SeaGuardian-Drohnen, Marine

SeaGuardian-Drohnen: Deutsche Marine rüstet für neue Bedrohungslage

13.01.2026 - 20:00:12

Deutschland beschafft acht hochmoderne Aufklärungsdrohnen für Marine und NATO. Die MQ-9B SeaGuardian sollen ab 2028 vor allem Nord- und Ostsee überwachen und U-Boote jagen. Das Paket ist rund 1,52 Milliarden Euro wert.

Die Bundeswehr stärkt ihre maritime Aufklärung massiv. Über die NATO-Beschaffungsagentur NSPA hat das Verteidigungsministerium vier Systeme des Typs MQ-9B SeaGuardian bei General Atomics aus den USA bestellt. Jedes System umfasst zwei der ferngesteuerten Flugzeuge und eine Bodenstation. Stationiert werden sie beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz. Die ersten Exemplare sollen 2028 ausgeliefert werden.

Hinter dem Milliarden-Deal steht eine klare strategische Ausrichtung. „Die Sicherheit unserer Seegebiete und kritischer Unterwasser-Infrastruktur hat höchste Priorität“, heißt es aus Regierungskreisen. Gemeint sind Pipelines und Datenkabel in Nord- und Ostsee, deren Schutz nach den Sabotageakten an den Nord-Stream-Leitungen ganz oben auf der Agenda steht.

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Die SeaGuardian-Drohnen bringen Fähigkeiten mit, die der Marine bisher fehlten. Ihre größte Stärke: Ausdauer. Bis zu 30 Stunden können sie in der Luft bleiben und riesige Seegebiete mit modernsten Suchradaren überwachen. Satellitengestützte Steuerung und ein Enteisungssystem machen sie auch für den rauen Nordatlantik tauglich.

Die entscheidende Fähigkeit kommt jedoch später hinzu: Ab 2031/32 sollen die Drohnen für die U-Boot-Jagd nachgerüstet werden. Dann können sie Sonarbojen ausbringen, um feindliche U-Boote aufzuspüren. Ein eingebautes Kollisionsvermeidungssystem erlaubt zudem den Einsatz im zivilen Luftraum – eine Voraussetzung für Operationen in Europa.

Doppelstrategie: Drohnen und bemannte Aufklärer

Die unbemannten Systeme ergänzen eine bereits laufende Modernisierung. Seit November 2025 erhält die Marine die ersten von acht bestellten P-8A Poseidon-Aufklärungsflugzeugen. Diese bemannten Jets sind schneller und können verschiedene Sensoren gleichzeitig nutzen.

Künftig sollen beide Systeme zusammenarbeiten. Die Strategie des „manned-unmanned teaming“ verspricht einen lückenlosen Überblick. Während die Poseidon-Jets punktuell und schnell einsatzbereit sind, halten die SeaGuardian-Drohnen die Stellung und liefern permanente Aufklärung. So entsteht ein mehrschichtiges und widerstandsfähiges Überwachungsnetz.

NATO-Interoperabilität als Schlüsselfaktor

Die Wahl des Systems stärkt auch den Zusammenhalt im Bündnis. Deutschland schließt sich mit der MQ-9B Ländern wie Großbritannien, Belgien, Kanada und Polen an, die bereits SeaGuardian oder ähnliche Modelle fliegen. Diese Gemeinsamkeit erleichtert gemeinsame Übungen, Logistik und den Austausch von Erfahrungen.

„Von der operativen Expertise unserer Partner werden wir enorm profitieren“, erklärt ein Marine-Sprecher. Die Beschaffung über die NSPA habe den Prozess beschleunigt. Nun liege der Fokus auf der Integration. Dafür müssen in Nordholz Infrastruktur geschaffen und Besatzungen umfassend geschult werden.

Mit dieser Investition in autonome Systeme bekennt sich Deutschland zu einer hochtechnologischen Streitkraft. In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen soll die neue Drohnenflotte die Augen der Marine – und der NATO – über den europäischen Gewässern offen halten.

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