Samsung, LPDDR6

Samsung LPDDR6: Neuer Speicher-Standard für KI-Laptops demonstriert

08.01.2026 - 03:45:12

Samsung präsentiert funktionierende LPDDR6-Module mit 10,7 Gbps und 21 % besserer Energieeffizienz. Die Technologie soll Ende 2026 in Top-Laptops Einzug halten, voraussichtlich mit einem Aufpreis.

Samsung hat auf der CES 2026 erstmals funktionierende LPDDR6-Speichermodule gezeigt. Sie sollen die Leistungsgrundlage für die nächste Generation von KI-fähigen Laptops bilden.

Die Vorführung im Las Vegas Convention Center bestätigt den Start einer Speichertechnologie, die speziell für die hohen Anforderungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf Endgeräten entwickelt wurde. Der Standard war zwar bereits Mitte 2025 vom Gremium JEDEC festgelegt worden, doch Samsungs Live-Demo markiert einen der ersten öffentlichen Auftritte der Hardware. Für die Branche liefert sie nun konkrete Leistungsdaten.

10,7 Gbps auf 12-Nanometer-Basis

Die ausgestellten Module bestätigen die zuletzt angekündigten Spezifikationen. Hergestellt in einem 12-Nanometer-Prozess, überträgt Samsungs LPDDR6 Daten mit bis zu 10,7 Gigabit pro Sekunde (Gbps). Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber den maximal 8,5 Gbps des aktuellen High-End-Standards LPDDR5X.

Diese Geschwindigkeit ist entscheidend für moderne Neural Processing Units (NPUs), die auf hohe Bandbreiten angewiesen sind. Wie auf der CES demonstriert, ermöglicht dies etwa schnellerere Antwortzeiten bei großen Sprachmodellen, die lokal auf dem Gerät laufen. Die Latenz für Nutzer von KI-Assistenten sinkt spürbar.

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Laut technischer Dokumentation sind künftige Versionen der Technologie noch schneller: Bis zu 14,4 Gbps sollen möglich sein, sobald der Fertigungsprozess ausgereift ist. Die 10,7 Gbps setzen jedoch zunächst den Maßstab für Top-Laptops, die in der zweiten Hälfte 2026 erwartet werden.

21 Prozent mehr Effizienz für KI-Anwendungen

Neben der Geschwindigkeit betont Samsung eine um 21 Prozent verbesserte Energieeffizienz im Vergleich zu LPDDR5X. Erreicht wird dies durch eine dynamische Spannungs- und Frequenzregelung (DVFSL), die im JEDEC-Standard vorgeschrieben ist.

Dieser geringere Stromverbrauch ist besonders für die neue Geräteklasse der „KI-PCs“ relevant. Komplexe KI-Berechnungen lokal durchzuführen, kann Akkus schnell leeren. Durch die optimierte Spannungsversorgung des Speichers will Samsung den höheren Energiebedarf der nächsten NPU-Generation ausgleichen. Ein intelligentes Strommanagement passt den Verbrauch zudem an die jeweilige Arbeitslast an.

Dieses Effizienzprofil war wohl ein Grund dafür, dass Samsungs LPDDR6 auf der CES mit einem Innovationspreis 2026 in der Kategorie mobile Geräte ausgezeichnet wurde.

Markteinführung mit Aufpreis erwartet

Wann kommt die Technologie in die Läden? Branchenkreise gehen davon aus, dass die erste Welle von Laptops mit Samsungs LPDDR6 Ende 2026 oder Anfang 2027 starten wird. Angetrieben werden sie voraussichtlich von der nächsten Prozessorgeneration, wie Intels Panther Lake oder AMDs Medusa Point, die den neuen Speicherstandard unterstützen.

Der Wechsel zu LPDDR6 dürfte jedoch einen Aufpreis bedeuten. Analysen im Umfeld der CES deuten auf eine Preiserhöhung von etwa 20 Prozent gegenüber aktuellen LPDDR5X-Modulen hin. Verantwortlich sind die komplexere 12-Nanometer-Fertigung und das neues Design. Entsprechend wird die Technologie vorerst nur in teuren Top-Laptops und Workstations zu finden sein, bevor sie in den Massenmarkt sickert.

Interessant: Während Samsung die Technologie für Laptops präsentiert, ist der sofortige Einsatz in Smartphones für das erste Halbjahr ungewisser. Gerüchte deuten darauf hin, dass kommende Flaggschiff-Handys wie die Galaxy S26-Serie beim bewährten LPDDR5X bleiben könnten, um preislich wettbewerbsfähig zu bleiben. LPDDR6 wäre dann einem Mid-Cycle-Update oder der 2027er Generation vorbehalten.

Notwendiger Schritt gegen den „Memory Wall“

Die Einführung von LPDDR6 ist mehr als nur ein kleines Update. Sie ist eine notwendige Evolution, die von der Software-Landschaft getrieben wird. Der JEDEC-Standard von Juli 2025 wurde explizit entwickelt, um den „Memory Wall“ zu überwinden – den Engpass, der KI-Leistung zunehmend begrenzt.

Durch die Verdopplung der effektiven Bandbreite und Funktionen wie den „Carve-out Meta mode“, der spezielle Speicherbereiche für kritische Systemaufgaben reserviert, schafft der Standard eine zuverlässigere Umgebung für KI-Aufgaben.

Samsungs aggressive Präsentation so früh im Jahr 2026 unterstreicht den Anspruch des Konzerns, seine Führungsposition im Speichermarkt gegen Wettbewerber wie SK Hynix und Micron zu behaupten. Die physische Demo auf der CES ist eine strategische Botschaft an Gerätehersteller, die gerade ihre Produktlinien für die Weihnachtssaison 2026 finalisieren.

Ausblick: Mehr Bandbreite für lokale KI

Die Branche erwartet einen allmählichen Produktionshochlauf von LPDDR6 im Laufe des Jahres 2026. Die jetzt gezeigten 10,7-Gbps-Module sind wohl erst der Anfang. Mit steigenden Ausbeuten im 12-Nanometer-Prozess wird Samsung die Frequenzen voraussichtlich weiter erhöhen, um das JEDEC-Maximum von 14,4 Gbps zu erreichen.

Für Verbraucher wird der echte Nutzen spürbar, wenn Software-Entwickler die höhere Bandbreite für komplexere lokale KI-Anwendungen nutzen – von Echtzeit-Videoverarbeitung bis hin zu persönlichen Assistenten, die komplett offline arbeiten. Bis dahin sind die Module in Las Vegas ein klares Signal, auf welches Leistungsniveau High-End-Laptops im kommenden Jahr zusteuern.

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