Selbstorganisation, Kliniken

Selbstorganisation: Kliniken setzen auf agile Teams gegen Fachkräftemangel

21.01.2026 - 05:25:12

Krankenhäuser und Pflegeheime setzen auf eigenverantwortliche Teams nach niederländischem Vorbild, um Arbeitszufriedenheit zu steigern und Bürokratie abzubauen.

Krankenhäuser und Pflegeheime führen selbstorganisierte Teams ein. Sie reagieren damit auf den akuten Personalmangel und die hohe Arbeitsbelastung. Der Ansatz verspricht mehr Zufriedenheit für die Mitarbeiter und bessere Versorgung für die Patienten.

Vom Chef-Befehl zur Team-Autonomie

Statt auf Anweisungen von oben zu warten, organisieren sich Pflegekräfte in kleinen, eigenverantwortlichen Einheiten. Diese Teams übernehmen die komplette Versorgung „ihrer“ Patienten – von der Dienstplanung bis zur Abstimmung mit Ärzten. Vorbild ist oft das niederländische Modell „Buurtzorg“. Dort betreuen Teams von maximal zwölf Personen Patienten in einem klar umrissenen Gebiet.

Das Ziel: Bürokratie abbauen und den Pflegekräften endlich mehr Gestaltungsspielraum geben. Sie sollen ihre Ideen einbringen und kreative Lösungen für den stressigen Alltag finden.

Der Chef wird zum Coach

Diese neue Arbeitsweise stellt die Führungsetagen vor völlig neue Aufgaben. Aus dem klassischen Manager, der kontrolliert und anweist, wird ein Coach und Enabler. Seine Hauptaufgabe ist es nicht mehr, den Tagesablauf zu steuern, sondern die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

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Das bedeutet:
* Teams den nötigen Freiraum für Entscheidungen geben
* Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben
* Sie vor bürokratischen Hürden schützen

Gefragt sind jetzt Empathie, klare Kommunikation und die Fähigkeit, eine Kultur zu schaffen, in der Fehler als Lernchance gelten.

Mehr Zufriedenheit, weniger Bürokratie

Die Vorteile des Wandels sind vielfältig. Praxisbeispiele zeigen: Mehr Eigenverantwortung steigert die Arbeitszufriedenheit und die Bindung an den Beruf – ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Gleichzeitig werden Abläufe effizienter. Durch den Abbau von Hierarchieebenen können Teams flexibler auf Patientenbedürfnisse reagieren. Für viele Pflegekräfte ist das Gefühl, wieder mehr Zeit für den Menschen und weniger für Formulare zu haben, eine enorme Entlastung.

Der harte Weg zur agilen Klinik

Doch der Übergang ist anspruchsvoll. Die größte Hürde ist der kulturelle Wandel. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte müssen bereit sein, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen.

Hinzu kommen starre gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland, etwa bei der Abrechnung. Sie erschweren flexible Arbeitsmodelle. Selbstorganisation braucht zudem klare Regeln und exzellente Kommunikation, um nicht im Chaos zu enden. Die Transformation erfordert Investitionen in Schulungen auf allen Ebenen.

New Work als Rettungsanker für das System

Die Bewegung ist Teil des größeren Trends „New Work“. Dem Gesundheitswesen gehen nicht die Finanzen, sondern die Menschen aus. Starre Hierarchien gelten für viele, besonders junge, Fachkräfte als abschreckend.

Agile Methoden aus der IT-Branche sollen nun helfen, Kliniken anpassungsfähiger zu machen. Pilotprojekte wie „Meine Station“ am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau zeigen bereits Erfolge: Durch selbstgesteuerte Teams verbesserten sich Arbeitsbedingungen und Zusammenarbeit grundlegend.

Ein Wandel, der erst beginnt

Die Transformation steht noch am Anfang, aber sie scheint unumkehrbar. In den kommenden Jahren werden wohl weitere Häuser agile Methoden testen. Die Digitalisierung mit Kollaborations-Tools und elektronischen Patientenakten wird die nötige Infrastruktur liefern.

Langfristig könnte der Druck sogar die Gesetzgebung verändern, um flexiblere Versorgungsmodelle zu ermöglichen. Für Führungskräfte ist klar: Coaching-Kompetenz wird zur neuen Kernqualifikation für die Gesundheitsversorgung von morgen.

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