Rentenpaket, Geld

Rentenpaket II: Mehr Geld für arbeitende Rentner und Mütter

03.01.2026 - 18:35:12

Das umfassende Rentenpaket II tritt in Kraft und führt die steuerfreie Aktivrente ein, hebt das Anschlussverbot auf und stärkt die Mütterrente.

Deutschland startet mit einem umfassenden Renten- und Arbeitsmarktreformpaket ins neue Jahr. Seit dem 1. Januar 2026 sind das „Rentenpaket II“ und begleitende Gesetze in Kraft, die den Fachkräftemangel bekämpfen und das Rentensystem stabilisieren sollen.

Die neue „Aktivrente“: Steuerfrei hinzuverdienen

Herzstück der Reform ist die Einführung der „Aktivrente“. Sie soll es für Senioren attraktiv machen, länger im Job zu bleiben. Konkret können Rentner nun zusätzlich zu ihrer Rente bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen. Bislang schreckten hohe Steuerlasten auf die Kombination aus Rente und Gehalt viele ab.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sieht darin eine Antwort auf die demografische Krise. Erfahrene Fachkräfte sollen so länger im Arbeitsmarkt gehalten werden. Experten sprechen von einem flexiblen Teilrenten-Modell, das die starre Grenze zwischen Arbeitsleben und Ruhestand aufweicht.

Bürokratieabbau: Ende des „Anschlussverbots“

Ein weiterer großer Wurf betrifft das Arbeitsrecht. Das „Anschlussverbot“ im Teilzeit- und Befristungsgesetz wurde für Rentner aufgehoben. Bisher durften Unternehmen ehemalige Mitarbeiter nicht ohne sachlichen Grund befristet wieder einstellen.

Diese Hürde ist nun gefallen. Firmen können ihren eigenen Pensionären befristete Verträge anbieten, um sie für Projekte oder als Springer zurückzuholen. Das gibt vor allem dem Mittelstand rechtliche Sicherheit, wertvolles Wissen im Haus zu behalten. Der bürokratische Aufwand für Unternehmen sinkt spürbar.

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Stabile Rente und mehr Gerechtigkeit für Mütter

Das Paket sichert auch die langfristige Rentenhöhe. Das Rentenniveau wird gesetzlich garantiert und sinkt bis 2031 nicht unter 48 Prozent des Durchschnittslohns.

Zudem wird die „Mütterrente“ ausgeweitet. Für alle Kinder, egal ob vor oder nach 1992 geboren, werden nun einheitlich drei Entgeltpunkte angerechnet. Bisher wurden Mütter mit Kindern aus der Zeit vor 1992 schlechter gestellt. Von dieser Angleichung profitieren rund zehn Millionen Frauen, deren monatliche Rente sofort steigt.

Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge

Die zweite Säule der Altersvorsorge, die betriebliche Altersversorgung (bAV), wird gestärkt. Der Staat erhöht die Zuschüsse für Arbeitgeber, die für Geringverdiener in die bAV einzahlen. Das maximale Förderungsvolumen wurde angehoben, um die Verbreitung zu erhöhen.

Parallel steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente für Neurentner im Jahr 2026 auf 84 Prozent. Als Ausgleich wurde der Grundfreibetrag auf 12.348 Euro angehoben, um kalte Progression und Inflation abzufedern.

Paradigmenwechsel am Arbeitsmarkt

Die Reformen markieren einen grundlegenden Wandel in der deutschen Sozialpolitik. Statt eines starren Systems fördern sie nun einen fließenden Übergang in den Ruhestand. Die Aufhebung des Anschlussverbots ist ein großer Schritt, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Die Reaktionen aus der Wirtschaft sind verhalten optimistisch. Arbeitgeberverbände begrüßen die neuen Flexibilitäten, mahnen aber praktische Umsetzungsfragen bei der Lohnabrechnung an. Sozialverbände loben die ausgeweitete Mütterrente als wichtigen Beitrag zur Schließung der Rentenlücke zwischen den Geschlechtern. Kritisch diskutiert wird weiterhin die Finanzierung der Rentengarantie, die stark von Steuerzuschüssen abhängt.

Was kommt als Nächstes?

Jetzt liegt der Ball bei den Unternehmen. Personalabteilungen und Softwareanbieter müssen in den ersten Monaten des Jahres ihre Systeme an die neuen Steuercodes und Vertragsmöglichkeiten anpassen.

Die Bundesregierung plant eine ständige Rentenkommission, die die Wirkung der Aktivrente im Laufe des Jahres 2026 überwachen soll. Weitere Anpassungen des Renteneintrittsalters oder der Beitragssätze sind vor einer ersten Evaluation dieser Maßnahmen im Jahr 2027 nicht zu erwarten. Für Millionen Arbeitnehmer und Rentner beginnt jetzt eine neue Phase der flexiblen Altersvorsorge.

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