Salzburg, Taskforce

Salzburg startet Taskforce gegen Bürokratie-Frust

01.02.2026 - 19:23:12

Eine neue Initiative von Land und Wirtschaftskammer will Genehmigungen beschleunigen und Berichtspflichten vereinfachen, um die starke Belastung der Betriebe zu reduzieren.

Eine neue Taskforce soll Salzburgs Unternehmen aus dem Paragrafen-Dschungel befreien. Die von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) und der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) gestartete Initiative hat bereits knapp 50 konkrete Vorschläge auf dem Tisch. Sie sollen Genehmigungen beschleunigen und Berichtspflichten vereinfachen.

80 Prozent der Betriebe fühlen sich ausgebremst

Der Druck zum Handeln ist groß: Eine Umfrage der WKS ergab, dass sich 80 Prozent der Salzburger Betriebe durch überbordende Bürokratie stark belastet fühlen. Diese Hürden gelten als ernsthafte Wachstumsbremse für die gesamte Region. „Ich erwarte bald erste greifbare Ergebnisse“, bekräftigte Edtstadler kürzlich bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern.

Die Taskforce durchforstet systematisch die Landesgesetzgebung. Ein zentrales Vorhaben ist der neue „Entbürokratisierungs-Check“. Künftig sollen alle neuen Gesetze und Novellen auf ihre Praxistauglichkeit und ihre Auswirkungen auf Unternehmen geprüft werden. Das Ziel: neue bürokratische Hürden von vornherein verhindern.

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13 Stunden Papierkram pro Woche

Die wirtschaftlichen Kosten sind immens. Schätzungen zufolge:
* Bürokratie kostet Österreich rund 15 Milliarden Euro pro Jahr.
* In Salzburg sind rechnerisch 10.000 Vollzeitstellen nur mit Verwaltungsaufgaben beschäftigt.
* Ein durchschnittlicher Betrieb wendet 13 Stunden pro Woche für Bürokratie auf.

„Diese Ressourcen fehlen für Innovation und Wachstum“, argumentiert WKS-Präsident Peter Buchmüller. Als extremes Negativbeispiel gilt das Wasserkraftwerk Stegenwald: Sein Genehmigungsverfahren dauerte fünfmal länger als der eigentliche Bau.

Wird der politische Wille diesmal reichen?

Die Opposition im Landtag bleibt skeptisch. Ankündigungen zum Bürokratieabbau gebe es seit Jahren, die konkrete Umsetzung bleibe aber oft aus. Die Taskforce, die Ende November 2025 startete, markiert einen neuen Anlauf. Edtstadler betont: „Viele Probleme können wir direkt in Salzburg lösen.“

Die Erwartungen der Wirtschaft sind hoch. Bis März sollen die ersten umsetzungsreifen Vorschläge vorliegen. Gelingt die Trendwende, wäre das ein starkes Signal für Salzburg als Wirtschaftsstandort.

@ boerse-global.de