine Simulation den Stress im echten Stadtverkehr wirklich ersetzen?

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Durchbruch für die betriebliche Sicherheitsunterweisung

Die Neuregelung hat weitreichende Folgen für Unternehmen mit Fahrzeugflotten. Bislang zögerte mancher Fuhrparkleiter, Simulatoren für die jährliche Sicherheitsunterweisung nach DGUV Vorschrift 70 einzusetzen. Jetzt, da die Technologie für den Erwerb der Fahrerlaubnis anerkannt ist, erhält sie auch für deren Erhalt neues Gewicht.

Der Vorteil für Firmen ist klar: Mitarbeiter trainieren risikofrei kritische Szenarien wie Glatteis oder Aquaplaning. Dies unterstützt die „Vision Zero“-Ziele von Sicherheitsorganisationen wie DEKRA, die bis 2030 die Zahl der Verkehrstoten auf null reduzieren wollen. Digitale Trainingsprotokolle der Simulatoren schaffen zudem einen lückenlosen Nachweis für die Compliance.

Gemischte Reaktionen und regulatorischer Kontext

Die Reaktionen auf die Ankündigung fallen geteilt aus. Befürworter verweisen auf Studien, die den Lerneffekt in High-Tech-Simulatoren belegen. Kritiker zweifeln, ob das taktile Feedback und der psychologische Druck des echten Verkehrs virtuell abgebildet werden können.

Die Reformen sind Teil eines größeren Pakets für 2026. Dazu gehören:
* Ein steigender CO2-Preis auf 55-65 Euro pro Tonne ab Januar, der spritsparendes Fahren noch wichtiger macht.
* Die finale Umtauschfrist für Papier-Führerscheine (1999-2001) am 19. Januar 2026.
* Verschärfte Sicherheitsvorgaben für Lagereinrichtungen, die parallel von der DGUV aktualisiert wurden.

Ausblick: Simulatoren werden zum neuen Standard

Für Fahrschulen und gewerbliche Anbieter bedeutet die Reform erhebliche Investitionen in zertifizierte Hardware. Experten erwarten, dass sich simulatorgestütztes Training bis Ende 2026 zum Standard für große Flotten entwickelt. Getrieben wird dieser Wandel von Kostendruck und dem Bedarf nach qualitativ hochwertiger, dokumentierbarer Ausbildung. Die virtuelle Realität wird damit vom Nischen- zum Kernelement der deutschen Verkehrssicherheitsstrategie.

@ boerse-global.de