Revolut-Strategiewechsel signalisiert Umbruch im Digitalbanking
24.01.2026 - 22:26:11Die globale Digitalbanking-Branche steuert auf ein Rekordjahr bei Fusionen zu – gleichzeitig warnen Aufsichtsbehörden vor gravierenden Sicherheitslücken. Diese Woche vollzog der europäische Fintech-Riese Revolut eine überraschende Kehrtwende: Statt eine US-Bank zu kaufen, will das Unternehmen nun eine eigene Vollbanklizenz in Amerika beantragen. Diese strategische Neuausrichtung unterstreicht, wie sehr sich der Wettbewerb verschärft. Parallel veröffentlichen Regulierer alarmierende Befunde zur Cybersicherheit im Finanzsektor und fordern einen grundlegenden Strategiewechsel.
Historische Fusionswelle rollt an
Das Finanzwesen bereitet sich 2026 auf eine historische Konsolidierungswelle vor. Nach 181 Fusionen in den USA 2025 – ein Plus von 45 Prozent – rechnen einige Analysten mit einer Verdoppelung der Deals. Treiber sind ein entkrampftes regulatorisches Umfeld und der immense Technologiedruck auf kleinere Institute. Doch nicht nur klassische Übernahmen formen den Markt neu.
Immer mehr große Fintechs streben den Status einer voll regulierten Bank an. Revoluts Entscheidung für eine eigene US-Lizenz ist dabei symptomatisch. Das Unternehmen setzt auf einen schlankeren Zulassungsprozess. Dieser Weg ist kein Einzelfall: Auch Konkurrenten wie PayPal, Mercury und die brasilianische Neobank Nubank haben bereits US-Bankcharter erworben. Dieser Zustrom neuer, tech-getriebener Konkurrenten zwingt etablierte Häuser zum Handeln – sie müssen fusionieren, um Skaleneffekte zu erzielen, oder massiv in ihre eigene digitale Transformation investieren.
Viele Finanzinstitute unterschätzen die wachsenden Cyberrisiken – Untersuchungen zeigen, dass 73% der Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet sind. Angesichts von Ransomware‑Wellen und strengeren Regeln wie DORA brauchen Entscheider praxisnahe, sofort umsetzbare Maßnahmen. Das kostenlose E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt aktuelle Bedrohungen, KI‑Risiken, und welche Schutzmaßnahmen kleine und mittlere Banken jetzt priorisieren sollten. Gratis Cyber-Security-Report für Entscheider herunterladen
Cybersicherheit: Vom Reagieren zum Vorbeugen
Während die Branche digitaler wird, wachsen die Cyberrisiken exponentiell. Ein Bericht zu den Stresstests der Bank of England für 2025 offenbarte jüngst erschreckende Lücken: Selbst systemrelevante Institute scheitern an grundlegender „Cyber-Hygiene“. Dazu zählen zu lasche Zugangskontrollen, unsichere Passwortverwaltung und anfällige Mitarbeiter für Social-Engineering-Angriffe.
Diese Schwachstellen werden gnadenlos ausgenutzt. Ransomware-Angriffe stiegen in den ersten drei Quartalen 2025 global um 34 Prozent. Fast die Hälfte der betroffenen Finanzdienstleister sah ihre Daten verschlüsselt – ein Rekordwert. Die Konsequenz ist ein Paradigmenwechsel: Das veraltete „Erkennen und Reagieren“ muss einer vorbeugenden Abwehrstrategie weichen. Neue Regularien wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) der EU, seit Januar 2025 in Kraft, verschärfen den Druck. Sie schreiben robustes IT-Risikomanagement und direkte Aufsicht über kritische Technologie-Dienstleister verbindlich vor.
Künstliche Intelligenz als Treiber und Waffe
Künstliche Intelligenz steht im Zentrum dieser doppelten Herausforderung. Sie ist gleichermaßen Wettbewerbsvorteil und entscheidende Verteidigungswaffe. Banken integrieren KI zunehmend in Kernbereiche wie Risikomanagement und Kundenservice und fordern messbare Renditen. Für die Sicherheit sind KI-Systeme unverzichtbar, um in Echtzeit Betrugsmuster zu erkennen und Bedrohungen vorherzusagen.
Gleichzeitig heizt KI das Wettbewerbs- und Konsolidierungsfeuer an. Die Fähigkeit, hyper-personalisierte Services und automatisierte Abläufe anzubieten, trennt die Gewinner von den Verlierern. Doch auch Kriminelle nutzen die Technologie: Für 2026 warnen Experten vor KI-gesteuerten Romance-Scams und hochautomatisierten „Maschine-zu-Maschine“-Angriffen.
Kein einheitlicher Weg in die Zukunft
Die Trends bei Fusionen und Cybersicherheit sind eng verwoben. Der erwartete M&A-Boom ist kein reines Größenwachstum, sondern ein strategisches Rennen um Ressourcen für massive Tech-Investitionen. Die regulatorischen Rahmenbedingungen wirken dabei doppelt: Klarere Fusionregeln ermöglichen Deals, während Vorgaben wie DORA die digitale Widerstandsfähigkeit zur Chefsache machen.
Die unterschiedlichen Wege von Revolut (organisches Wachstum) und anderen (Akquisitionen) zeigen: Es gibt keine Patentlösung. Alle Marktteilnehmer reagieren jedoch auf denselben Druck: Sie müssen rasant innovieren und gleichzeitig eine burgartige Sicherheitsarchitektur aufbauen, um das Kundenvertrauen zu halten. Für 2026 wird eine weitere Zunahme von Fusionen vor allem kleinerer und mittlerer Banken erwartet. Im Sicherheitsbereich wird der Fokus auf proaktiver, nachrichtendienstgestützter Abwehr und regulatorischer Compliance liegen. Die Gewinner werden jene Institute sein, die aggressive Innovation mit absoluter Sicherheit in Einklang bringen können.
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