SAP verlängert Frist für kritische HR-Systeme bis Mai 2026
04.01.2026 - 13:43:12SAP gewährt deutschen Unternehmen eine unerwartete Übergangsfrist bis Ende Mai 2026 für die Migration ihrer Personalabrechnungssysteme. Die Verlängerung betrifft vor allem On-Premise-Kunden.
SAP gewährt deutschen Unternehmen eine unerwartete Galgenfrist für die Migration ihrer Personalabrechnung. Die entscheidende Deadline für veraltete Systeme verschiebt sich um fünf Monate.
Berlin – Die Rückkehr aus den Weihnachtsferien bringt für viele deutsche Personal- und IT-Abteilungen eine überraschende Entlastung. Der Software-Riese SAP hat die Nutzungsrechte für kritische Altsysteme im Personalwesen kurzfristig verlängert. Damit ändert sich die Compliance-Landschaft für das erste Halbjahr 2026 grundlegend.
Fünfmonatige Atempause für veraltete Technik
Kurz vor der gefürchteten Deadline zum 31. Dezember 2025 hat SAP eine entscheidende Ankündigung gemacht. Das Unternehmen gewährt eine letzte Übergangsfrist von fünf Monaten für bestimmte „Compatibility Packs“. Diese erlauben es, traditionelle Personalverwaltungssysteme (HCM) im modernen SAP S/4HANA-Umfeld zu betreiben. Die neue Frist endet nun am 31. Mai 2026.
Viele Unternehmen stehen trotz der Fristverlängerung weiterhin unter erheblichem Prüfungs- und Audit‑Druck – insbesondere bei Lohnabrechnung und Arbeitszeiterfassung drohen Compliance-Risiken. Ein kostenloses E‑Book erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die Arbeitszeiterfassung gesetzeskonform umsetzen, mit einsatzbereiten Mustervorlagen für Stundenzettel, Checklisten und praktischen Tipps zur Vermeidung von Bußgeldern. Ideal für Personaler und Payroll‑Teams, die jetzt schnell Rechtssicherheit brauchen. Arbeitszeiterfassung in 10 Minuten rechtssicher umsetzen
Die Verlängerung bestätigte auch die britische SAP-Anwendergruppe UKISUG. Sie bietet Unternehmen eine kurze, aber lebenswichtige Schonfrist. Viele Organisationen hatten es nicht geschafft, ihre Migration von alten On-Premise-Lösungen bis zum Jahreswechsel abzuschließen.
„Dies verhindert sofortige Compliance-Probleme für Firmen, die mitten im Migrationsprozess stecken“, erklärt ein Branchenanalyst. Die Fristverlängerung betrifft speziell Funktionen wie die komplexe deutsche Lohnabrechnung, die im modernen System weiterlaufen müssen.
Warum die Migration stockt
Hintergrund ist der massive Umbruch von traditioneller Personalverwaltung (HCM) hin zu cloud-basierten Human-Experience-Management-Systemen (HXM). Dieser Wechsel ist mehr als nur technisch – er verändert grundlegend, wie Unternehmen ihre Belegschaft verwalten.
Gerade deutsche Großunternehmen kämpfen mit besonderen Hürden. Die Komplexität liegt im „Payroll Control Center“ und den tiefgreifenden Anpassungen für deutsches Arbeitsrecht. Jahrzehntealte individuelle Programmierungen und Anpassungen lassen sich nicht über Nacht ersetzen.
„Viele Firmen haben ihre strategischen HR-Funktionen wie Talentmanagement bereits in die Cloud gebracht“, so ein Insider. „Aber die Kernprozesse wie Gehaltsabrechnung und Zeiterfassung blieben aus Risikoangst oft noch auf eigenen Servern.“
Deutsche Besonderheiten: Ein komplexes Ökosystem
Für den deutschsprachigen Raum (DACH) ist diese Verlängerung besonders relevant. Nirgends sind die Vorschriften für Lohnabrechnung und Zeiterfassung komplexer als in Deutschland. Die Entwirrung angepasster Systeme dauert oft länger als geplant.
Die neue Deadline im Mai 2026 kommt nicht von ungefähr. Sie fällt mit dem Abschluss der Lohnabrechnungen für das erste Quartal zusammen. Unternehmen erhalten so ein sichereres Zeitfenster, um nach dem Jahresabschluss auf neue Systeme umzustellen.
Allerdings gilt diese Verlängerung nicht für alle Kunden. Nutzer des „RISE with SAP“-Modells haben laut Lizenzvereinbarungen bereits längere Übergangsfristen bis 2030. Die aktuelle Entscheidung hilft vor allem On-Premise-Kunden, die noch nicht vollständig migriert sind.
Was jetzt auf die Unternehmen zukommt
Die Projektpläne müssen zwar angepasst werden, aber das Ziel bleibt unverändert. SAP bezeichnet die Frist als „endgültig“ – weitere Verlängerungen sind nicht zu erwarten.
Die wichtigsten Konsequenzen für die kommenden Monate:
* Harte Deadline: Nach dem 31. Mai 2026 drohen bei weiterer Nutzung der alten Komponenten Compliance-Prüfungen.
* Audit-Risiko: Unternehmen ohne gültige Alternative riskieren Lizenzverstöße.
* Beschleunigte Migration: Integrationspartner rechnen mit einer Flut von Anfragen für Schnellimplementierungen.
Die digitale Transformation der Personalabrechnung in Deutschland bleibt ein Balanceakt zwischen Innovation und Stabilität. Der Druck ist zwar kurzfristig geringer, doch die Botschaft aus Walldorf ist klar: Die Ära der veralteten On-Premise-Systeme geht definitiv zu Ende. Die Zukunft liegt in der Cloud.
PS: Die Fristverschiebung reduziert nicht die Prüfungsanforderungen – wer jetzt nicht dokumentiert und rechtssicher aufstellt, riskiert Nachzahlungen und Betriebsprüfungen. Das Gratis‑E‑Book zur Arbeitszeiterfassung bietet praxisnahe Checklisten, sofort einsetzbare Vorlagen für Stundenzettel sowie klare Umsetzungs‑Schritte für Payroll und HR‑Abteilungen, damit Lohnabrechnung und Zeiterfassung rechtskonform bleiben. Jetzt E‑Book zur Arbeitszeiterfassung sichern


