Rocket, Lab

Rocket Lab Aktie: Analysten bremsen

15.01.2026 - 23:27:31

Nach einer starken Rally wird die Rocket-Lab-Aktie von KeyBanc zurückgestuft, während andere Investoren weiter kaufen. Die Bewertung nach einem Großauftrag und der bevorstehende Neutron-Start sind entscheidend.

Rocket Lab hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt – nun setzen erste Analysten den Fuß leicht auf die Bremse. Einen Tag nach dem Rekordhoch sorgt eine Herabstufung von KeyBanc für Gegenwind, während andere Häuser und Investoren klar auf der Käuferseite bleiben. Wie lässt sich dieses gemischte Bild einordnen?

Herabstufung nach Rekordhoch

Auslöser der Schwäche am Donnerstag ist eine Einstufungsänderung von KeyBanc Capital Markets. Die Bank stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Sector Weight“ zurück. Begründung: Die wichtigsten Wachstumstreiber seien inzwischen weitgehend im Kurs eingepreist.

Konkret verweist KeyBanc darauf, dass zentrale Katalysatoren – allen voran ein großer Auftrag der US Space Development Agency (SDA) – bereits in der Bewertung reflektiert seien. Das bisherige Kursziel wurde gestrichen. Gleichzeitig betonen die Analysten, Rocket Lab weiterhin als eines der qualitativ stärksten Unternehmen im Weltraumsektor zu sehen. Es handelt sich also eher um eine Bewertungspause als um einen fundamentalen Vertrauensentzug.

Am Markt kamen die Signale dennoch an: Nach dem Rekordschluss am Mittwoch bei 91,80 US‑Dollar gibt die Aktie heute moderat nach und liegt mit rund 4 % unter dem Vortagshoch weiterhin deutlich unter dem jüngsten Spitzenwert.

Kontrast: Kaufsignale am Vortag

Die KeyBanc-Entscheidung steht im deutlichen Kontrast zu den jüngsten positiven Impulsen. Am Mittwoch war die Aktie um mehr als 6 % gestiegen. Treiber war unter anderem eine bestätigte „Buy“-Einstufung von Cantor-Fitzgerald-Analyst Andres Sheppard, der Rocket Lab als wichtigste Alternative zu SpaceX bezeichnete.

Auch auf der Investorenseite gab es starke Zuflüsse: Laut Einreichungen vom 15. Januar hat der institutionelle Investor Sumitomo Mitsui Trust Group Inc. seine Position deutlich ausgebaut. Der Fonds kaufte 638.290 Aktien und erhöhte seinen Anteil damit um 68,8 %. Solche Schritte werden am Markt oft als Ausdruck von Vertrauen in die mittel- bis langfristige Entwicklung gewertet, zumal sie mitten in einer Phase hoher Kursgewinne erfolgen.

Die Aktie bringt dafür auch die passende Historie mit: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von gut 250 % zu Buche, seit dem 52‑Wochen‑Tief im April 2025 hat sich der Kurs vervielfacht. Mit aktuell 87,99 US‑Dollar notiert die Aktie zwar knapp 4 % unter ihrem jüngsten Rekordstand, bleibt aber klar in der Nähe des Hochs.

Bewertung, Großauftrag und Sektorumfeld

Der Kern von KeyBancs Argumentation zielt auf die Frage der Bewertung nach der Kursvervielfachung. Im Fokus steht dabei der Großauftrag der US Space Development Agency: Im Dezember 2025 erhielt Rocket Lab einen historischen Vertrag über 816 Mio. US‑Dollar zum Bau von 18 Raketenwarn- und -verfolgungssatelliten. Dieser Deal hat den Auftragsbestand des Unternehmens faktisch verdoppelt.

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Aus Sicht von KeyBanc sind die Effekte dieses Vertrags nun weitgehend eingepreist. Das heißt: Der Markt hat die bessere Visibilität der Umsätze und die Rolle des Unternehmens als wichtiger Partner der US‑Verteidigung bereits honoriert. Zusätzliche Kurssprünge müssten künftig von neuen Aufträgen oder technologischen Meilensteinen kommen.

Gleichzeitig profitiert Rocket Lab von einem grundsätzlich freundlichen Umfeld: Steigende geopolitische Spannungen und der politische Wille, die militärische Präsenz im All auszubauen, sorgen für strukturellen Rückenwind. Symbolisch dafür steht ein jüngster Besuch des US‑Verteidigungsministers in einer Rocket-Lab-Anlage – ein deutliches Signal für die Relevanz des Unternehmens im sicherheitspolitischen Kontext.

Dass der RSI mit 85 deutlich im überkauften Bereich liegt und der Kurs fast 40 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt notiert, unterstreicht jedoch: Die Aktie hat in kurzer Zeit enorm viel vorweggenommen, die Schwankungsanfälligkeit ist hoch.

Nächste Meilensteine im Blick

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun, ob Rocket Lab neue Impulse nachliefern kann. Im Mittelpunkt steht der erste Start der wiederverwendbaren Mittelklasse-Rakete „Neutron“, dessen Jungfernflug für das erste Halbjahr 2026 geplant ist. Dieser Launch gilt am Markt als wichtigster technologischer und kommerzieller Katalysator der kommenden Monate, weil er den Eintritt in ein größeres Nutzlastsegment markieren und das Geschäftsmodell weiter skalieren könnte.

Daneben rückt der nächste Quartalsbericht in den Fokus, der für Ende Februar oder Anfang März 2026 erwartet wird. Dann wird sich zeigen, wie sich der verdoppelte Auftragsbestand in den Zahlen niederschlägt und welche Aussagen das Management zu Margen, Kapazitäten und der weiteren Pipeline macht. In Kombination mit der Neutron-Premiere dürfte diese Nachrichtenfolge maßgeblich bestimmen, ob die jüngste Konsolidierung eine kurze Verschnaufpause bleibt oder in eine längere Bewertungsanpassung übergeht.

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