Salzburg, Solarpflicht

Salzburg führt ab sofort Solarpflicht für Gewerbe-Neubauten ein

01.01.2026 - 06:33:12

In Salzburg ist ab sofort die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf neuen gewerblichen Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben. Die bisherigen Landesförderungen sind ausgelaufen.

Ab heute müssen neue Gewerbegebäude in Salzburg verpflichtend Photovoltaik-Anlagen installieren. Die bisherigen Landesförderungen für diese Kategorie sind gleichzeitig ausgelaufen. Die Regelung gilt ab sofort für alle neuen Baugenehmigungsverfahren.

Damit vollzieht das Land einen radikalen Wechsel: von der finanziellen Anreizpolitik hin zur gesetzlichen Bauvorschrift. Die Maßnahme ist die Umsetzung einer im Sommer 2025 beschlossenen Novelle des Salzburger Bautechnikgesetzes.

Vom Förderantrag zur verbindlichen Quote

Die Logik der Landesregierung ist klar: Eine Technologie, die gesetzlich vorgeschrieben ist, braucht keine staatlichen Subventionen mehr. Die Antragsfrist für die alten PV-Förderungen endete mit dem 31. Dezember 2025.

Die neue „Solardach-Quote“ schreibt vor, dass ein wesentlicher Teil der geeigneten Dachflächen bei gewerblichen Neubauten für Solarstrom genutzt werden muss. Betroffen sind vor allem Hallen, Bürogebäude und Logistikzentren.

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Umsetzung europäischer Vorgaben

Salzburg reagiert mit der Pflicht auf eine EU-Richtlinie. Diese verlangt ab 2026 Solaranlagen auf neuen öffentlichen und gewerblichen Gebäuden ab 250 Quadratmetern Nutzfläche.

In den vergangenen Monaten wurden viele Projekte noch schnell eingereicht, um die alten Förderbedingungen zu nutzen. Für alle neuen Verfahren gilt jetzt das Prinzip der Verpflichtung. Bauherren müssen in der Planung bereits detaillierte Solarkonzepte vorlegen.

Wirtschaft sorgt sich um Praxis und Kosten

Die Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) und Bauverbände sehen die Energiewende grundsätzlich als notwendig an. Ihre Kritik konzentriert sich auf die praktische Umsetzung und die steigenden Baukosten.

  • Die Integration der Anlagen erhöht die Initialinvestition für Neubauten.
  • Die technische Anbindung an das Stromnetz der Salzburg AG und die Kapazitäten vor Ort sind große Herausforderungen.
  • Juristische Leitfäden klären nun Haftungsfragen, da die PV-Installation zum Standardgewerk wird.

Die Salzburg AG hat ihr Netz zwar ausgebaut, dennoch ist eine engere Abstimmung zwischen allen Beteiligten nötig.

Professionelle Planung wird zum Standard

Salzburg ist mit diesem Schritt nicht allein. Wien und das deutsche Baden-Württemberg haben ähnliche Verpflichtungen bereits eingeführt. Erfahrungen von dort zeigen einen positiven Effekt: Die Planung wird professioneller, das Dach wird von Anfang an als Kraftwerk mitgedacht.

Für den Immobilienmarkt könnte dies bedeuten, dass „Green Building“-Zertifikate zum Standard werden. Die wegfallende Förderung wird teilweise durch sinkende Modulpreise und effizientere Installationen aufgefangen.

Der Fokus liegt jetzt auf der reibungslosen Umsetzung. Diskussionen auf EU-Ebene zeigen jedoch schon die mögliche Zukunft: Die Solarpflicht könnte später auf Dachsanierungen und sogar auf Wohngebäude ausgeweitet werden.

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