Salesforce, Slackbot

Salesforce macht Slackbot zum KI-Kollegen für alle

16.01.2026 - 21:13:12

Salesforce integriert einen proaktiven KI-Agenten in Slack, der aus Konversationen und Dateien lernt, um Arbeitsabläufe zu automatisieren und Nutzern täglich Zeit zu sparen.

Der Software-Riese stellt seinen Chatbot auf eine neue Stufe: Der neue Slackbot agiert als persönlicher KI-Assistent, der Aufgaben automatisiert und proaktiv im Arbeitsfluss handelt – inklusive in allen Premium-Tarifen.

Salesforce hat den Slackbot grundlegend neu erfunden. Ab sofort steht allen Kunden der Business+- und Enterprise+-Pläne ein völlig überarbeiteter, KI-gesteuerter Assistent zur Verfügung – ohne Aufpreis. Das Tool soll nicht mehr nur Befehle entgegennehmen, sondern aus Gesprächen, Dateien und App-Verbindungen lernen. So will es den Wechsel zwischen verschiedenen Programmen überflüssig machen. Mit diesem Schritt treibt Salesforce seine Strategie voran, agentenbasierte KI tief in Arbeitswerkzeuge zu integrieren. Slack wird so zum zentralen Betriebssystem für eine neue Ära der Arbeit.

Ein kontextbewusster Mitarbeiter für jedes Team

Die Kerninnovation liegt in der tiefen Verankerung in der Slack-Umgebung. Der KI-Agent hat Zugriff auf den gesamten institutionellen Wissensschatz eines Unternehmens. Er analysiert Informationen aus öffentlichen Kanälen, privaten Chats, geteilten Dateien und verbundenen Drittsystemen wie Google Drive oder Microsoft OneDrive. Dabei hält er sich strikt an bestehende Berechtigungen und Sicherheitsprotokolle. Diese kontextuelle Intelligenz unterscheidet ihn von isolierten KI-Assistenten und ermöglicht präzisere Antworten.

Ein Mitarbeiter kann den Bot bitten, ihn „auf den neuesten Stand“ zu einem Projekt zu bringen. Der Agent erstellt dann eine Zusammenfassung aus verstreuten Diskussionen, Dokumenten und sogar Kundendaten aus Salesforce-CRM-Systemen. Das geht über reine Zusammenfassung hinaus: Der Bot entwirft Tagesordnungen aus Kanalaktivitäten, generiert Dokumente in Slack Canvas oder holt spezifische Daten aus langen Berichten – alles ohne die Slack-Oberfläche zu verlassen. Aus einem reaktiven Tool wird so ein proaktiver digitaler Kollege.

Anzeige

Passend zum Thema Sicherheit — während Slack sich zum zentralen Kommandozentrum für agentische KI entwickelt, sind viele Unternehmen nicht ausreichend gegen neue Angriffsvektoren gewappnet. Das kostenlose Cyber-Security-Guide zeigt praxisnahe Schutzmaßnahmen für KI‑Agenten, API‑Schnittstellen und Zugriffskontrollen, inklusive Checklisten zu Berechtigungen, Backup‑Strategien und Phishing‑Prävention. Ideal für IT‑Verantwortliche, die KI nutzen möchten ohne unnötige Risiken. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Der Motor für das „agentische Unternehmen“

Der Launch ist ein Eckpfeiler der Salesforce-Vision „Agentforce 360“. Sie sieht ein „agentisches Unternehmen“ vor, in dem Menschen und KI-Assistenten nahtlos zusammenarbeiten. Slack soll der zentrale Gesprächsknotenpunkt werden, der Wissen, Aktionen und Daten in Echtzeit verbindet. Das Unternehmen betont: Während KI-Tools für Verbraucher alltäglich sind, benötigen Unternehmensumgebungen ein höheres Maß an Vertrauen, Kontext und Integration.

Der neue Slackbot soll diesen Ansprüchen gerecht werden. Er operiert innerhalb der gleichen Sicherheits- und Compliance-Rahmen wie Slack selbst. Er zeigt nur Informationen an, für die ein Nutzer bereits berechtigt ist, und liefert Quellenangaben für Transparenz. Im Hintergrund treiben fortschrittliche Sprachmodelle das System an, darunter die Claude-Serie von Anthropic. Dieses Modell wurde unter anderem wegen seiner starken Compliance- und Sicherheitsfähigkeiten ausgewählt. Salesforce plant, künftig möglicherweise auch andere Modelle wie Googles Gemini zu integrieren.

Produktivitätsschub in der Praxis

Erste Tests und Pilotprogramme zeigen vielversprechende Ergebnisse. Einige Nutzer berichteten, durch das Auslagern von Aufgaben wie Informationsrecherche und Zusammenfassung an die KI mindestens 90 Minuten pro Tag zu sparen. Auch bei der internen Einführung bei Salesforce selbst war die Nutzung signifikant: Teams sparten Stunden, die sie zuvor mit der Suche nach Kontext in verstreuten Systemen verbracht hatten.

Die Auswirkungen betreffen verschiedene Abteilungen. Marketing-Teams nutzen den Bot, um Kampagnenkontext abzurufen und kreative Briefings zu entwerfen. Vertriebsteams bereiten Kundengespräche vor, indem sie relevante Kundendaten direkt in Slack abfragen. Die Automatisierung von Einarbeitungsleitfäden, die Generierung von Meeting-Notizen aus Huddles und die Organisation komplexer Projektinformationen verwandeln Slack-Kanäle in dynamischere Multifunktions-Arbeitsbereiche. Die Mitarbeiter sollen so von der „Arbeit der Arbeit“ befreit werden, um sich auf strategisch wertvollere Aufgaben zu konzentrieren.

Wettbewerb und Ausblick

Der neue Slackbot verschärft den Wettbewerb auf dem Markt für KI-Assistenten im Unternehmen. Slack tritt damit direkter gegen Angebote wie Microsoft Copilot und Zoom AI Companion an. Analysten sehen Slacks großen Vorteil jedoch in der jahrzehntelangen Basis als Konversationsplattform. Sie bietet einen reichen Fundus an Kontextdaten, aus dem die KI schöpfen kann. Indem Salesforce die KI-Funktionen ohne separaten Aufpreis in bestehende Premium-Pläne packt, drängt das Unternehmen aggressiv auf Marktdurchdringung.

Der gestaffelte Rollout dauert bis Februar 2026 an; mobile Funktionen sollen bis März vollständig verfügbar sein. Für die Zukunft plant Salesforce, die Fähigkeiten des Slackbots weiter auszubauen. Er soll als Dirigent für andere KI-Agenten von Drittanbietern agieren können. Künftige Versionen könnten automatisch den besten Agenten für eine Nutzeranfrage bestimmen und so komplexe, mehrstufige Workflows über verschiedene Anwendungen hinweg auslösen. Diese Vision zementiert Slacks Wandlung von einer Messaging-App zu einem intelligenten Kommandozentrum für den modernen Arbeitsplatz.

Anzeige

PS: Die EU-KI-Verordnung ist seit 2024 in Kraft und stellt spezifische Pflichten an Anbieter und Anwender von KI‑Systemen. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und die notwendigen Dokumentationsschritte — maßgeschneidert für Unternehmen, die Slackbots oder andere Agenten einsetzen. Mit praktischen Checklisten und Fristen, damit Sie Compliance sicher planen. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden sichern

@ boerse-global.de