Samsung, AMD

Samsung und AMD reagieren auf globale RAM-Krise

08.01.2026 - 20:41:12

Die durch KI getriebene Nachfrage nach HBM-Speicher führt zu Engpässen bei Standard-RAM, was Preise verdoppelt und die Verfügbarkeit von Consumer-Geräten bedroht. Samsung und AMD entwickeln Gegenstrategien.

Die Tech-Riesen Samsung und AMD starten Gegenoffensiven gegen eine historische Knappheit bei Speicherchips. Die durch KI getriebene Nachfrage lässt Preise explodieren und bedroht die Verfügbarkeit von Computern und Smartphones.

KI-Boom verdrängt klassische Speicher

Hinter der Krise steckt ein fundamentaler Wandel: Hersteller wie Samsung und SK Hynix verlagern ihre Produktionskapazitäten massiv hin zu High Bandwidth Memory (HBM). Dieser Speichertyp ist für KI-Server unverzichtbar, geht aber zu Lasten der Fertigung von DDR5-RAM und NAND-Speicher für Consumer-Geräte.

Die Folgen sind dramatisch. Laut Marktforschern haben sich die Preise für Standard-DDR5-Module in sechs Monaten nahezu verdoppelt. Enterprise-Speichermodule (64GB RDIMM), die Ende 2025 noch bei 255 US-Dollar lagen, könnten bis März 2026 auf 700 US-Dollar steigen. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

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Samsungs Warnung und Bündnis-Strategie

Samsung profitiert kurzfristig vom Boom. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal 2025 einen vorläufigen Rekordgewinn von umgerechnet 13,8 Milliarden Euro – getrieben vor allem durch den Verkauf von KI-Speicher.

Doch gleichzeitig warnt der Konzern vor flächendeckenden Auswirkungen. „Die Probleme sind systemisch und betreffen jeden“, so ein Samsung-Manager gegenüber Bloomberg. Die Botschaft ist klar: Höhere Preise werden sich durch die gesamte Produktpalette ziehen.

Als strategische Antwort entwickelt Samsung laut Branchenberichten gebündelte Lösungen. In Gesprächen mit Partnern wie AMD und Google soll es um garantierte Speicher-Kontingente gehen. Solche Allianzen würden Schlüsselkunden vor den extremen Schwankungen am Spot-Markt schützen.

AMD setzt auf Alt-Technologie als Ausweg

Für AMD wird die Speicherknappheit zur existenziellen Herausforderung. RAM-Kosten machen inzwischen einen deutlich größeren Teil der Gesamtkosten von PCs und Grafikkarten aus. Das bedroht die Preisattraktivität der AMD-Plattformen.

Als unkonterte Gegenmaßnahme prüft AMD nun die Wiedereinführung oder verlängerte Unterstützung von Hardware-Architekturen alter Generationen. Diese nutzen ältere, günstigere und verfügbarere Speicherstandards. Für preisbewusste Käufer, die sich den Einstieg in die DDR5-Welt nicht leisten können, böte dies eine Alternative.

Diese defensive Strategie könnte sich mit Samsungs Bündnis-Plänen verbinden. Garantierte Lieferungen für AMDs High-End-Ryzen- und EPYC-CPUs würden verhindern, dass diese leistungsstarken, KI-fähigen Chips am fehlenden Speicher scheitern.

Versteckte Preiserhöhungen für Verbraucher

Für Endkunden zeichnet sich ein düsteres Jahr ab. Marktbeobachter erwarten bei Smartphones und PCs eine Art „Shrinkflation“. Um die Verkaufspreise stabil zu halten, könnten 2026er Flaggschiff-Geräte mit weniger Arbeitsspeicher ausgeliefert werden – etwa mit 8GB statt 16GB. Damit würde sich ein jahrelanger Trend zur Speichererweiterung umkehren.

Bereits heute kosten handelsübliche RAM-Kits mit 32GB statt 150 Euro oft über 300 Euro. Da die Lager der großen Hersteller für 2026 bereits ausverkauft sind, wird mit weiteren Preissprüngen gerechnet.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Einigkeit herrscht in der Branche darüber, dass die Krise 2026 nicht gelöst wird. Neue Fabriken von Samsung und anderen Herstellern gehen frühestens 2027 oder 2028 in Betrieb. Die Angebotslücke ist strukturell bedingt.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich die jetzt geschmiedeten Allianzen sind. Gelingt es Samsung, stabile „Versorgungszonen“ für Partner wie AMD zu schaffen? Für den breiten Markt hingegen scheint die Ära des billigen, reichlich verfügbaren Arbeitsspeichers vorerst beendet. Die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz hat RAM zu einer knappen und teuren Premium-Ressource gemacht.

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