Schwerer Sonnensturm testet digitale Infrastruktur
20.01.2026 - 23:05:12Ein schwerer geomagnetischer Sturm der Stufe G4 trifft die Erde und stellt die Widerstandsfähigkeit von Stromnetzen, Satelliten und GPS auf die Probe. Weltraumwetter-Agenturen warnen Betreiber kritischer Infrastrukturen vor potenziellen Ausfällen.
Ursache: Gewaltige Sonneneruption trifft früher als erwartet
Auslöser ist ein gewaltiger koronaler Massenauswurf, der von einer X-Klasse-Sonneneruption am 18. Januar ausgestoßen wurde. Diese Plasmawolke traf das Erdmagnetfeld früher als prognostiziert und löste den Sturm aus. Es handelt sich um das stärkste Ereignis seit über zwei Jahrzehnten. Die Intensität führte zu spektakulären Polarlichtern, die selbst in Tirol sichtbar waren.
Risiko für Satelliten und Navigation
Die größte unmittelbare Gefahr droht der Satellitenkommunikation. Der Sturm kann den Betrieb von Satelliten stören und so Rundfunk-, Wetter- und Kommunikationsdienste beeinträchtigen. Besonders kritisch sind mögliche Ungenauigkeiten bei globalen Navigationssystemen wie GPS. Für Luftfahrt, Schifffahrt und Logistik könnten solche Abweichungen erhebliche Folgen haben. Hochfrequenz-Funkverbindungen für See- und Luftverkehr drohen ebenfalls auszufallen.
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Stromnetze im Fokus der Versorger
Eine physische Bedrohung sind geomagnetisch induzierte Ströme in langen Hochspannungsleitungen. Diese können Transformatoren beschädigen und die Netzstabilität gefährden. Energieversorger in Nordamerika und Europa haben ihre Überwachung intensiviert und vorsorgliche Maßnahmen ergriffen. Behörden wie die US-amerikanische NOAA betonen, dass keine flächendeckenden Blackouts erwartet werden. Doch die Sicherheitsmargen der Netze sind verringert.
Weckruf für die vernetzte Welt
Das Ereignis ist ein Stresstest für unsere digitale Abhängigkeit. Finanzmärkte, globale Lieferketten und Kommunikation hängen an fehlerfreien Satelliten und präziser Zeitsynchronisation. Die Warnung zwingt Unternehmen und Regierungen, ihre Notfallpläne zu überprüfen. Weltraumwetter muss als reale Cyber-Bedrohung verstanden werden, die kaskadenartige Ausfälle auslösen kann.
Erhöhte Sonnenaktivität erwartet
Die geomagnetische Aktivität könnte in den kommenden Tagen hoch bleiben. Wissenschaftler warnen, dass der aktuelle Sonnenzyklus 25 eine Phase erhöhter Aktivität einläutet. Die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Stürme in den nächsten Jahren steigt. Dies erfordert nachhaltige Investitionen in robustere Satellitentechnologien, modernisierte Stromnetze und redundante Backup-Systeme.


