Richard Hawkins: Kunsthalle Wien zeigt drei Jahrzehnte radikaler Collagen
26.11.2025 - 08:21:11Die Kunsthalle Wien öffnet heute die erste große institutionelle Einzelausstellung des US-Künstlers Richard Hawkins in Österreich. „Potentialities” versammelt über 100 Werke aus drei Jahrzehnten – ein Kaleidoskop aus Popkultur, Begehren und Kunstgeschichte, das die Grenzen zwischen hoher und niederer Kultur konsequent ignoriert.
Nach der gestrigen Eröffnung können Besucher nun in einen Resonanzraum eintauchen, der von antiken griechischen Skulpturen bis zu Social-Media-Schnappschüssen reicht. Es ist die umfassendste Präsentation von Hawkins’ Schaffen seit über einem Jahrzehnt – und ein Höhepunkt im diesjährigen Wiener Kunstherbst.
Hawkins beschreibt seine Arbeitsweise selbst als „promiscuously referential”. Was das bedeutet? In den Ausstellungsräumen treffen die violetten Farbpaletten des Post-Impressionisten Pierre Bonnard auf Teenager-Schlafzimmer-Ästhetik und männliche Pop-Idolen. Eine Serie reinterpretiert die biblische Salome-Geschichte als düstere Homo-Dystopie, die an Gustave Moreau erinnert, aber mit der rohen Energie zeitgenössischer Subkultur aufgeladen ist.
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Die Schau vereint Malerei, Collagen, Skulpturen und Videos aus neun Werkgruppen. Hawkins arbeitet nicht chronologisch, sondern assoziativ – die „Collage” als übergeordnetes Prinzip. Besucher erleben, wie der Künstler disparate Elemente in neue, oft verstörende, aber stets ästhetisch faszinierende Kontexte setzt.
Wenn Kunst zu Mode wird
Dass Hawkins’ Relevanz über die Kunstwelt hinausreicht, bewies 2024 das Luxuslabel Loewe. Designer JW Anderson ließ sich direkt von seinen Werken für die Herbst/Winter-Männerkollektion inspirieren. Ein Beleg für die ungebrochene Aktualität seiner Ästhetik.
Auch die Thematisierung des männlichen Körpers und queer-theoretischer Ansätze trifft den Nerv der Zeit. Hawkins untersucht konsequent die Dynamiken des Begehrens – von Hollywood-Stars über Justin Bieber bis zu Figuren aus der japanischen Butoh-Tanzszene. Diese popkulturellen Zitate bleiben nie oberflächlich, sondern werden mit kunsthistorischer Kenntnis verwoben.
Edition für Wien, Monografie nach 15 Jahren
Anlässlich der Ausstellung erscheint die limitierte Edition Purple Melody Vienna (2025), basierend auf dem gleichnamigen Gemälde von 2018. Eine greifbare Erinnerung an diese bedeutende Werkschau.
Begleitet wird das Projekt von der ersten Monografie zu Hawkins seit 15 Jahren. Sie enthält Essays renommierter Kunsttheoretiker wie Rhea Anastas und Kristian Vistrup Madsen sowie ein Gespräch zwischen dem Künstler und Kritiker Bruce Hainley.
Der „Artist’s Artist” erobert Europa
Im internationalen Kunstmarkt gilt Hawkins als „Artist’s Artist” – hochgeschätzt von Kollegen und Kritikern, aber oft abseits des ganz großen Mainstream-Hypes. Diese institutionelle Aufarbeitung könnte seinen Marktwert und seine Sichtbarkeit in Europa signifikant steigern.
Die Kunsthalle Wien festigt mit dieser mutigen, diskursorientierten Position ihren Ruf. Nach der Wiener Laufzeit reist die Ausstellung im Frühjahr 2026 in die Kestner Gesellschaft nach Hannover.
„Potentialities” läuft bis 6. April 2026 in der Kunsthalle Wien. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Kuratorenführungen und Diskussionen vertieft die komplexen Themen der Ausstellung. Für das Wiener Kunstpublikum eine seltene Gelegenheit, ein Oeuvre zu entdecken, das Schönheit und Abgrund, Intellekt und Obsession auf einzigartige Weise verbindet.
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