Sanierungsoffensive, Energiepass

Sanierungsoffensive startet mit verpflichtendem Energiepass

31.12.2025 - 00:52:12

Österreichs neue Förderpolitik verknüpft Zuschüsse für Hausbesitzer erstmals verbindlich mit einem Energieberatungsplan. Die Sanierungsoffensive soll die Sanierungsrate steigern und der Bauwirtschaft Aufträge sichern.

Ab heute müssen Hausbesitzer in Österreich einen Energieberatungsplan vorlegen, um Fördermittel zu erhalten. Die „Sanierungsoffensive 2026“ stellt insgesamt 1,8 Milliarden Euro bereit und verknüpft Zuschüsse erstmals verbindlich mit einem strukturierten Sanierungskonzept. Das markiert einen klaren Strategiewechsel in der Klimapolitik.

Vom Gießkannenprinzip zur Gesamtstrategie

Bisher förderte der Staat oft Einzelmaßnahmen. Das neue Modell setzt auf die ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes. Kern ist der sogenannte Sanierungspass – ein Energieberatungsprotokoll mit individuellem Fahrplan. Nur wer dieses Gutachten vorlegt, erhält künftig den „Sanierungsbonus“. Ziel ist es, die Sanierungsrate von zuletzt unter 1,5 Prozent deutlich zu steigern.

Experten sehen darin eine Abkehr vom Gießkannenprinzip. „So sollen ineffiziente Teilsanierungen verhindert werden, die spätere Maßnahmen blockieren“, heißt es aus dem Klimaschutzministerium. Das Budget von 360 Millionen Euro pro Jahr soll Planungssicherheit geben.

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So hoch sind die Förderungen jetzt

Die finanziellen Anreize sind gestaffelt und auf maximal 30 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckelt. Die Mittel werden nach dem Windhundsprinzip vergeben: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

  • Umfassende Sanierung (klimaaktiv Standard): Bis zu 20.000 Euro
  • Umfassende Sanierung (Guter Standard): Bis zu 15.000 Euro
  • Teilsanierung (mind. 40 % Einsparung): Bis zu 10.000 Euro
  • Einzelbauteilsanierung: Bis zu 5.000 Euro

Steiermark geht als Vorreiter voran

Während der Bund den Rahmen setzt, schärfen Bundesländer das Konzept. Die Steiermark führt noch in diesem Jahr einen eigenen „Steirischen Sanierungspass“ ein. Er soll die bisherigen Förderschienen ablösen und als Pilotprojekt dienen.

Der Landespass soll es ermöglichen, Maßnahmen über mehrere Jahre zu kombinieren und durch Bonuszahlungen zu belohnen. Die operative Umsetzung wird im zweiten Quartal erwartet. Damit beginnt heute nicht nur die Bundesförderung, sondern auch eine föderale Neuausrichtung.

Rettungsanker für die Bauwirtschaft?

Der Start kommt zur rechten Zeit für die kriselnde Bauwirtschaft. Nach Jahren mit hohen Zinsen und rückläufigen Neubauzahlen könnte die Offensive zum Konjunkturmotor werden. Der Fokus auf Bestandsgebäude soll vor allem kleinen Handwerksbetrieben neue Aufträge sichern.

Doch es gibt Kritik: Wird die bürokratische Hürde der Energieberatung zum Flaschenhals? Die Verfügbarkeit qualifizierter Berater ist entscheidend für den Erfolg. Zudem fragen sich Beobachter, ob 30 Prozent Förderung angesichts hoher Materialkosten genug Anreiz für unentschlossene Eigentümer sind.

Österreich als EU-Vorreiter

Das neue Modell ist auch ein Vorgriff auf kommende EU-Regeln. Die überarbeitete Gebäuderichtlinie (EPBD) sieht „Renovation Passports“ für alle Mitgliedsstaaten vor. Österreich positioniert sich mit der heutigen Einführung als Vorreiter.

Für Eigentümer lohnt die Investition also doppelt: in niedrigere Energiekosten und in die Zukunftssicherheit der Immobilie. Marktteilnehmer rechnen mit einem Ansturm auf Beratungstermine im ersten Quartal. Wer Fördermittel sichern will, sollte schnell handeln.

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