Samsung SDS präsentiert auf der CES Agentic AI für den Arbeitsplatz
08.01.2026 - 07:32:12KI-Agenten übernehmen komplexe Arbeitsabläufe und könnten den Verwaltungsaufwand um zwei Drittel reduzieren. Das zeigte Samsung SDS heute auf der CES in Las Vegas. Das südkoreanische IT-Dienstleistungsunternehmen stellte seine nächste Generation autonomer KI-Assistenten vor, die mit minimaler menschlicher Eingriffe arbeiten.
Vom generierenden zum handelnden Assistenten
Die Zukunft der Büroarbeit könnte deutlich weniger Papierkram bedeuten. Samsung SDS CEO Lee June-hee präsentierte auf der Technologiemesse die Vision einer „Agentic AI“. Diese geht weit über heutige Chatbots hinaus. Statt nur auf Anfrage Texte zu generieren, erkennen die neuen Agenten Kontexte, planen Handlungsabläufe und führen diese eigenständig über verschiedene Systeme hinweg aus.
In einer eindrucksvollen Simulation demonstrierte das Unternehmen den Arbeitstag eines Behördenleiters. Ein persönlicher KI-Assistent begann den Tag mit einer Priorisierung der anstehenden Aufgaben. Anschließend bearbeitete das System eigenständig Routine-Korrespondenz, koordinierte Termine und verfasste Berichtsentwürfe. In einem Beispiel analysierte der Agent schädliche Videoinhalte, erstellte die notwendigen Meldungsberichte und verfasste Pressemitteilungen – alles zur finalen Freigabe durch den Menschen.
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Laut interner Tests von Samsung SDS kann diese Automatisierung bis zu 5 Stunden und 20 Minuten pro Tag einsparen. Das entspricht einer Reduzierung der Arbeitslast um rund 67 Prozent. Eine Revolution für die Produktivität?
Brity Copilot und FabriX: Die Triebwerke der Effizienz
Den Kern der neuen Fähigkeiten bilden massive Updates der Plattformen Brity Copilot und FabriX.
Der Brity Copilot wurde um „Personal Agent“-Funktionen erweitert. Er integriert sich tief in E-Mail, Messaging und Videokonferenz-Tools. Die Lösung Brity Meeting erreicht nun eine Spracherkennungsgenauigkeit von über 95 Prozent und übersetzt in Echtzeit in mehr als 60 Sprachen. Mitarbeiter können so repetitive Aufgaben vollständig an die KI delegieren.
FabriX, die Generative-AI-Plattform des Unternehmens, verbindet nun interne Geschäftssysteme mit verschiedenen großen Sprachmodellen (LLMs). In einer strategischen Neuausrichtung unterstützt FabriX eine Multi-Modell-Umgebung. Kunden können so das für sie beste Modell wählen. Ein Meilenstein ist die Integration von OpenAI’s ChatGPT Enterprise. Eine entsprechende Reseller-Partnerschaft unterzeichnete Samsung SDS als erstes koreanisches IT-Dienstleistungsunternehmen.
Massive Infrastruktur-Investitionen im Hintergrund
Die Software-Offensive wird durch einen massiven Ausbau der Hardware untermauert. Noch auf der CES unterzeichnete Samsung SDS eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen Hochleistungs-Rechenzentrums in Gumi. Die Investition: umgerechnet rund 315 Millionen Euro.
Das „Gumi AI Data Center“ soll bis März 2029 fertiggestellt sein und eine Kapazität von 60 Megawatt haben. Es wird eine hybride Kühltechnologie nutzen, um die Hitze der nächsten KI-Prozessor-Generation zu bewältigen.
Kurzfristig will das Unternehmen ab Februar 2026 seine Rechenleistung mit NVIDIA B300 Grafikprozessoren (GPUs) verstärken. Diese werden in die Samsung Cloud Platform (SCP) integriert, um die anspruchsvollen „Agentic AI“-Workloads zu stemmen.
Strategische Positionierung zwischen Leistung und Sicherheit
Branchenbeobachter sehen in der Doppelstrategie – leistungsstarke KI-Anwendungen und souveräne Infrastruktur – eine kluge Marktpositionierung. Samsung SDS kontrolliert damit den gesamten Stack: von der GPU-betriebenen Cloud bis zur Benutzeroberfläche des Agenten. Das adressiert zwei zentrale Unternehmensbedenken: Performance und Datensicherheit.
Die Partnerschaft mit OpenAI und die Unterstützung für globale Cloud-Anbieter wie AWS oder Microsoft Azure ermöglichen Kunden eine hybride KI-Strategie. Sie können weltweit führende Modelle nutzen, sensible Daten aber in der geschützten, privaten Samsung-Cloud belassen. Für stark regulierte Branchen wie Finanzen oder öffentliche Verwaltung ist das ein entscheidender Vorteil.
Die auf der CES vorgestellten „Team Agents“ für die Gruppenarbeit und sprachaktivierte Arbeitsanweisungen für Mobilgeräte sollen bereits in der ersten Hälfte 2026 folgen. Wenn die Technologie hält, was sie verspricht, steht der Begriff „Produktivität“ vor einer radikalen Neudefinition.
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