SEDA-Plattform: Bürger stürmen Österreichs neue Vorschlagsplattform
28.12.2025 - 00:42:11Die neue Online-Plattform SEDA für Bürger-Vorschläge zum Bürokratieabbau verzeichnet einen Ansturm. Seit ihrem Start Ende Oktober 2025 gingen bereits Tausende Eingaben ein. Die Regierung hat erste Vorschläge nun in konkrete Gesetzesvorhaben übersetzt.
Unter der Federführung von Staatssekretär Sepp Schellhorn schuf die Regierung mit seda.gv.at einen niederschwelligen Kanal. Bürger und Unternehmen können dort direkt auf überflüssige Vorschriften oder komplizierte Amtswege hinweisen. Das Ziel: Zeit und Nerven sparen, wo kein Steuergeld fließt.
Bereits in den ersten Tagen nach dem Start meldeten sich über 1.400 Nutzer. Bis Ende Dezember vervielfachte sich diese Zahl. Die Plattform entwickelte sich zu einem der aktivsten Kanäle für Bürgerbeteiligung.
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Erste Vorschläge werden Gesetz
Die hohe Beteiligung zeigt direkte Wirkung. Anfang Dezember legte Staatssekretär Schellhorn dem Ministerrat ein erstes Maßnahmenpaket vor, das auf dem Bürger-Input basiert. Klare Schwerpunkte der eingereichten Vorschläge sind:
* Die Vereinfachung der Lohnverrechnung
* Geringere Aufbewahrungspflichten für Unternehmen
* Die Digitalisierung von Amtswegen
Besonders kleine und mittlere Unternehmen nutzen die Plattform. Sie weisen auf doppelte Datenerfassung bei verschiedenen Behörden hin. Die Regierung will deshalb das “Once-Only”-Prinzip nun forcieren.
Bürokratieabbau als wirtschaftliche Notwendigkeit
Der Hintergrund ist ernst: Die Bürokratiekosten in Österreich belasten die Wirtschaft jährlich mit geschätzten 15 Milliarden Euro. In Zeiten wirtschaftlichen Drucks ist Entlastung kein “Nice-to-have”, sondern eine harte Notwendigkeit für den Standort.
Wirtschaftsverbände begrüßen die Initiative ausdrücklich. Sie sehen darin ein überfälliges Werkzeug, um Innovationen zu entfesseln und Österreich wettbewerbsfähiger zu machen.
Die eigentliche Arbeit beginnt erst
Experten werten den Start als vollen Erfolg, mahnen aber zur Vorsicht. Das Sammeln von Ideen sei der einfache Teil. Die wahre Herausforderung liege in der Umsetzung gegen träge Verwaltungsstrukturen und Interessengruppen.
Kann die Regierung auch unbequeme Vorschriften streichen? Die nächsten Monate werden es zeigen. Mit über 160 Vorschlägen, die bereits in die Ressortabstimmung gingen, signalisiert sie jedoch neuen Reformwillen.
Transparenz und Druck für 2026
Im neuen Jahr tritt die Initiative in ihre entscheidende Phase. Für das erste Quartal 2026 sind weitere Gesetzesbeschlüsse angekündigt. Geplant ist auch, die Plattform um eine Nachverfolgungsfunktion zu erweitern.
So können Bürger den Status ihrer Vorschläge transparent verfolgen. Der Druck auf die Ministerien, Rechenschaft über bestehende Hürden abzulegen, wird damit steigen. Ob SEDA zum Motor der Modernisierung wird, entscheidet sich jetzt.
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