Salzkammergut, Offensive

Salzkammergut startet Offensive für ökologisches Bauen

12.01.2026 - 11:30:11

Das Salzkammergut setzt 2026 auf nachhaltigen Wohnbau. Neue Landesförderungen und regionale Bauträger treiben die Wende an – weg von der Bodenversiegelung, hin zur ökologischen Nachverdichtung.

Mit Jahresbeginn hat sich die wohnbaupolitische Landschaft in der Seenregion grundlegend gewandelt. Gemeinden und Bauträger setzen die neuen Richtlinien der oberösterreichischen Wohnbauförderung 2026 nun konkret um. Ihr Ziel: Leistbarer Wohnraum entstehen lassen, ohne die Naturlandschaften weiter zu versiegeln. Erstmals rücken auch Eigentumswohnungen und der „ökologische Ersatzneubau“ in den Fokus.

Der formelle Startschuss fiel mit der neuen Eigenheimverordnung am 1. Januar. Praktisch wirkt sie sich jetzt in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck aus. Ein zentraler Punkt: Landesdarlehen gelten nun auch für Eigentumswohnungen. Das war in den teuren Lagen des Salzkammerguts lange überfällig.

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Das neue Modell bietet einen Fixzins von 1,5 Prozent für die ersten zehn Jahre. Das schafft Planungssicherheit, besonders für junge Familien. Sie waren zuletzt durch hohe Zinsen oft vom Eigentumserwerb ausgeschlossen. Die Region nutzt die Vorgaben des Landes, um gezielt Projekte mit hohen ökologischen Standards zu fördern. Wer im Bestand saniert oder einen Ersatzneubau realisiert, profitiert am stärksten.

Fokus liegt auf Ersatzneubau statt „grüner Wiese“

Ein Kernstück der neuen Strategie ist der Abschied vom Bauen auf der „grünen Wiese“. In Gemeinden wie Bad Ischl und Gmunden, wo Bauland knapp ist, setzen Planer massiv auf den Ersatzneubau. Alte, ineffiziente Gebäude weichen modernen, ökologischen Wohnanlagen – oft mit höherer Dichte.

Dieser Ansatz löst zwei Probleme gleichzeitig: Er minimiert den Flächenverbrauch und belebt die Ortskerne. Projekte wie „Beyond Bad Ischl“ zeigen, wie es gehen kann. Moderne Architektur verbindet sich mit nachhaltigen Energiesystemen wie Wärmepumpen und Photovoltaik. Die neue Verordnung unterstützt dies sogar durch Förderungen für Tiefgaragen. So bleibt oberirdisch mehr Platz für Begrünung.

Regionale Bauträger übernehmen Vorreiterrolle

Die Umsetzung der ökologischen Wende liegt bei etablierten Bauträgern. Gemeinnützige Vereinigungen wie die GSG und lokale Entwickler wie die SKG Wohnbau haben ihre Projektpläne für 2026/27 bereits angepasst.

Ihr Schwerpunkt liegt klar auf Energieautarkie. In Vöcklabruck und Umgebung entstehen Wohnanlagen, die nicht nur Passivhausstandard erreichen, sondern Bewohner durch PV-Anlagen und Speicher teilweise unabhängig vom Stromnetz machen. Auch die „Sanierungsoffensive 2026“ des Bundes spielt hier hinein. Genossenschaften tauschen fossile Heizsysteme im Bestand im großen Stil aus. Die Kombination aus Landes- und Bundesmitteln macht diese ökologischen Upgrades ohne extreme Mietsteigerungen möglich.

Das Erbe der Kulturhauptstadt wirkt nach

Beobachter sehen in dieser Offensive auch ein spätes Erbe des Kulturhauptstadtjahres 2024. Die damals angestoßenen Debatten über neue Wohnformen im ländlichen Raum finden nun ihren baulichen Niederschlag. Die Region positioniert sich als Vorzeigemodell für die Vereinbarkeit von Tourismus, Naturschutz und Wohnbedarf.

Der Immobilienmarkt reagiert bereits. Makler verzeichnen eine gestiegene Nachfrage nach den nun förderbaren Eigentumswohnungen – besonders von Einheimischen. Gleichzeitig bremst die gezielte Förderung von Hauptwohnsitzen den „Ausverkauf der Heimat“ an Zweitwohnsitzbesitzer.

Ein Jahr der Baustellen in den Ortskernen

2026 wird im Salzkammergut ein Jahr der Bautätigkeit. Die Baustellen werden jedoch nicht an den Ortsrändern, sondern in den Zentren entstehen. Die ersten Spatenstiche für nach den neuen Kriterien geförderte Projekte werden im Frühjahr erwartet.

Ob die Initiative zum Erfolgsmodell für andere Alpenregionen wird, hängt maßgeblich von einer Frage ab: Wie schnell lassen sich die bürokratischen Hürden für Nachverdichtungsprojekte überwinden? Die Weichen für eine grünere Wohnzukunft in der Seenregion sind jedenfalls gestellt.

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