Sifa-Reform, Psychologen

Sifa-Reform: Psychologen und Biologen stärken Arbeitsschutz

15.01.2026 - 07:51:12

Eine historische Reform öffnet den Weg zur Fachkraft für Arbeitssicherheit für neue Berufsgruppen. Seit Jahresbeginn können auch Psychologen und Biologen die Qualifikation erwerben – ein Paradigmenwechsel für den betrieblichen Gesundheitsschutz.

Bislang war die Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) eine Domäne für Ingenieure und Techniker. Die novellierte DGUV Vorschrift 2 bricht mit dieser Tradition. Absolventen der Arbeitspsychologie, Biologie, Humanmedizin, Chemie, Physik und Ergonomie können nun die Ausbildung beginnen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) reagiert damit auf die moderne Arbeitswelt. Psychische Belastungen und biologische Gefahren erfordern spezifisches Fachwissen, das über klassische Techniksicherheit hinausgeht.

„Diese Erweiterung ist ein entscheidender Schritt“, erklärt ein Sprecher der DGUV. „Sie passt die betriebsärztliche Betreuung an die Realitäten des 21. Jahrhunderts an.“

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Gezieltere Personalauswahl für Unternehmen

Für Unternehmen bedeutet die Neuregelung mehr Flexibilität. Sie können ihre Sifa künftig gezielter nach den spezifischen Risiken ihres Betriebs auswählen. Ein Chemiekonzern profitiert von einem Experten mit chemischem Hintergrund. Ein Forschungsinstitut oder Krankenhaus benötigt profundes Wissen im Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen.

Die Integration von Arbeitspsychologen ist eine direkte Antwort auf gesetzliche Vorgaben. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen ist seit Jahren Pflicht, stellt viele Betriebe aber vor praktische Herausforderungen. Psychologen bringen das Handwerkszeug mit, um Stress, Burnout oder Monotonie systematisch zu analysieren und wirksame Prävention zu entwickeln.

Fachverbände sehen Chance und Herausforderung

Die Branche begrüßt den interdisziplinären Ansatz grundsätzlich. Der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) erwartet eine höhere Qualität im Arbeitsschutz und einen Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels.

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) sieht die Öffnung als positives Signal. Gleichzeitig mahnt der Verband zur konsequenten Umsetzung: „Die psychologische Fachkompetenz muss als eigenständige Säule im Arbeitsschutz etabliert werden“, so eine Sprecherin. Die reine Integration in die bestehende technische Ausbildung könnte zu kurz greifen, um den komplexen psychischen Belastungen gerecht zu werden.

Ausblick: Neue Karrierewege und innovativer Präventionsschutz

Mit dem Inkrafttreten der Reform beginnt nun die Phase der praktischen Umsetzung. Ausbildungsträger passen ihre Lehrgänge an die neuen Zielgruppen an. Für Hochschulabsolventen der nun zugelassenen Fächer eröffnet sich ein attraktives und zukunftssicheres Berufsfeld.

Die multidisziplinäre Besetzung der Sifa-Teams verspricht innovative Lösungen. Die Kombination aus technischem, psychologischem und naturwissenschaftlichem Wissen könnte die Präventionsarbeit effektiver und anpassungsfähiger machen. Die Unternehmen sind nun am Zug: Sie müssen diese neuen Möglichkeiten nutzen, um ihren Arbeitsschutz zukunftsfest aufzustellen.

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