Samsung und LG starten Roboter-Offensive auf der CES 2026
04.01.2026 - 05:13:12Die Tech-Riesen setzen in Las Vegas auf künstliche Intelligenz mit Körpern. „Physical AI“ lautet das dominierende Thema der diesjährigen Consumer Electronics Show, die heute mit den Medientagen begann. Während sich die Branche zuvor auf Software und Chatbots konzentrierte, dreht sich 2026 alles um Roboter, die sehen, denken und handeln können.
Samsung Electronics zog mit seiner „First Look“-Präsentation eine der ersten Aufmerksamkeitswellen auf sich. Der südkoreanische Konzern stellte das Konzept eines AI OLED Bot vor. Dieser Serviceroboter besitzt kein starres Display, sondern einen runden, 13,4 Zoll großen OLED-Bildschirm als ausdrucksstarkes „Gesicht“. Dieses kann seine Form verändern, um natürlicher mit Menschen zu interagieren.
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Laut Vorführungen soll der mobile Roboter als intelligente Plattform dienen. An Universitäten könnte er als Lehrassistent fungieren, Studenten zu Hörsälen lotsen und Professor*innenprofile anzeigen. Sein größter Vorteil: Er kommuniziert visuell. Das ist in leisen Umgebungen wie Bibliotheken von Vorteil, wo Sprachbefehle stören würden.
Zugleich präsentierte Samsung seine Vision des smarten Zuhauses. Dazu gehört der Bespoke AI Jet Bot Steam Ultra, ein Saugroboter, der sich nahtlos in das SmartThings-Ökosystem einfügt. Er passt sein Reinigungsverhalten basierend auf Echtzeit-Daten der Umgebung an.
LG setzt auf „einfühlsame“ KI für das Zuhause
Der Konkurrent LG Electronics kontert mit seiner eigenen Roboter-Innovation. Der LG CLOiD soll zum Herzstück der „Zero Labor Home“-Vision werden. Die vollständige Vorstellung ist für die Pressekonferenz am Montag geplant. Vorab veröffentlichte Details beschreiben CLOiD als KI-Heimroboter der nächsten Generation mit zwei Greifarmen und einer ausgeklügelten Sensorik.
LGs Strategie für die CES 2026 dreht sich um „Affectionate Intelligence“ – eine KI, die nicht nur Aufgaben erledigt, sondern Nutzer*innen versteht und einfühlt. Der Roboter nutzt ein großes Sprachmodell (LLM) für natürliche Gespräche, erkennt verschiedene Stimmen und passt seine Persönlichkeit an Familienmitglieder an. Branchenbeobachter sehen darin den Versuch, die Lücke zwischen nüchternem Nutzen und emotionaler Begleitung zu schließen. Dies gilt als entscheidende Hürde für den Massendurchbruch von Heimrobotern.
Sicherheit wird zum Schlüsselthema für Industrie-Roboter
Der übergreifende Trend ist der Wechsel von digitaler zu „Physical AI“. Diese Systeme nehmen die reale Welt wahr und handeln in ihr. Das verändert nicht nur den Consumer-Bereich, sondern auch die Industrieautomatisierung.
Kurz vor Messebeginn kündigten der Robotik-Spezialist KUKA und das KI-Unternehmen Algorized eine neue „Predictive Safety Engine“ an. Die auf Edge AI basierende Technologie ermöglicht es Industrierobotern, die Physiologie und Absicht von Menschen über Funksignale – und nicht nur über Kameras – zu erfassen. Diese „Intuition“ erlaubt ein sicheres Zusammenarbeiten ohne starre Schutzzaune oder Not-Aus-Taster. Solche Sicherheitsvorkehrungen bremsten Produktionslinien bisher aus.
Dieser Fokus auf Sicherheit und räumliches Bewusstsein wird auch im Keynote-Vortrag von NVIDIA am Montag eine zentrale Rolle spielen. CEO Jensen Huang wird voraussichtlich die Isaac-Robotikplattform und die Rolle von Hochleistungsrechnern beim Training autonomer Maschinen erläutern. Damit unterstreicht er die Verbindung zwischen moderner Halbleitertechnik und robotischer Bewegung.
Werden Roboter 2026 alltagstauglich?
Der aggressive Vorstoß der Elektronikkonzerne in die Robotik signalisiert einen reifenden Markt. Analysten halten 2026 für das Jahr, in dem Heimroboter von Spielzeugen zu funktionaler Haushaltsinfrastruktur werden könnten. Die Integration generativer KI ist der Schlüssel: Sie befähigt die Maschinen, mit Unschärfe umzugehen. Ein Befehl wie „Räum das Chaos da weg“ muss nicht mehr millimetergenau koordiniert werden.
„Die Diskussion hat sich verschoben“, kommentieren Branchenkenner die Vormessen-Ereignisse. „Es geht nicht mehr um die Frage ‘Was kann KI generieren?’, sondern ‘Was kann KI für mich in der physischen Welt tun?’“ Da der globale Smart-Home-Markt zunehmend gesättigt ist, setzen Hersteller darauf, dass autonome, mobile Agenten die nächste Welle von Hardware-Upgrades antreiben werden.
Das erwartet Besucher in dieser Woche
Die CES 2026 geht noch bis zum 9. Januar. Das Las Vegas Convention Center beherbergt tausende Aussteller, die praktische Anwendungen dieser Technologien zeigen.
- Montag, 5. Januar: Wichtige Keynotes von LG, NVIDIA und Sony Honda Mobility mit voraussichtlichen Updates zu autonomen Fahrzeugplattformen.
- Dienstag, 6. Januar: Die Messehallen öffnen offiziell für alle Besucher. In der „Robotics Zone“ werden humanoide Roboter chinesischer und koreanischer Start-ups um Aufmerksamkeit buhlen.
- Spätere Woche: Podiumsdiskussionen zu KI-Ethik, insbesondere zu den Sicherheits- und Datenschutzimplikationen von mobilen Kameras und Sensoren in privaten Wohnräumen.
Unter dem Leitmotiv „Physical AI“ entwickelt sich die CES 2026 zu einem Wendepunkt. Die Versprechen der Science-Fiction beginnen, mit der Realität der Konsumententechnologie zu verschmelzen.
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