SAP, Siemens

SAP und Siemens treiben Deutschlands industrielle KI-Revolution voran

21.01.2026 - 07:54:12

Deutsche Industrie setzt KI flächendeckend ein, doch eine globale CEO-Umfrage zeigt, dass die erhofften finanziellen Gewinne für viele noch ausbleiben. SAP und Siemens treiben mit strategischen Partnerschaften die Umsetzung voran.

Deutschlands Industrie setzt künstliche Intelligenz jetzt flächendeckend ein – von der Fertigung bis zur Gesundheitsversorgung. Während in Davos noch diskutiert wird, zeigen SAP und Siemens mit strategischen Partnerschaften, wie die Integration in komplexe Arbeitsabläufe gelingen kann. Doch eine neue globale CEO-Umfrage offenbart: Die erhofften finanziellen Gewinne bleiben für viele vorerst aus.

Industrielle Vorreiter bauen KI-Betriebssystem

Das Herzstück der deutschen Strategie schlägt in der Fertigung. Siemens vertieft seine Partnerschaft mit NVIDIA, um ein „Industrielles KI-Betriebssystem“ zu entwickeln. Ziel ist die durchgängige KI-Durchdringung der gesamten Wertschöpfungskette.

Erstes Großprojekt wird eine vollständig KI-gesteuerte, adaptive Fabrik. Die Siemens-Elektronikfabrik in Erlangen dient ab diesem Jahr als Blaupause. Hier entstehen „KI-native Fähigkeiten“, die direkt in Produktionsprozesse eingebettet sind. Das soll Innovationen beschleunigen und die Fertigung widerstandsfähiger machen.

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Eine Analyse des Weltwirtschaftsforums bestätigt diesen Weg: Deutschland agiert als „selektiver Player“ im globalen KI-Wettlauf. Die Investitionen konzentrieren sich auf heimische Stärken wie Forschung und Entwicklung.

SAP setzt auf souveräne KI-Plattformen für Europa

Parallel treibt der Software-Riese SAP die KI-Integration in Hochwertsegmente voran. Gemeinsam mit dem Gesundheitskonzern Fresenius entwickelt das Unternehmen eine souveräne, KI-gestützte digitale Gesundheitsplattform für Europa. Geplant sind mittelfristige Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Zudem erweitert SAP seine Allianz mit DXC Technology. Die „SAP NEXTLEVEL BTP & AI“-Initiative soll europäischen Unternehmen helfen, von Pilotprojekten zu skalierbaren Lösungen zu gelangen.

Auch im Rechtssektor schreitet die Integration voran. Wolters Kluwer startete in Deutschland seine „Libra AI“-Arbeitsumgebung, die juristisches Fachwissen direkt in eine KI-Plattform einbindet.

CEO-Studie zeigt Kluft zwischen Investition und Ertrag

Trotz der ambitionierten Projekte herrscht in der Wirtschaft Realismus. Die aktuelle PwC Global CEO Survey offenbart eine tiefe „KI-Kluft“. Weltweit berichten nur 12 Prozent der CEOs, dass KI im vergangenen Jahr sowohl Kosten gesenkt als auch Umsätze gesteigert hat. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) sieht bislang keinen signifikanten finanziellen Nutzen.

Dennoch bleibt Deutschland ein attraktiver Investitionsstandort. CEOs stufen die Bundesrepublik gemeinsam mit Großbritannien als zweitwichtigstes Ziel für internationale Investitionen ein (13 Prozent) – hinter den USA (35 Prozent). Deutsche CEOs zeigen sich besonders besorgt über Cyberrisiken. 34 Prozent sehen ihr Unternehmen hier stark exponiert.

Staat und Infrastruktur sichern digitale Souveränität

Die industriellen KI-Ambitionen ruhen auf einer gezielten Infrastrukturpolitik. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) bewilligte Mitte Januar ein Förderpaket in Höhe von 31,6 Millionen Euro. Es beschleunigt die KI-Integration in akademische und Forschungseinrichtungen und ist Teil des nationalen KI-Aktionsplans.

Gleichzeitig stärkt Amazon Web Services mit seinem neuen „AWS European Sovereign Cloud“ die Datenhoheit. Die erste Region entsteht in Deutschland und hält alle Kundendaten innerhalb der EU. Für zwei Drittel der deutschen Unternehmen ist diese Datensouveränität ein entscheidendes Kriterium bei der Cloud-Auswahl.

Der Fokus liegt 2026 auf der Umsetzung. Pionierprojekte wie die KI-Fabrik in Erlangen werden genau beobachtet. Sie müssen beweisen, welche Produktivitätsgewinne industrielle KI tatsächlich bringt. Während in Davos über verantwortungsvolle KI gesprochen wird, setzt Deutschland auf industrielle Stärke, unternehmensreife Anwendungen und digitale Souveränität – und könnte so zum Architekten der nächsten globalen KI-Transformation werden.

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