Report Fraud: Großbritannien startet neue Betrugs-Meldestelle
22.01.2026 - 21:23:12Mit einer neuen nationalen Meldestelle will Großbritannien den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität neu aufstellen. Der Dienst „Report Fraud“ ersetzt das viel kritisierte Vorgängersystem und soll Opfern mehr Unterstützung bieten.
Neustart nach jahrelanger Kritik
Die neue Plattform, die diese Woche online ging, wird von der Londoner Polizei als nationale Leitbehörde betrieben. Sie dient als zentrale Anlaufstelle für alle Betrugs- und Cybercrime-Meldungen in England, Wales und Nordirland. Eine landesweite Kampagne mit dem Slogan „Jede Meldung zählt“ soll die Bevölkerung zum Melden animieren. Das Ziel: eine bessere Lagebilderstellung und mehr Schutz vor Betrug, der die britische Wirtschaft jährlich Milliarden kostet.
Der Vorgänger „Action Fraud“ galt als nicht funktionstüchtig. Opfer klagten über schleppende Bearbeitung, fehlende Rückmeldungen und das Gefühl, ihre Anzeige verschwinde in einem schwarzen Loch. „Report Fraud“ soll dieses Vertrauen zurückgewinnen.
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Mehr Transparenz für Betroffene
Ein interaktives Online-Portal gibt Opfern jetzt Echtzeit-Updates zum Stand ihrer Meldung. Neu ist auch, dass das System aktiv Bescheid gibt, wenn die gemeldeten Informationen zu einer Ermittlung beigetragen oder andere geschützt haben. Dieser Ansatz soll einen einheitlichen nationalen Standard für die Betreuung von Betrugsopfern etablieren.
„Die emotionale und finanzielle Verwüstung durch diese Straftaten ist enorm“, so ein Polizeisprecher. „Mit diesem Dienst stellen wir die Opfer in den Mittelpunkt.“
KI und Echtzeit-Analysen für die Ermittler
Im Hintergrund arbeitet ein neues, 175 Millionen Euro teures Analyse-System. Es nutzt Echtzeitdaten von Technologiepartnern wie Palantir und Microsoft, um kriminelle Netzwerke und neue Betrugsmuster schnell zu identifizieren. Künstliche Intelligenz soll Verbindungen zwischen Fällen aufdecken, die sonst unentdeckt blieben.
Dieser National Crime Analysis Service (N-CAS) ermöglicht den sofortigen Austausch von Erkenntnissen zwischen allen Polizeibehörden. Ab März haben Spezialisten in England und Wales direkten Zugriff – ein Prozess, der im alten System bis zu zwei Wochen dauerte. Dies soll Ermittlungen massiv beschleunigen, die Abschaltung betrügerischer Webseiten erleichtern und Banken bei der Sperrung von Konten unterstützen.
Kampf gegen die häufigste Straftat
Der Start kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Betrug und Cyberkriminalität machen schätzungsweise die Hälfte aller registrierten Straftaten in Großbritannien aus. Bis Juni 2025 gab es allein in England und Wales rund 4,1 Millionen Fälle. Die Bandbreite reicht von Identitätsdiebstahl und Investmentbetrug bis zu Romance Scams.
Ein parlamentarischer Bericht von 2022 forderte bereits einen kompletten Neuanfang und kritisierte das Missverhältnis zwischen der Verbreitung der Straftaten und den dagegen eingesetzten Ressourcen. „Report Fraud“ ist die direkte Antwort. Schon in der einmonatigen Testphase gingen 11.000 Meldungen mehr ein als im üblichen Monatsschnitt von 35.000 bis 40.000.
Ambitionierte Ziele und mehr Druck auf Tech-Konzerne
Die Regierung hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: eine jährliche Reduktion der registrierten Betrugsfälle um zehn Prozent. Der Erfolg hängt nicht nur von der Technologie ab, sondern auch von der anhaltenden Mitarbeit der Öffentlichkeit und der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staat und Privatwirtschaft.
Behördenvertreter betonen, dass die verbesserten Erkenntnisse des neuen Systems Technologie- und Telekommunikationsunternehmen „keine Ausreden“ mehr lassen werden, nicht gegen Betrug auf ihren Plattformen vorzugehen. Die Plattform soll einen sicheren Raum für branchenübergreifende Zusammenarbeit bieten.
Der Dienst ist unter reportfraud.police.uk oder telefonisch unter 0300 123 2040 erreichbar.
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