Serve, Robotics

Serve Robotics übernimmt mit Diligent Robotics den Gesundheitsmarkt

23.01.2026 - 04:04:12

Serve Robotics erwirbt Diligent Robotics für 29 Mio. Euro und steigt mit der KI-Plattform Moxi in die Krankenhausautomatisierung ein, um eine universelle Roboterflotte zu schaffen.

Serve Robotics stürmt mit einer Übernahme ins Gesundheitswesen. Der Pionier für Lieferroboter zahlt 29 Millionen Euro für einen Spezialisten für KI-gesteuerte Krankenhaushelfer – und befeuert damit die Vision einer universellen Roboter-Plattform.

Die Übernahme von Diligent Robotics katapultiert das Börsenunternehmen aus der Logistik in den lukrativen Sektor der Krankenhausautomatisierung. Nach anfänglichem Kursrutsch gewann die Aktie wieder, als Investoren das langfristige Potenzial des Deals erkannten. Serve, ein 2021 von Uber ausgegründetes Unternehmen, betreibt über 2.000 autonome Lieferroboter in US-Städten. Mit dem Kauf steigt es nun in den hochwertigen Gesundheitsmarkt ein.

Vom Bürgersteig auf den Krankenhausflur: Ein strategischer Quantensprung

Der Schritt markiert eine fundamentale Erweiterung für Serve. Das Unternehmen wandelt sich von einem spezialisierten Lieferdienst zu einer umfassenden „Full-Stack“-Autonomieplattform. Diese soll sowohl draußen als auch in komplexen Innenräumen navigieren können.

Durch die Übernahme erhält Serve sofortigen Zugang zum Gesundheitssektor. Die Integration von Diligents Expertise in Indoor-Navigation mit Serves etablierter KI-Plattform soll ein leistungsstarkes, einheitliches Ökosystem schaffen. Der Deal soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

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Der „Moxi“-Faktor: Ein etabliertes Produkt für hohe Umsätze

Herzstück der Übernahme ist Diligents Flaggschiff „Moxi“. Dieser KI-gesteuerte Roboter-Assistent unterstützt Pflegekräfte bei routinemäßigen logistischen Aufgaben. Das 2017 gegründete Unternehmen hat seine Moxi-Roboter bereits in über 25 US-Krankenhäusern im Einsatz. Sie haben mehr als 1,25 Millionen autonome Lieferungen absolviert – von Medikamenten bis zu Laborproben.

Die finanzielle Perspektive ist verlockend: Jede Klinik, die Moxi-Roboter einsetzt, soll jährlich zwischen 200.000 und 400.000 Euro Umsatz generieren. Für Serve eröffnet dies eine substantielle, neue Einnahmequelle. Diligent wird als Tochtergesellschaft weitergeführt, Mitgründerin Andrea Thomaz bleibt Geschäftsführerin.

Eine KI für alle: Die Geburt einer lernenden Roboterflotte

Ein zentraler technologischer Vorteil der Fusion ist der Plan, einen gemeinsamen KI-Stack für Serves Lieferroboter und Diligents Moxi zu schaffen. Dies etabliert ein mächtiges „Daten-Schwungrad“: Jeder Roboter in der kombinierten Flotte lernt aus den Erfahrungen aller anderen – ob auf dem Gehweg oder im Krankenhausflur.

Dieses gemeinsame Lernen soll die Entwicklung intelligenterer Roboter dramatisch beschleunigen. Interessant dabei: Die Roboter beider Unternehmen basieren bereits auf KI-Technologie von Nvidia, was die Integration erleichtern könnte.

Marktanalyse: Blaupause für die Robotik-Branche?

Die Übernahme ist ein kühnes Statement zur Zukunft der Automatisierung. Serve positioniert sich damit als Schlüsselakteur im Feld der „Physical AI“. Die Diversifizierung bestätigt die Anpassungsfähigkeit seiner Kerntechnologie und erschließt neue, margenstarke Märkte.

Die anfängliche negative Börsenreaktion spiegelte berechtigte kurzfristige Bedenken zur Profitabilität wider. Die anschließende Erholung deutet jedoch an, dass der Markt beginnt, den langfristigen strategischen Wert zu erkennen. Analysten sehen darin möglicherweise eine Blaupause dafür, wie spezialisierte Robotikfirmen durch Fusionen robuster und wertvoller werden können.

Mit dem bevorstehenden Dealabschluss liegt der Fokus nun auf der Integration der Teams und Technologien. Das primäre Ziel ist die rasche Ausweitung der Moxi-Einführung in weitere Krankenhäuser. Für Serve Robotics ist dies mehr als eine Expansion – es ist eine Transformation hin zu einem Anbieter, der Alltagsaufgaben in völlig unterschiedlichen Umgebungen automatisiert.

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