Schweiz, Sanktionen

Schweiz verschärft Sanktionen gegen Russland und Belarus

08.01.2026 - 00:44:12

Die Schweiz hat ihr Sanktionsregime an das 19. EU-Paket angeglichen. Neue Verbote treffen die maritime Schattenflotte, Finanztransaktionen und Exporte, um Umgehungen zu stoppen.

Die Schweiz startet 2026 mit einer deutlichen Verschärfung ihres Sanktionsregimes. Der Bundesrat hat die Maßnahmen gegen Russland und Belarus zum Jahreswechsel an das 19. Sanktionspaket der EU angeglichen. Ziel ist es, Schlupflöcher zu schließen und die wirtschaftliche Isolation der Kriegstreiber zu vertiefen.

Die neuen Regeln, die Ende Dezember 2025 finalisiert wurden, greifen nun vollumfänglich. Sie zielen vor allem darauf ab, die Umgehung bestehender Sanktionen zu unterbinden. Für den wichtigen Schweizer Rohstoffhandelsplatz bedeuten die Änderungen erhebliche neue Auflagen.

Kampf gegen die “Schattenflotte” auf See

Ein Kernpunkt ist das Vorgehen gegen die maritime Logistik. Die Schweiz hat sich dem EU-Verbot angeschlossen, das den Kauf, Verkauf und die Erbringung von Dienstleistungen für 116 spezifische Schiffe untersagt. Dabei handelt es sich größtenteils um Tanker der sogenannten “Schattenflotte”.

Diese Schiffe transportieren russisches Rohöl und Erdölerzeugnisse unter Umgehung der internationalen Preisobergrenzen. Das umfassende Dienstleistungsverbot – es betrifft auch Finanzierung und Versicherung – trifft die Handelsdrehscheiben in Genf und Zug direkt. Die Botschaft ist klar: Die Schweiz darf nicht als Umgehungsplattform missbraucht werden.

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Belarus rückt stärker in den Fokus

Neben Russland wurden auch die Sanktionen gegen Belarus verschärft. Vermögenswerte von zwei weiteren belarussischen Staatsangehörigen sowie drei Unternehmen wurden gesperrt. Sie stehen im Verdacht, die militärische Aggression gegen die Ukraine zu unterstützen.

Gegen die betroffenen Personen wurden zudem Ein- und Durchreiseverbote verhängt. Diese Angleichung soll verhindern, dass Güter, die nicht mehr direkt nach Russland exportiert werden dürfen, über belarussische Kanäle in die russische Kriegswirtschaft gelangen. Besonders im Fokus stehen dabei Dual-Use-Güter und kritische Technologien.

Exportkontrollen und Finanzsanktionen ausgeweitet

Das neue Paket umfasst auch weitreichende Handelsbeschränkungen. Insgesamt 45 neue Unternehmen unterliegen nun strengen Exportkontrollen. Bemerkenswert: Darunter sind auch Firmen aus Drittstaaten, die als Teil von Beschaffungsnetzwerken identifiziert wurden.

Im Finanzsektor wurde der Druck erhöht. Ein Transaktionsverbot gilt nun für fünf russische Banken sowie vier ihrer Filialen in Drittländern. Grund ist die Nutzung russischer Zahlungssysteme, die westliche Sanktionen umgehen sollen. Acht weitere ausländische Unternehmen wurden vollständig von Finanztransaktionen ausgeschlossen.

Für Schweizer Unternehmen, die einen geordneten Rückzug aus Russland planen, hat der Bundesrat die Fristen für Ausnahmegenehmigungen verlängert. Dies soll rechtssichere Desinvestitionen ermöglichen.

Internationaler Druck schränkt Handlungsspielraum ein

Die Übernahme des EU-Pakets unterstreicht die anhaltende Solidarität Berns mit der europäischen Sanktionspolitik. Politische Beobachter betonen: Der Spielraum für einen eigenständigen “Schweizer Weg” wird immer kleiner. Der internationale Druck, Umgehungsmöglichkeiten zu schließen, wächst stetig.

Die Blicke richten sich bereits auf die nächsten Schritte. Analysten erwarten im ersten Quartal 2026 Diskussionen über weitere sektorale Sanktionen, etwa bei Software-Dienstleistungen. Ende Januar laufen zudem Übergangsfristen aus früheren Paketen aus, was den Handel mit raffinierten Erdölerzeugnissen weiter einschränken wird.

Die Schweizer Behörden, insbesondere das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), kündigten eine strenge Überwachung der neuen Vorschriften an. Unternehmen sind aufgefordert, ihre Due-Diligence-Prüfungen unverzüglich anzupassen, um Risiken zu minimieren.

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