Scout24-Übernahme, Immounited

Scout24-Übernahme von Immounited endgültig gescheitert

23.01.2026 - 04:02:12

Die geplante Akquisition des österreichischen PropTechs Immounited durch Scout24 ist endgültig gescheitert. Wettbewerbsrechtliche Einwände führten zum Abbruch der Fusionsgespräche.

Nach monatelangen Verhandlungen ist die geplante Übernahme des österreichischen Immobiliendaten-Spezialisten Immounited durch die deutsche Scout24-Gruppe geplatzt. Beide Unternehmen bestätigten diese Woche das endgültige Aus der Fusionsgespräche. Als Gründe nannten sie unüberwindbare wettbewerbsrechtliche Bedenken und Verunsicherungen am Markt.

Vom Prestigeprojekt zum Aus

Die Pläne für den Zusammenschluss wurden erstmals Ende März 2025 öffentlich. Scout24, Betreiber von ImmoScout24.at, wollte den Marktführer für Grundbuch- und Transaktionsdaten, Immounited, akquirieren. Ziel war ein umfassendes digitales Ökosystem für Immobilienprofis. Der Deal hätte den österreichischen PropTech-Markt nachhaltig verändert.

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Doch die ambitionierten Pläne riefen die Wettbewerbshüter auf den Plan.

Kartellbehörde bremste die Fusion

Bereits im Juni 2025 meldete die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) erhebliche Bedenken an. Sie befürchtete eine marktbeherrschende Stellung, die den Wettbewerb einschränken könnte. Insbesondere sorgte man sich um Preiserhöhungen und weniger Vielfalt für digitale Immobiliendienstleistungen.

Die Behörde leitete eine vertiefte Prüfung ein. Unter diesem Druck zogen die Unternehmen ihre Meldung im Dezember 2025 zurück, um neu zu bewerten. Diese Neubewertung führte nun zum endgültigen Abbruch.

Was bedeutet das Scheitern für den Markt?

Der Aus des Deals hat konkrete Folgen:
* Immounited bleibt unabhängig: Der wichtige Datenlieferant für Makler und Banken behält seine Eigenständigkeit.
* Wettbewerb bleibt intensiv: Die Dynamik zwischen Portalen und Datendiensten ändert sich vorerst nicht.
* Klares Signal an die Branche: Kartellbehörden schauen bei Übernahmen datenreicher Tech-Unternehmen genau hin.

Branchenbeobachter werten den Schritt als Sieg für den Wettbewerb. Er verhindert die Abhängigkeit von einem einzigen dominanten Ökosystem.

Getrennte Wege in die Zukunft

Beide Unternehmen blicken nun nach vorn – aber alleine. Immounited-Gründer Roland Schmid kündigte an, den Innovationskurs fortzusetzen. Der Fokus liege auf neuen Produkten und dem Ausbau des Geschäfts mit Endkunden.

Auch Scout24 hält an seiner Wachstumsstrategie für Österreich fest. Das Unternehmen will sein eigenes Ökosystem aus datenbasierten Services und KI-Tools weiter ausbauen. Die Frage ist nun: Wer setzt sich im Wettbewerb um die digitale Zukunft der Immobilienbranche durch?

@ boerse-global.de