Schweden, Smartphones

Schweden verbietet Smartphones an allen Grundschulen

31.01.2026 - 15:39:11

Schweden vollzieht eine bildungspolitische Kehrtwende und führt ein flächendeckendes Handy-Verbot an Grundschulen ein. Ab August 2026 müssen Schüler ihre Geräte für den gesamten Schultag abgeben.

Die schwedische Regierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Nutzung von Mobiltelefonen an allen Grundschulen des Landes untersagt. Die Regelung soll bereits zum Schuljahresbeginn am 1. August 2026 in Kraft treten und den gesamten Schultag – einschließlich Pausen und Nachmittagsbetreuung – umfassen. Damit reagiert die Regierung auf wachsende Sorgen um Konzentration, psychische Gesundheit und Mobbing unter Schülern.

Der Entwurf sieht eine klare Vorgabe vor: Schüler müssen ihre Smartphones zu Unterrichtsbeginn abgeben. Die Geräte werden sicher verwahrt und erst am Ende des Schultags zurückgegeben. Bisher konnten Schulleitungen selbst über ein Verbot entscheiden – rund 80 Prozent der Schulen hatten bereits entsprechende Regeln. Die Regierung argumentiert, dass ein nationales Gesetz für gleiche Bedingungen und eine klare Rechtsgrundlage für Lehrer sorgt.

Bildungsministerin Simona Mohamsson betonte die Notwendigkeit einer ruhigeren und sichereren Lernumgebung. „Smartphones sind ein fester Bestandteil im Leben junger Menschen“, so Mohamsson, „aber sie bieten auch eine Plattform für Missbrauch und soziale Ausgrenzung.“

Anzeige

Konzentrationsstörungen durch ständige Bildschirmnutzung sind gut dokumentiert — gerade bei Kindern und Jugendlichen führen Ablenkungen zu schlechteren Lernergebnissen. Der kostenlose Report „Gehirntraining leicht gemacht“ fasst 7 einfache Geheimnisse, 11 alltagstaugliche Übungen und einen kurzen Selbsttest zusammen, mit denen Sie Aufmerksamkeit und Gedächtnis gezielt stärken können. Praktisch für Eltern, Lehrkräfte und Betreuer, die die Konzentration junger Menschen fördern wollen. Gratis-Report ‚Gehirntraining‘ anfordern

Hintergrund: Sieben Stunden tägliche Bildschirmzeit

Die Entscheidung basiert auf alarmierenden Daten. Eine Studie der schwedischen Gesundheits- und Medienbehörde aus dem Jahr 2024 zeigte: Schüler der siebten bis neunten Klasse verbringen außerhalb der Schule fast sieben Stunden täglich vor Bildschirmen. Experten bringen diese intensive Nutzung mit Konzentrationsschwierigkeiten, sinkenden Schulleistungen und psychischen Belastungen in Verbindung.

Die Regierung verfolgt zwei Hauptziele: die direkte Verbesserung der Lernfähigkeit durch weniger Ablenkung und die Stärkung des sozialen Klimas. Ohne Smartphones soll der persönliche Austausch in den Pausen wieder in den Vordergrund rücken – und digitales Mobbing eingedämmt werden.

Von der Digitalisierung zur „Back-to-Basics“-Bewegung

Das Verbot markiert eine bemerkenswerte Wende. Lange galt Schweden als Vorreiter der Digitalisierung in Schulen und investierte massiv in Tablets und Lernplattformen. Doch in den vergangenen Jahren wuchs die Skepsis. Bereits die frühere Bildungsministerin Lotta Edholm forderte eine Rückkehr zu gedruckten Schulbüchern.

Der aktuelle Schritt ist die bisher konsequenteste Maßnahme dieser Bewegung. Er reagiert auf sinkende PISA-Ergebnisse und die Sorge, dass grundlegende Fähigkeiten wie Lesen und kritisches Denken leiden. Das Verbot ist Teil einer breiteren Strategie für eine ausgewogenere Balance zwischen digitalen und traditionellen Lernmethoden.

Europaweiter Trend – und die deutsche Debatte

Schweden steht mit seinem Vorhaben nicht allein. In Frankreich gilt seit 2018 ein Handy-Verbot für Schüler bis 15 Jahre. Auch die Niederlande und Italien haben strenge Regeln erlassen. Selbst in Großbritannien gibt es Bestrebungen für einheitliche Verbote.

Die Argumente sind international ähnlich: bessere Konzentration, mehr soziale Interaktion und Schutz der psychischen Gesundheit. Auch in Deutschland wird die Debatte intensiv geführt. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich zuletzt für ein Verbot an Grundschulen aus.

Was kommt als Nächstes?

Der Gesetzentwurf durchläuft nun das parlamentarische Verfahren. Angesichts der breiten Debatte wird mit einer Verabschiedung gerechnet. Für die Schulen bedeutet die Umsetzung eine organisatorische Herausforderung – insbesondere bei der sicheren Verwahrung der Geräte.

Langfristig wird der Erfolg an verbesserten Lernleistungen und dem sozialen Wohlbefinden der Schüler gemessen. Sollten sich die positiven Effekte einstellen, könnte das schwedische Modell zum Vorbild für weitere Länder werden, die eine klare Trennung zwischen privater Nutzung und konzentriertem Lernen anstreben.

PS: Mentale Fitness lässt sich gezielt trainieren — auch in kurzen Pausen ohne Smartphone. Der kostenlose PDF-Ratgeber „Gehirntraining leicht gemacht“ bietet 11 kurze Übungen, 7 umsetzbare Geheimnisse und einen Selbsttest, mit dem Sie Konzentration und Gedächtnis verbessern können. Ideal für den Alltag zuhause oder in der Schule, Download sofort per E‑Mail. Jetzt kostenlosen Gehirntraining-Report sichern

@ boerse-global.de