Schattenwirtschaft erreicht 2026 Rekord von 538 Milliarden Euro
27.01.2026 - 17:15:12Die Schattenwirtschaft in Deutschland wird in diesem Jahr auf ein Rekordvolumen von 538 Milliarden Euro anwachsen. Das entspricht 11,6 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts – ein Wert, der zuletzt 2014 erreicht wurde. Diese alarmierende Prognose stammt aus einer aktuellen Studie des Finanzwissenschaftlers Friedrich Schneider.
Konjunkturschwäche treibt illegale Beschäftigung an
Als Haupttreiber identifizieren die Forscher die anhaltend schwache Wirtschaftslage und steigende Arbeitslosigkeit. Bei einem erwarteten BIP-Wachstum von nur 1,2 Prozent und rund 2,9 Millionen Arbeitslosen sinken die Erträge aus regulärer Arbeit. Die Folge: Für viele wird Schwarzarbeit attraktiver. Allein dieser Effekt soll die Schattenwirtschaft in diesem Jahr um 9,5 Milliarden Euro anschwellen lassen.
Doch wie kann es sein, dass gut gemeinte Politik das Problem verschärft?
Mindestlohn-Erhöhung wirkt als Brandbeschleuniger
Paradoxerweise heizen auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen den Trend an. Die zum Jahresbeginn erfolgte Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns und die angepasste Verdienstgrenze für Minijobs führen laut Studie zu einem weiteren realen Zuwachs von 2,4 Milliarden Euro. Die Maßnahmen sollen Geringverdiener stützen, schaffen in der Praxis aber neue Anreize, Tätigkeiten an Fiskus und Sozialkassen vorbei zu organisieren.
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Einziger Lichtblick: Die reduzierte Umsatzsteuer im Gastgewerbe dürfte die Anreize für illegale Beschäftigung in dieser Branche etwas mindern.
Deutschland fällt im internationalen Vergleich zurück
Im Vergleich zu 20 großen Industrienationen liegt Deutschlands Quote zwar unter dem Durchschnitt. Die Dynamik ist jedoch besorgniserregend: Seit 2021 ist die Schattenwirtschaft hierzulande dreimal so stark gewachsen wie im Schnitt der Vergleichsländer. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass die jüngste Wirtschaftskrise Deutschland härter traf.
Die europäischen Prognosen für 2026 zeigen extreme Unterschiede: Während Griechenland mit 21,6 Prozent die höchste Quote aufweisen dürfte, wird die Schweiz mit 5,3 Prozent den niedrigsten Wert erreichen.
Wettbewerbsverzerrung und Milliarden-Löcher in den Kassen
Das Rekordhoch ist mehr als eine Statistik. Es stellt eine massive Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland dar. Die 538 Milliarden Euro repräsentieren entgangene Steuern und Sozialbeiträge in zweistelliger Milliardenhöhe. Diese fehlenden Mittel belasten öffentliche Haushalte und Sozialsysteme erheblich.
Für rechtstreue Unternehmen entsteht ein fataler Wettbewerbsnachteil. Sie müssen gegen Anbieter antreten, die durch die Umgehung von Abgaben und Mindestlöhnen ihre Preise drücken können. Das verzerrt den Markt, gefährdet reguläre Jobs und untergräbt das Vertrauen in die Wirtschaftsordnung.
Politik steht unter Handlungsdruck
Angesichts der Prognose wächst der Druck auf die Politik. Experten fordern eine Doppelstrategie: schärfere Kontrollen durch Behörden wie den Zoll und gleichzeitig eine Reduzierung der Anreize für illegale Tätigkeiten. Denkbar wären Entlastungen bei Steuern und Abgaben für untere und mittlere Einkommen sowie ein Abbau von Bürokratie.
Ohne strukturelle Reformen, die reguläre Arbeit attraktiver machen, und eine spürbare konjunkturelle Erholung wird die Schattenwirtschaft auch in den kommenden Jahren ein Kernproblem der deutschen Volkswirtschaft bleiben. Die aktuellen Zahlen werden die Debatte über Steuer- und Arbeitsmarktpolitik in den nächsten Monaten maßgeblich bestimmen.
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