SEC, KI-Hype

SEC nimmt KI-Hype und IT-Dienstleister ins Visier

16.01.2026 - 19:02:12

Die US-Börsenaufsicht verschärft 2026 die Prüfung von KI-Versprechen und Risiken externer Technologieanbieter für Finanzunternehmen. Transparentere Kontrollen und strengere Governance-Nachweise sind gefordert.

Die US-Börsenaufsicht SEC startet 2026 eine Offensive gegen übertriebene KI-Versprechen und lasche Kontrollen bei externen Technologieanbietern. Unter neuer Führung setzt die Behörde auf transparentere Prüfungen.

Die Financial Industry muss sich auf schärfere Kontrollen einstellen. Im Fokus stehen sogenanntes „AI Washing“ – also das Aufbauschen von KI-Fähigkeiten zu Marketingzwecken – und Risiken durch externe IT-Dienstleister. Die Prüfprioritäten für 2026 markieren eine klare Warnung an Banken, Broker und Fondsgesellschaften: Wer mit künstlicher Intelligenz wirbt, muss auch die nötigen Governance-Strukturen nachweisen können.

Kampf gegen das „KI-Blabla“

Die Aufseher werden 2026 besonders genau hinschauen, wie Finanzunternehmen ihre Nutzung künstlicher Intelligenz darstellen. Im Visier steht die Praxis, KI-Fähigkeiten zu übertreiben, um Investoren und Kunden anzulocken. Prüfer analysieren Werbematerialien, Offenlegungsdokumente und Kundenkommunikation auf irreführende Aussagen.

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Firmen müssen umfassende Richtlinien und Verfahren vorweisen, die den Einsatz von KI-Technologien in allen Bereichen überwachen. Dazu zählen Betrugsprävention, Handel, Portfoliomanagement und Backoffice-Abläufe. Besondere Sorge bereiten den Regulierern undurchsichtige „Black-Box“-KI-Modelle, deren Entscheidungsprozesse nicht nachvollziehbar sind. Unternehmen müssen die von ihnen genutzten Tools verstehen und über Risikobewertungsrahmen verfügen.

Externe Anbieter unter der Lupe

Angesichts der wachsenden Abhängigkeit von externen Technologieanbietern rückt das Third-Party Risk Management in den Fokus. Die SEC verschärft die Prüfung, wie Firmen essentielle Dienstleister – besonders für KI, automatisierte Anlagetools und Handelsalgorithmen – überwachen.

Die Aufseher kontrollieren, ob due Diligence und laufende Überwachung dieser Partner angemessen sind. Eine zentrale Befürchtung: Unternehmen könnten ihre treuhänderischen Pflichten outsourcen, ohne ausreichende Kontrollen zu etablieren. Geprüft werden Governance-Praktiken, interne Kontrollen und Datensicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Anbietern. Dieser Schwerpunkt hängt eng mit Cybersicherheit und der Einhaltung von Datenschutzregeln wie der angepassten Regulation S-P zusammen.

Neuer Kurs unter Chairman Atkins

Die Prioritäten sind die ersten unter SEC-Chef Paul S. Atkins und deuten einen philosophischen Wandel an. Atkins kündigte einen Wechsel von punitiven „Gotcha“-Überprüfungen hin zu einem konstruktiveren, transparenteren Dialog mit den Firmen an.

Neben der Technologie betont die Behörde weiterhin klassische Compliance-Bereiche. Dazu gehören die Wahrung treuhänderischer Pflichten – besonders für Privatanleger und Altersvorsorge – sowie das Management von Interessenkonflikten. Komplexe Anlageprodukte wie bestimmte ETFs und Alternative Investments bleiben unter Beobachtung. Auffällig: Erstmals seit 2021 fehlt ein eigener Abschnitt zu Krypto-Assets – ein möglicher Hinweis auf veränderte Schwerpunkte.

Analyse: Hype versus Realität

Der verschärfte Fokus auf KI und Anbieterrisiken ist eine direkte Antwort auf die rasante Integration fortschrittlicher Technologie in die Finanzmärkte. Die Sorge der Regulierer: Der Hype könnte die Realität überholen und Anleger in die Irre führen. Der regulatorische Druck zwingt Firmen, über Marketing-Buzzwords hinaus substanzielle Governance-Rahmenwerke zu implementieren.

Die Betonung von Drittanbieterrisiken anerkennt, dass Compliance und operative Integrität heute untrennbar mit externen Partnern verbunden sind. Eine Datenschutzpanne oder Compliance-Panne bei einem Schlüsselanbieter kann kaskadierende Effekte haben. Robuste Anbietermanagement wird so zur Kernkompetenz.

Was auf die Branche zukommt

Finanzunternehmen sollten sich auf detaillierte Nachfragen zu ihrer Technologie-Governance einstellen. Erwartet werden umfangreiche Dokumentationsanfragen zur KI-Modellvalidierung, Datenbeschaffung und Due Diligence bei Technologiepartnern.

Die Branche muss mit mehr SEC-Enforcement-Maßnahmen rechnen, insbesondere gegen Firmen mit unzureichenden Kontrollen oder unbelegten Technologieversprechen. Chief Compliance Officers sollten proaktiv alle KI-bezogenen Angaben und Marketingmaterialien auf Richtigkeit überprüfen. Anbietermanagement-Programme müssen aktiv gelebt und getestet werden – nicht nur vertragliche Formalie bleiben.

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