SAP setzt auf KI für jedermann im Büro
29.01.2026 - 01:32:12Der Software-Riese treibt seine KI-Strategie voran: Mit dem Assistenten Joule und der Plattform SAP Build sollen künftig alle Mitarbeiter eigene Apps erstellen können – ganz ohne Programmierkenntnisse. Ein neuer Report zeigt jedoch: Die meisten Unternehmen sind auf diese Zukunft nicht vorbereitet.
KI als Werkzeug für jeden Mitarbeiter
SAP verfolgt ein klares Ziel: Künstliche Intelligenz soll für jeden Angestellten im Arbeitsalltag nutzbar werden. Der Konzern erweitert dafür seine Tools, mit denen Beschäftigte per Sprachbefehl Produktivitäts-Anwendungen erstellen können. Im Zentrum stehen der KI-Copilot Joule und die Entwicklungsplattform SAP Build.
„Die Demokratisierung der App-Entwicklung ist entscheidend“, erklärt ein SAP-Sprecher. Mitarbeiter ohne Programmierhintergrund – sogenannte Citizen Developer – sollen Workflows einfach beschreiben können. Die KI übersetzt diese Anforderung dann in eine funktionierende Anwendung. Das entlastet IT-Abteilungen und beschleunigt die Lösung akuter Geschäftsprobleme.
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Studie offenbart massive Vorbereitungslücken
Die Dringlichkeit solcher Tools unterstreicht der neue „SAP Value of AI Report“. Die Studie, für die 1.600 Führungskräfte befragt wurden, zeigt ein gemischtes Bild.
Zwar sind zwei Drittel der Unternehmen mit ihrer KI-Rendite zufrieden. Doch gleichzeitig herrscht große Unsicherheit: 70 Prozent der Manager zweifeln, ob ihre KI-Initiativen das volle Potenzial ausschöpfen. Noch gravierender ist die Qualifikationslücke: Drei Viertel aller Firmen haben bisher keine umfassende KI-Schulung für ihre Belegschaft eingeführt.
„Die Ergebnisse zeigen eine klare Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität“, analysiert ein Branchenexperte. „Unternehmen investieren in KI, aber die Mitarbeiter können sie nicht nutzen.“
Integration in bestehende Systeme als Schlüssel
SAP setzt dabei nicht auf isolierte Lösungen. Die KI-Tools sind tief in die Business Technology Platform (BTP) integriert. So können neu erstellte Apps direkt auf Daten aus Kernsystemen wie S/4HANA zugreifen.
Besonders innovativ ist das Konzept der KI-„Agenten“. Diese von Joule orchestrierten Helfer arbeiten autonom über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg. In der Joule Studio genannten Umgebung können Nutzer sogar eigene Agenten entwerfen – eine bisher unerreichte Flexibilität für individuelle Geschäftsprozesse.
Wettlauf um die Zukunft der Arbeit
Die Strategie ist auch eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Indem SAP die App-Entwicklung vereinfacht, ermöglicht das Unternehmen eine Art Fusion Development: Professionelle Programmierer und Fachabteilungen arbeiten mit denselben Werkzeugen.
Für SAP-Kunden hat das handfeste Vorteile. Durch das Erweitern der Kernsysteme auf der BTP-Plattform bleiben die ERP-Systeme „sauber“ – Wartung und Updates werden deutlich einfacher. Gleichzeitig bindet die Möglichkeit, eigene Apps zu kreieren, Kunden enger an das SAP-Ökosystem.
Die Vision ist ambitioniert: Joule soll zur primären Benutzeroberfläche für alle SAP-Lösungen werden. Ob diese KI-getriebene Zukunft Wirklichkeit wird, hängt jedoch nicht nur von der Technik ab. Entscheidend wird sein, ob Unternehmen ihre Mitarbeiter wirklich befähigen – oder ob die Werkzeuge ungenutzt bleiben.
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