Rio Tinto Aktie: China als Risiko
16.01.2026 - 20:27:33Rio Tinto steht bei zwei zentralen Themen unter genauer Beobachtung: den wiederaufgenommenen Fusionsgesprächen mit Glencore und einer neuen operativen Allianz mit BHP. Während die Kooperation in Australien Stabilität signalisiert, rückt vor allem China als mögliche Hürde für einen Mega-Deal in den Vordergrund.
Fusionspläne mit Glencore: Peking im Fokus
Nach der Bestätigung, dass Rio Tinto und Glencore erneut in vorläufige Fusionsgespräche eingetreten sind, rücken die chinesischen Wettbewerbsbehörden in den Mittelpunkt der Bewertung. China als größter Rohstoffkäufer weltweit dürfte eine mögliche Fusion wegen der stärkeren Konzentration bei Kupfer und Eisenerz besonders kritisch prüfen.
Neue Analysen von Reuters und Branchenkennern deuten darauf hin, dass ein kombinierter Konzern für eine Genehmigung wesentliche Vermögenswerte abgeben müsste. Im Zentrum der Spekulationen stehen:
- Simandou (Guinea): Großes, hochgradiges Eisenerzprojekt von Rio Tinto, wichtig für Chinas Versorgungssicherheit.
- Oyu Tolgoi (Mongolei): Eines der größten bekannten Kupfer- und Goldvorkommen weltweit.
- Kohle-Assets: Unabhängig von chinesischen Anforderungen werden konkrete Überlegungen gemeldet, Glencores Kohlegeschäft in ein separat börsennotiertes Unternehmen auszugliedern, um es stärker an die ESG-orientierte Anlegerbasis von Rio Tinto anzupassen.
Diese mögliche „China-Hürde“ erhöht das Ausführungsrisiko der Transaktion deutlich. Sie könnte dazu führen, dass genau jene langfristigen Wachstumstreiber aus dem Paket herausgelöst werden, die den strategischen Reiz der Fusion ausmachen.
Operative Stabilität: Allianz mit BHP
Parallel zu den M&A-Spekulationen hat Rio Tinto gestern seine operative Basis gestärkt. Das Unternehmen gab eine weitreichende Zusammenarbeit mit BHP zur gemeinsamen Förderung von Eisenerz in der Pilbara-Region in Westaustralien bekannt. Ziel ist es, über bestehende Standorte hinweg bis zu 200 Millionen Tonnen Eisenerz zu gewinnen.
Die Vereinbarung basiert auf zwei unverbindlichen Absichtserklärungen (MoUs) und umfasst insbesondere:
- Gemeinsame Nutzung von Infrastruktur: Rio Tinto verarbeitet Erz aus BHPs Yandi Lower Channel Deposit in eigenen Nassaufbereitungsanlagen.
- Gemeinsame Entwicklung: Beide Konzerne wollen das Wunbye-Vorkommen von Rio Tinto zusammen erschließen.
- Kapitaldisziplin: Laut Rio Tinto Iron Ore-CEO Matthew Holcz soll die Kooperation bestehende Anlagen besser ausnutzen, die Lebensdauer der Minen verlängern und gleichzeitig kostspielige Neuprojekte („Greenfield-Projekte“) vermeiden.
Diese Partnerschaft stabilisiert den Cashflow aus dem profitabelsten Geschäftsbereich von Rio Tinto und schafft damit einen operativen Gegenpol zu den deutlich riskanteren Glencore-Plänen.
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Strategische Weichenstellung und Marktsicht
Zwischen der BHP-Kooperation und den Glencore-Gesprächen entsteht ein klarer Kontrast. Auf der einen Seite steht eine vergleichsweise risikoarme Optimierung bestehender Eisenerz-Assets in einer politisch stabilen Region. Auf der anderen Seite eine potenziell „transformierende“ Transaktion, die einen Kupfer-Schwerpunkt schaffen und von der Energiewende profitieren soll, jedoch stark von regulatorischen Auflagen abhängt.
Der Markt reagiert entsprechend vorsichtig. Die Möglichkeit erzwungener Veräußerungen, um chinesische Kartellwächter zu überzeugen, erinnert an frühere, gescheiterte Großdeals in der Minenbranche. Investoren prüfen, ob eine mögliche Fusion ohne Schlüsselprojekte wie Oyu Tolgoi oder mit ausgelagerten Kohle-Assets noch genügend Mehrwert gegenüber den Integrations- und Vollzugsrisiken bietet.
Ausblick: Quartalsbericht als Nächster Prüfstein
Der nächste konkrete Termin rückt bereits näher: Am Mittwoch, 21. Januar, legt Rio Tinto das Operations Review für das vierte Quartal 2025 vor. Im Fokus stehen insbesondere:
- Entwicklung der Eisenerzlieferungen, auch im Lichte der neuen BHP-Kooperation
- Fortschritte beim Hochlauf der Kupferproduktion
Charttechnisch hält die Aktie derzeit einen Unterstützungsbereich, unterstützt durch die positiven Impulse aus der BHP-Meldung. Nach oben begrenzt bleibt der Kurs jedoch durch die Unsicherheit rund um die Glencore-Verhandlungen und die noch ungeklärte „Kohle-Exit“-Struktur. Ein ausbleibendes klares Konzept zur Abspaltung des Kohlegeschäfts oder ein deutlich restriktiver Kurs aus Peking könnten die Aktie in den kommenden Wochen belasten.
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