Seniorenwahlen 2026: Digitale Kluft trotz analoger Stimmzettel
05.01.2026 - 13:40:12Die ersten Seniorenbeiratswahlen des Jahres offenbaren einen Widerspruch: Während gewählt wird wie vor 50 Jahren, findet der Wahlkampf zunehmend online statt. Kommunen suchen nach Wegen, die digitale Teilhabe der Generation 60+ zu stärken, ohne sie von der Urne auszuschließen.
Wahlkampf im Netz, Stimmabgabe per Post
In deutschen Rathäusern läuft die heiße Phase der Vorbereitungen. In Hannover startet am 27. Januar das Wahlverfahren für 200 Delegierte, die dann den 13-köpfigen Seniorenbeirat bestimmen. Bis zum 23. Februar entscheiden ausschließlich Briefwahl-Unterlagen über die Besetzung. Ein ähnliches Bild zeigt sich im hessischen Marburg, wo am 11. Februar traditionell gewählt wird.
Doch dieser analoge Wahlakt steht in krassem Gegensatz zur digitalen Informationswelt. Die eigentliche Debatte, die Vorstellung der Kandidaten und die politische Meinungsbildung – sie finden immer häufiger im Netz statt. „Der Wahlkampfplatz ist heute digital, die Urne aber bleibt aus Papier“, beschreibt ein Kommunalexperte das Dilemma. Für viele ältere Menschen entstehe so eine unsichtbare Hürde.
Passend zum Thema digitale Teilhabe: Viele Seniorinnen fühlen sich überfordert, wenn Kommunen Services in Apps bündeln – dabei genügen oft einfache, verständliche Schritte, um Smartphone & Dienste sicher zu nutzen. Der kostenlose PDF‑Ratgeber „Android Smartphone – Ihr Schritt‑für‑Schritt‑Training“ erklärt in klarem Deutsch, wie Sie Ihr Gerät einrichten, WhatsApp, E‑Mail und Fotos bedienen und enthält einen gratis 5‑teiligen E‑Mail‑Einsteigerkurs. Ideal für Leserinnen 60+, die digital souveräner werden wollen. Gratis-Android-Einsteigerkurs sichern
Goslar setzt auf Integration in die Smart City
Ein Vorreiter bei der digitalen Ansprache ist Goslar. Die Stadt integrierte vergangenes Wochenende die Seniorenvertretung direkt in die städtische „Goslar App“. Nutzer können die Vertretung nun wie andere Dienstleistungen – etwa die Müllabfuhr – als Kanal abonnieren und erhalten Push‑Nachrichten.
Dieser Schritt ist mehr als ein technisches Update. Er macht Seniorenpolitik im digitalen Stadtraum sichtbar und erreichbar. Statt auf monatliche Papier-Newsletter setzt Goslar auf Echtzeit-Kommunikation. „Wir holen die Seniorenvertretung aus der analogen Nische und platzieren sie dort, wo heute kommuniziert wird: im Smartphone“, erklärt ein Stadtsprecher.
Die globale Herausforderung: Digitale Teilhabe als Bürgerrecht
Das deutsche Ringen um digitale Inklusion ist Teil eines weltweiten Trends. Eine Analyse des Magazins The Diplomat warnt vor einer „Generationen-Kluft in der Governance“. Die eigentliche Ungleichheit liege heute weniger im Internetzugang, sondern in der digitalen Souveränität.
Wenn Wahlinformationen, Antragsformulare und Debatten primär online stattfinden, verlieren technisch weniger versierte Sener*innen de facto ihr Mitbestimmungsrecht – selbst wenn sie formal wählen dürfen. Südkorea diene als warnendes Beispiel, wo sich die Bürgerschaft entlang der Generationenlinien zu spalten drohe.
Der hybride Weg: Digitale Info, analoge Urne
Die meisten Kommunen setzen daher auf einen Mittelweg. Die bayerische Gemeinde Emmering etwa bietet seit Dezember digitale Antragsformulare an, hält aber parallel physische Anlaufstellen im Rathaus offen. Auch Hannover begründet die Beibehaltung der Briefwahl mit Sicherheitsbedenken und der gewohnten Handhabung.
„2026 könnte ein Wendepunkt werden“, meint eine Beobachterin der Digitalisierungs-Szene. „Das Backend der Wahlen – also Information und Kampagne – wandert in Apps und Portale. Das Frontend – die Stimmabgabe – bleibt analog. Der Erfolg wird davon abhängen, wie gut wir diese Lücke schließen.“
Teilnahmequoten als Gradmesser
In den kommenden Wochen richten sich die Blicke auf die Wahlbeteiligung in Hannover und Marburg. Sollte sich zeigen, dass digitale Kanäle wie die Goslar App tatsächlich mehr Senior*innen zur Stimmabgabe motivieren, dürften andere Städte nachziehen.
Sinken die Teilnahmequoten jedoch, könnte es Forderungen nach einer Rückkehr zu flächendeckender Papierkommunikation geben. Die Seniorenbeiräte beraten schließlich in zentralen Fragen – von barrierefreiem Wohnraum bis zur Pflegeinfrastruktur. Dass ihre Wahl sowohl modern als auch inklusiv ist, bleibt eine der drängendsten kommunalpolitischen Aufgaben dieses Jahres.
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