Revo, Hospitality

Revo Hospitality: Deutschlands größter Hotelbetreiber ist insolvent

19.01.2026 - 19:02:12

Die Revo Hospitality Group beantragt für rund 140 Gesellschaften ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Betrieb der 125 Hotels soll weiterlaufen, während nach Investoren gesucht wird.

Die Revo Hospitality Group beantragt für rund 140 Gesellschaften ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Betroffen sind etwa 125 Hotels in Deutschland und Österreich, doch der Betrieb läuft weiter. Für die 5.500 Mitarbeiter wurden Sicherungsmaßnahmen eingeleitet.

Aggressive Expansion wird zum Bumerang

Die Krise hat mehrere Ursachen. Ein Hauptgrund ist die rasante Expansion der ehemaligen HR Group: Seit 2020 wuchs sie von 51 auf rund 250 Hotels. Dieses aggressive Wachstum führte zu hohen Kosten und internen Problemen bei der Integration.

Gleichzeitig explodierten die Betriebskosten:
* Deutlich gestiegene Personalkosten durch Mindestlohnerhöhungen
* Massive Energie- und Mietkosten
* Höhere Ausgaben für Lebensmittel

Diese Belastungen trafen auf enttäuschende Umsatzzahlen. Die geplanten Erlöse für 2025 wurden nicht erreicht – eine Liquiditätslücke war die Folge.

Anzeige

Insolvenzen in der Hotellerie betreffen oft viele Kolleginnen und Kollegen zugleich – Fehler bei Sozialauswahl oder Interessenausgleich können Beschäftigte massiv benachteiligen. Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter finden in einem kostenlosen Leitfaden praxisnahe Muster für Sozialpläne, Punkteschemata und Verhandlungstipps, um faire Abfederungen durchzusetzen und Rückstellungen zu verhandeln. Gerade bei großen Restrukturierungen bietet das Material konkrete Formulierungen und Checklisten für die Verhandlung. Jetzt kostenlosen Sozialplan-Leitfaden herunterladen

So soll die Rettung gelingen

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll die Sanierung ermöglichen. Die bisherige Geschäftsführung bleibt unter Aufsicht eines Sachwalters und externer Experten an Bord. Das Ziel ist klar: Der Hotelbetrieb an allen Standorten soll ohne wesentliche Einschränkungen weiterlaufen.

Für die Mitarbeiter wurde eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die ersten drei Monate des Jahres beantragt. Parallel sucht das Management nach internationalen Investoren, um die Kapitalbasis nachhaltig zu stärken.

Ein Schock für die gesamte Branche

Die Insolvenz sendet ein deutliches Signal an den gesamten Markt. Revo ist Europas größter „White-Label“-Betreiber und führt Hotels für internationale Top-Marken wie Hilton, Accor und Marriott. Die Krise zeigt die Verletzlichkeit von Betreibern, die keine eigenen Immobilien besitzen und steigenden Mietkosten schutzlos ausgeliefert sind.

Branchenbeobachter fragen sich: Steht das gesamte Geschäftsmodell der reinen Betriebsgesellschaften auf dem Prüfstand? Die Entwicklung bei Revo wird zum Indikator für die Widerstandsfähigkeit der Branche in unsicheren Zeiten.

Countdown bis zum Sommer

Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, die Sanierung bis zum Sommer 2026 abschließen zu können. Die Eigenverwaltung soll eine geordnete Überleitung zu einem neuen Investor ermöglichen. Das Interesse am deutschen Hotelmarkt ist da – jetzt geht es darum, das Vertrauen von Gästen und Partnern zu halten.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Rettung gelingt. Eines ist sicher: Der Fall Revo geht als eine der größten Restrukturierungen in die jüngere Geschichte der europäischen Hotellerie ein.

Anzeige

PS: Wenn Restrukturierungen anstehen, hilft eine konkrete Vorlage oft mehr als allgemeine Ratschläge. Sichern Sie sich die kostenlose Muster-Vorlage für Sozialpläne inklusive Punkteschema, Verhandlungsstrategien und praktischen Checklisten — speziell für Betriebsräte, die die Interessen von tausenden Beschäftigten schützen müssen. So vermeiden Sie teure Fehler bei Interessenausgleich und Abfindungen und haben handfeste Argumente für Verhandlungen. Gratis Sozialplan-Vorlage & Checkliste sichern

@ boerse-global.de