SAP, ServiceNow

SAP und ServiceNow starten autonome KI-Agenten für HR

03.01.2026 - 18:34:12

Neue Mindestlohn- und Minijob-Regeln treiben den Einsatz autonomer KI-Systeme in der Personalverwaltung voran. Anbieter wie SAP und ServiceNow bieten proaktive Lösungen an.

Die Personalabteilungen in Deutschland erleben eine doppelte Wende: Neue Arbeitsgesetze treffen auf KI-Systeme, die eigenständig handeln. Führende Softwareanbieter haben ihre Updates mit den Jahreswechsel-Regeln synchronisiert.

Seit dem 1. Januar 2026 gelten in Deutschland ein höherer Mindestlohn von 13,90 Euro und eine neue Minijob-Grenze von 603 Euro monatlich. Gleichzeitig aktivieren Unternehmen nun autonome KI-Agenten, die genau diese administrativen Lasten übernehmen. Die Systeme von SAP SuccessFactors, ServiceNow und Oracle agieren erstmals proaktiv – sie warten nicht auf Anweisungen, sondern ergreifen selbst die Initiative.

Regulierung als Treiber der Automatisierung

Die gesetzlichen Änderungen zum Jahresbeginn wirken wie ein Katalysator für die KI-Revolution in Personalabteilungen. Manuelle Anpassungen tausender Arbeitsverträge wären ein enormer Aufwand. Die neuen Agenten übernehmen diese Aufgabe nahtlos.

Sie scannen aktuell Gehaltsdatenbanken nach Verträgen unter der neuen Mindestlohngrenze. Bei Minijobbern passen sie automatisch die Stundenzahlen an, um die 603-Euro-Grenze einzuhalten. Damit verhindern sie unbeabsichtigte Steuerfolgen für Arbeitgeber und Beschäftigte.

Parallel bereiten sich Unternehmen auf den EU-KI-Act vor. Die EU-Kommission will bis Februar 2026 finale Leitlinien für „hochriskante“ KI-Anwendungen – dazu zählt auch Personaleinsatz – veröffentlichen. Die ersten Januartage dienen vielen Firmen als Testphase für die geforderte „KI-Kompetenz“ ihrer Teams.

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Marktführer mit neuen Fähigkeiten

Die HR-Technologielandschaft hat sich innerhalb weniger Tage dramatisch gewandelt. SAP SuccessFactors startete gerade die Early-Adopter-Phase seines neuen Workforce Scheduling-Moduls. Die embodied AI Agents erstellen nicht nur Vorschläge, sondern setzen komplexe Dienstpläne autonom um – abgestimmt auf Geschäftsbedarf und die neuen Compliance-Vorgaben.

ServiceNow setzt auf „agentische KI“ für übergreifende Onboarding-Prozesse. Ein einziger Agent koordiniert nun Workflows zwischen Personalabteilung, IT und Facility Management. Laut ersten Schätzungen verkürzt sich die „Time-to-Productivity“ für neue Mitarbeiter um bis zu 40 Prozent.

Oracle Cloud HCM treibt seine „Agent First“-Strategie mit „Job Discovery Agents“ voran. Diese Systeme erkennen interne Kandidaten für offene Positionen und automatisieren so interne Mobilität – ein entscheidender Faktor im angespannten deutschen Arbeitsmarkt.

Der Mensch bleibt in der Verantwortung

Trotz aller Automatisierung: 2026 geht es nicht um den Ersatz von Personalern, sondern um ihre neue Rolle als „Value Architects“. Deutsche HR-Denkfabriken wie die VEDA GmbH sehen „KI-Agenten & Automatisierung“ als Top-Trend des Jahres.

Während Agenten die transaktionale Last des Januar-Ansturms tragen – Steuerformulare, Ausstattung, Compliance-Checks – konzentrieren sich menschliche HR-Manager auf transformative Aufgaben. Dazu gehören kulturelle Integration, Führungskräfteentwicklung und strategische Personalplanung.

Juristen warnen jedoch vor Haftungsrisiken. Der geplante „KI-Ausführungsgesetz“-Entwurf sieht strenge Aufsichtspflichten für Arbeitgeber vor. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) soll als Marktüberwachungsbehörde für KI am Arbeitsplatz fungieren. Unternehmen müssen daher lückenlos dokumentieren, warum ein Agent eine bestimmte Entscheidung traf – besonders bei Einstellungen und Kündigungen.

Ausblick: Erste Bewährungsproben stehen an

Der Januar bringt den ersten Realitätscheck für die integrierten Agenten. Bis Mai 2026 sollen die fortschrittlichen Agenten-Funktionen der großen Anbieter allgemein verfügbar sein.

„KI-Kompetenz“-Schulungen werden in diesem Quartal in vielen deutschen Unternehmen verpflichtend. Sie sollen die Anforderungen des EU-KI-Act erfüllen und sicherstellen, dass menschliche Vorgesetzte ihre neuen Werkzeuge verstehen.

Die Botschaft für Januar 2026 ist eindeutig: Die Technologie ist keine Zukunftsvision mehr. Für deutsche Personalabteilungen ist die „agentische Ära“ ab dieser Woche gelebte Realität.

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