Roboter, Automatisierung

Roboter für alle: Wie KI und neue Technik Automatisierung demokratisieren

22.01.2026 - 03:53:12

Fortschritte in KI und Hardware ermöglichen mittelständischen Unternehmen den Zugang zu komplexen Robotern. Experten sehen erste reale Anwendungen, warnen aber vor übertriebenen Erwartungen.

Fortschritte in KI und Hardware machen komplexe Roboter für Mittelständler erschwinglich und einfach zu integrieren.

Die Automatisierungswelt erlebt einen fundamentalen Wandel. Was einst nur großen Industriekonzernen vorbehalten war, rückt nun in Reichweite kleiner und mittlerer Unternehmen. Ein entscheidender Hebel ist die Demokratisierung der Robotik durch günstigere Komponenten, intuitive Software und leistungsstarke KI. Diese Entwicklung steht im Mittelpunkt eines Fach-Webinars von Design News am heutigen Donnerstag.

Vom teuren Koloss zum kompakten Helfer

Die Zeiten, in denen Roboter teure, maßgeschneiderte Großanlagen waren, sind vorbei. Der Trend geht zu kompakten, modularen und vor allem erschwinglichen Systemen. „Moderne Roboter haben sich von kostspieligen Installationen zu kompakten und bezahlbaren Systemen entwickelt“, erklärt Jan Hennecke, Produktmanager für Low-Cost Automation bei igus.

Schlüssel zu diesem Wandel ist die Integration von künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und fortschrittlicher Sensorfusion. Diese Technologien ermöglichen es Robotern, ihre Umgebung präzise wahrzunehmen, zu interpretieren und darauf zu reagieren. Sie können so komplexe Aufgaben mit Echtzeit-Problembewältigung übernehmen. Auf der CES 2026 zeigten Tech-Giganten wie Qualcomm, AMD und Nvidia bereits neue Hardware- und Software-Plattformen, die den großflächigen Einsatz von KI in physischen Systemen vorantreiben sollen.

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Reale Einsätze zeigen das Potenzial

Die Theorie wird dieser Tage durch eine Flut realer Anwendungen untermauert. Der Luftfahrtriese Airbus gab diese Woche eine bedeutende Partnerschaft mit UBTech bekannt. Dessen humanoider Roboter „Walker S2“ soll in Flugzeugfabriken eingesetzt werden. Ausgestattet mit geschickten Händen und einem intelligenten Agentensystem kann er Aufgaben autonom planen und Anomalien erkennen.

Im Automobilsektor absolvierte das britische Unternehmen Humanoid kürzlich ein erfolgreiches Pilotprojekt im Ford Innovation Centre in Deutschland. Ein geländegängiger Roboter handhabte dort autonom Behälter und manipulierte große Karosserieteile – und übertraf dabei die Leistungsziele. Diese industriellen Anwendungen folgen auf die Vorstellung des neuen, vollelektrischen Atlas-Roboters von Boston Dynamics, der 2026 bei Hyundai und Google DeepMind zum Einsatz kommen soll.

Zwischen Hype und Realität: Der Weg zur breiten Adoption

Trotz des rasanten Innovationstempos mahnen Analysten zur Geduld. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner prognostiziert, dass bis 2028 weniger als 20 Unternehmen humanoide Roboter erfolgreich in die Serienproduktion für Fertigung und Logistik bringen werden. Die Technologie sei für dynamische Hochdurchsatz-Operationen noch nicht reif, die meisten Einsätze blieben vorerst in stark kontrollierten Umgebungen.

Diesen vorsichtigen Ausblick gleichen starke staatliche und branchenweite Initiativen aus. Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) erklärte humanoide Robotik gerade zur Schlüsselpriorität im neuen Fünfjahresplan. Ziel sind Industriestandards und eine Open-Source-Community. In den USA wird die Messe Automate 2026 mit einem eigenen Humanoid Robot Forum und einem NVIDIA-gesponserten Pavillon das große Interesse im Ökosystem unterstreichen.

Die Zukunft: Erschwingliche Roboter verändern die Industrie

Die fortschreitende Demokratisierung der Robotik wird das industrielle Gefüge nachhaltig verändern. Wenn Kernkomponenten leistungsfähiger und günstiger werden und KI-Modelle die physische Welt besser navigieren können, werden sich die Anwendungsmöglichkeiten für Roboter stetig erweitern. Entscheidend sind dabei Entwicklungen bei Schlüsselkomponenten, wie den neuen Hochdrehmoment-Gelenken für Knie und Taille des Herstellers Chongqing Tsingshan.

Die Konvergenz aus sinkenden Kosten, steigenden Fähigkeiten und massiven Investitionen deutet darauf hin: Die Ära der zugänglichen, funktionalen Robotik hat begonnen. Die Massenverbreitung mag noch in der Zukunft liegen, doch die Vision von kollaborativen Robotern als Alltagshelfer in immer mehr Betrieben wird greifbar. Die Diskussionen im heutigen Webinar zeigen die praktischen Schritte dorthin auf.

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