Schneider, Weisse

Schneider Weisse übernimmt Bischofshof – Regensburg verliert Braustätte

18.01.2026 - 14:40:12

Die Brauerei Schneider Weisse übernimmt die Traditionsmarken Bischofshof und Weltenburg. Der Produktionsstandort Regensburg wird Ende 2026 geschlossen, was 56 Arbeitsplätze gefährdet.

Eine historische Übernahme in der bayerischen Brauwirtschaft stellt die Zukunft von 56 Mitarbeitern in Regensburg infrage. Die traditionsreiche Brauerei Bischofshof schließt Ende 2026 ihre Pforten.

Die Kelheimer Brauerei Schneider Weisse übernimmt die Markenrechte an Brauerei Bischofshof und Klosterbrauerei Weltenburg. Das gab das Unternehmen am vergangenen Freitag bekannt. Während die weltweit älteste Klosterbrauerei in Weltenburg weiterbesteht, wird der Produktionsstandort in Regensburg zum 31. Dezember 2026 geschlossen. Die Produktion der Bischofshof-Biere zieht nach Kelheim um.

Sozialplan für betroffene Mitarbeiter im Fokus

Für die 56 Beschäftigten in Produktion und Verwaltung in Regensburg beginnt nun eine Zeit der Ungewissheit. Lediglich die Logistikabteilung mit 21 Stellen wird zu Schneider Weisse transferiert. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung stehen vor der zentralen Aufgabe, einen Sozialplan auszuhandeln.

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Die Unternehmensleitung verspricht „sozial verantwortliche Lösungen“. In den kommenden Wochen werden die Verhandlungen über Abfindungen, Transfergesellschaften und Umschulungen intensiv geführt. Die verbleibende Zeit bis Ende 2026 bietet zumindest einen gewissen Verhandlungsspielraum. Können Frühverrentungen oder Qualifizierungsmaßnahmen die Härten abfedern?

Marktkrise zwingt zur Konsolidierung

Hinter der Entscheidung steht der anhaltende Druck auf den deutschen Biermarkt. „Die Brauerei konnte sich wirtschaftlich nicht mehr alleine tragen“, erklärt Till Hedrich, Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger. Die Zahlen sind drastisch: Der Bierausstoß ist im letzten Jahrzehnt um rund 14 Millionen Hektoliter eingebrochen – ein Minus von fast 14 Prozent.

Die Übernahme durch Schneider Weisse gilt in Branchenkreisen als „bayerische Lösung“, um die Traditionsmarken vor der Insolvenz oder der Übernahme durch nicht-regionale Investoren zu bewahren. Georg VII. Schneider, Geschäftsführer des übernehmenden Unternehmens, sieht die Chance, ein einzigartiges Portfolio traditioneller Marken unter einem Dach zu vereinen. Durch die Bündelung der Produktion in Kelheim sollen Synergien in Einkauf, Produktion und Vertrieb genutzt werden.

Kirche als Eigentümer in der Verantwortung

Eine besondere Rolle spielt die Eigentümerstruktur: Die Brauerei Bischofshof gehört einer Stiftung des Bistums Regensburg. Bischof Rudolf Voderholzer äußerte sich zur Entwicklung: Die wirtschaftliche Grundlage für den Weiterbetrieb in Regensburg sei leider nicht mehr gegeben. Priorität sei es gewesen, zu retten, was zu retten ist – insbesondere die Klosterbrauerei Weltenburg und die Logistikjobs.

Diese kirchliche Trägerschaft könnte in den anstehenden Sozialverhandlungen eine Rolle spielen. Wird die Stiftung darauf drängen, dass mit den langjährigen Mitarbeitern besonders verantwortungsvoll umgegangen wird?

Das Ende einer Ära in Regensburg

Für die Verbraucher ändert sich wenig: Bischofshof- und Weltenburger-Biere bleiben ab 2027 aus Kelheimer Produktion erhältlich. Für die Stadt Regensburg jedoch bedeutet die Schließung das Ende einer jahrhundertealten Brautradition am Bischofshof-Standort. Die Übernahme ist ein weiteres deutliches Zeichen für den tiefgreifenden Strukturwandel, der die deutsche Braubranche im Jahr 2026 weiter umkrempelt. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sozialverträglich dieser Wandel für die betroffenen Mitarbeiter gestaltet werden kann.

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