Schweiz testet Sirenen und drängt auf Notfall-Apps
04.02.2026 - 03:45:12Am Mittwoch heulen in der ganzen Schweiz die Sirenen – zum Glück nur zur Probe. Der jährliche Funktionstest dient nicht nur der Technik, sondern soll die Bevölkerung für die Notfallvorsorge sensibilisieren. Im Fokus steht dabei die korrekte Nutzung der offiziellen Alertswiss-App.
Heulton am Nachmittag: So läuft der Test ab
Pünktlich um 13:30 Uhr ertönt heute das Zeichen „Allgemeiner Alarm“ – ein auf- und absteigender Heulton von einer Minute Dauer. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) überprüft so die Funktionsbereitschaft der rund 5.000 stationären Sirenen. In Gebieten unterhalb von Stauanlagen folgt zwischen 14:00 und 16:30 Uhr der Test des „Wasseralarms“, erkennbar an zwölf tiefen Dauertönen.
Für die Bevölkerung besteht währenddessen keine Gefahr. Der Test hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Würden die Signale außerhalb der Probezeit ertönen, müsste die Bevölkerung sofort Radio hören, die Behördenanweisungen befolgen und im Falle des Wasseralarms das Gebiet unverzüglich verlassen.
Alertswiss: Der digitale Lebensretter auf dem Smartphone
Parallel zum Sirenentest verschicken heute alle Kantone eine Testmeldung über die Alertswiss-Kanäle. Die App hat sich zu einem zentralen Baustein des nationalen Alarmsystems entwickelt. Sie ermöglicht es den Behörden, Warnungen und präzise Verhaltensanweisungen bei Gefahren direkt auf die Smartphones zu senden – ein entscheidender Vorteil für hörgeschädigte Personen.
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Doch die App kann nur wirken, wenn sie richtig konfiguriert ist. Was viele Nutzer nicht wissen: Um standortgenaue Warnungen zu erhalten, muss der App der Zugriff auf den Gerätestandort erlaubt werden. Das BABS empfiehlt zudem, alle Meldungsstufen – von der Information bis zum Alarm – für Push-Benachrichtigungen freizuschalten.
Cell Broadcast: Die Zukunft erreicht auch Touristen
Trotz über zwei Millionen Installationen erreicht die Alertswiss-App nicht die gesamte Bevölkerung. Daher plant der Bundesrat die Einführung der Cell-Broadcast-Technologie. Dieses System sendet Textnachrichten an alle Handys in einer Funkzelle, ohne vorherige App-Installation. Es gilt als besonders ausfallsicher, auch bei überlasteten Netzen, und würde auch ausländische Touristen warnen.
Viele europäische Nachbarländer setzen diese Technologie bereits ein. In der Schweiz soll sie die bewährten Systeme wie Sirenen, Radio und die Alertswiss-App ergänzen. Eine entsprechende Vernehmlassung endete vergangene Woche. Die heutigen Sirenentests sind somit mehr als nur Routine – sie sind ein Stück lebendiger Bevölkerungsschutz, der ständig weiterentwickelt wird.


