Saber-Plattform: Neue Zollcodes stoppen Importe nach Saudi-Arabien
08.01.2026 - 03:42:12Saudi-Arabien verschärft mit einer umfassenden Aktualisierung der Zolltarifcodes die Einfuhrbestimmungen. Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle Importeure ihre Dokumentation anpassen, um teure Verzögerungen an den Häfen zu vermeiden.
Die Änderung betrifft das elektronische Plattform-System Saber, das für die Zertifizierung von Importgütern zuständig ist. Die Behörden SASO und ZATCA haben eine neue Liste von Harmonisierten System-Codes (HS-Codes) integriert. Diese ersetzen veraltete Klassifizierungen und sind nun verbindlich.
Für Importeure bedeutet das: Jede Sendung benötigt ein Shipment Certificate of Conformity (S-CoC), das unter dem aktualisierten Code registriert ist. Zertifikate mit alten Codes werden an der Grenze nicht mehr akzeptiert, selbst wenn sie formal noch gültig sind. „Die Synchronisation zwischen Saber und dem Zoll ist jetzt sofortig“, warnt ein aktueller Compliance-Bericht. „Die Daten müssen perfekt sein, bevor das Schiff ablegt.“
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Besonders betroffen sind die Branchen Textilien und Bekleidung, Baumaterialien sowie Maschinen und Elektronik. Ein falscher Code bei der Beantragung führt zur automatischen Ablehnung des Clearance-Antrags.
Ende der Kulanz: Keine Nachreichung mehr möglich
Die neuen Regeln beenden eine lange Praxis der Nachsicht. Die Zeit der „Letters of Undertaking“ ist vorbei. Diese Vereinbarungen erlaubten es bisher, Ware mit der Zusage einer späteren Zertifizierung einzuführen.
Seit Oktober 2025 war die S-CoC-Pflicht zwar schrittweise eingeführt worden, doch erst die Tarifupdate markiert die strikte operative Durchsetzung. Der Zoll nutzt nun die Verbindung zwischen Saber und dem FASAH-System, um Zertifikate in Echtzeit zu prüfen, noch bevor die Ware den Hafen erreicht.
Logistikanbieter melden bereits in dieser Woche erste Konsequenzen: Sendungen ohne ein „final ausgestelltes“ S-CoC unter dem neuen Code werden sofort festgesetzt. Die Importeure tragen alle anfallenden Lager- und Liegegebühren. Eine nachträgliche Beantragung nach Ankunft der Ware ist nicht mehr möglich.
Drei Schritte für den reibungslosen Handel
Handels-Compliance-Experten raten Unternehmen zu einer dreistufigen Überprüfung ihrer Lieferketten-Dokumente:
- HS-Codes verifizieren: Exporteure müssen ihre Produktlisten mit dem ZATCA-Tarifplan abgleichen, um geänderte Codes zu identifizieren.
- Saber-Registrierungen aktualisieren: Bei geändertem HS-Code muss das Produktzertifikat (P-CoC) im Saber-System aktualisiert oder neu verknüpft werden, bevor ein neues Shipment Certificate ausgestellt werden kann.
- Vor-Versand-Validierung: Vor der Frachtbuchung muss das S-CoC im Saber-System als „Aktiv“ bestätigt sein.
Importeure, die ihre Saber-Profile noch nicht angepasst haben, werden dringend aufgefordert, Sendungen zu stoppen, bis die Konformität bestätigt ist. Andernfalls drohen kostspielige Engpässe in den wichtigen Häfen Dschidda und Dammam.
Teil der Vision 2030: Mehr Digitalisierung und Sicherheit
Die Maßnahme ist Teil der saudischen Vision 2030, die Handelsinfrastruktur zu digitalisieren und die Sicherheit der ins Königreich eingeführten Produkte zu gewährleisten. Durch die präzise Nutzung der HS-Codes will SASO Unklarheiten bei der Produktklassifizierung beseitigen – eine historische Schlupflücke für minderwertige Waren.
Für die Zukunft ist eine weitere Integration der Saber- und FASAH-Systeme geplant. Analysten prognostizieren, dass künftige Updates ein automatisiertes Risikoprofil auf Basis der HS-Code-Daten einführen könnten. Häufige Verstöße gegen die neuen Protokolle würden dann wahrscheinlich zu höheren Inspektionsraten führen.
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